Rottenburg (2) und Camper Van Reise (3)

Camper Van (3)

Montag musste ich dann nochmal in Richtung Rottenburg, Anschluss der Anlage, Übergabe an den Kunden und Schulung der Mitarbeiter, die sich in Zukunft darum kümmern.

Dienstag Mittag saß ich dann in einer bunten Runde in der Altstadt von Rottenburg, mit dabei der CEO von PTMatic, ein Italiener, der in der Schweiz wohnt, der Techniker von PTMatic, ein Rumäne, der in Italien arbeitet, mein Ansprechpartner vor Ort, ein aus Bosnien stammender Deutscher und ich. Die Arbeit war erledigt, dank der guten Zusammenarbeit früher als erwartet, und ich konnte die Zeit bis Mittwoch Abend mit noch schöneren Dingen füllen.

Kann das sein, dass das an Rottenburg liegt? Manchmal gibt es Zufälle.

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Jetzt hätte ich ganz hektisch zurück nach Hause fahren können, oder…

Der Camper Van lachte mich an, ich wollte schon immer mal ins Deutsche Musikautomaten Museum nach Bruchsal, das Wetter war traumhaft, also ab in Richtung Bruchsal.

Unvorbereitet wie ich war, habe ich mir mit dem Finger auf google maps einen Standor für die Nacht ausgesucht, den Fähranleger von Leopoldshafen nach Leimersheim direkt am Rhein. Vor Ort angekommen: Ein Traum!!!

Rhein bei Karlsruhe
Rhein bei Karlsruhe

Eins meiner Ziele, auf der nicht existierenden Liste mit dem Camper Van, war eine Nacht am Rhein, zum Einschlafen der Klang der Rheinschiffe, Morgens ein Blick aus dem Fenster auf den Fluss. Perfekt.

Stromaufwärts war noch eine schöne, etwas zurückliegende Fläche, die mir ideal erschien, deren Betreten aber wasserpolizeilich verboten ist. Und als guter Deutscher habe ich mich auch daran gehalten, das war mir dann doch etwas zu wildes Campen. Die Anwohner, die Abends vorbei kamen, um zu sehen, ob der Rhein noch da sei, hat das nicht gestört hat. Die sind fleißig mit ihren Autos darauf gefahren.

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Spontan und unvorbereitet ist mit so einem Camper ja das, was mir im Kopf herum schwebt. Wenn es sich gerade ergibt, kann man das ja, und das ist ja auch das schöne daran.

Manchmal ist aber das Hirn einschalten auch nicht schlecht. Die Mücken tanzen so schön in der Abendsonne, sie wurden immer mehr und ich habe noch einen kleinen Abendspaziergang am Wasser gemacht.

Abendstimmung über dem Rhein, was sonst
Abendstimmung über dem Rhein, was sonst …

Der Gang wurde mit der Zeit aber immer schneller, weil immer mehr Mücken ankamen, ja schon fast über mich herfielen, wenn ich mal kurz stehen blieb. Also bin ich fast im Stechschritt zurück ins Auto und Tür zu. Hatte ich nicht mal was gelesen, dass in der Gegend systematisch gegen die Mückenplage vorgegangen wird, gerade in diesen schönen Auen?

Ein paar Mücken, oder auch ein paar mehr
Ein paar Mücken, oder auch ein paar mehr

7 erschlagene Mücken später konnte ich ruhig schlafen, trotzdem ein wundervoller Ort.

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Der Morgen, so wie ich ihn mir vorgestellt hatte, die Sonne schien auf das gegenüberliegende Ufer, die Luft frisch und die Schiffe glänzten im Morgenlicht.

... und noch die Morgenstimmung ..
… und noch die Morgenstimmung ..

Aber dann wurde es laut. Innerhalb von 20 Minuten luden 5 Sattelschlepper einen riesen Berg an Bruchsteinen genau an der Stelle ab, die ich am Vorabend dann doch nicht genommen hatte.

... mit einer kurzen Störung.
… mit einer kurzen Störung.

Es hilft dann doch, Schilder zu lesen und sich dran zu halten. Das wäre sonst ein lustiges Erwachen geworden.

Aber danach war alles wieder ruhig, ich konnte schön frühstücken, mich fertig machen und war dann auch noch im Museum. 

So soll das sein.

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Noch was ist mir aufgefallen:

Seitdem ich das Auto umgebaut habe, hat sich meine Einstellung dazu komplett geändert. Früher ging es mir immer darum, möglichst schnell von A nach B zu kommen. Also jetzt nicht wirklich schnell, aber Pausen mochte ich nicht so sehr, ankommen war angesagt. 

Jetzt ist das eine neue Form des Reisens. Mal zwischendurch anhalten, einen Kaffee kochen, was zu Essen machen. Es ist halt was anderes, ob man nur einen großen Laderaum hat, oder doch mit seiner kleinen gemütlichen Wohnküche unterwegs ist. Ich find’s erstaunlich, was ein paar Bretter und ein Teppich ausmachen können.

Kunst in Rottenburg

Rottenburg am Neckar

Die letzten beiden Tage war ich in Rottenburg am Neckar, um beim Aufbau einer unserer automatischen selbstreinigenden Toilettenanlagen dabei zu sein. Irgendwelche Links dazu erspare ich mir hier, das ist ja kein Werbeblog.

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Trotzdem möchte ich Euch über Künstler berichten, die ich dort getroffen habe. Und da komme ich nicht umhin, den Job ein wenig mit einzubeziehen.

Die Toilette steht jetzt dort direkt am Neckar. Davor geht nur noch ein Fußweg entlang und die Böschung am Ufer. Der Stahlbeton-Quader mit der eingebauten Technik wiegt 13 Tonnen und kam mit einem Sattelschlepper aus Italien. Nur konnte der Sattelschlepper aber auch nicht ansatzweise bis in die Nähe des Aufstellungsorts fahren, schon in dem davor liegenden schönen, alten und engen Ortskern wäre er stecken geblieben. Also wurde er vorher auf einen “kleinen” LKW umgeladen.

Dadurch war aber auch nicht mehr Platz, und die Anfahrt schon ein kleines Meisterstück, denn ein Kran wurde ja immer noch benötigt. Mein Kumpel Jean Luc Picard war gerade in einem anderen Quadranten des Universums unterwegs und auch die temporale Direktive durfte nicht verletzt werden. Beamen viel also aus.

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am Haken
am Haken

Meiner Meinung nach ist der Job, den die Arbeiter der Kranfirma vor Ort erledigt haben, eine oft unterbewertete Kunst. Auf so engem Raum mit schwerem Gerät die 13 Tonnen am Haken auf den Millimeter genau auf dem Fundament zu platzieren: Chapeau!

Millimeterarbeit
Millimeterarbeit

Da hat nicht einmal etwas geschwankt, es kam keine Hektik auf und es wurde einfach alles sehr professionell gehandhabt.