Eigenlob stinkt – schmeckt aber trotzdem gut

Herz im Topf

Hier noch eben kurz ein paar Fotos von den fertigen Broten von heute:

Das klassische Weißbrot ist ein echter Hammer geworden. Ein Vorschlaghammer, guckt Euch den Brummer mal an (das Brett hat immerhin 29 cm):

klassisches Weizenbrot
klassisches Weizenbrot

Der Sohn meinte, so müsse ein Weißbrot schmecken, also ein gutes. Papa ist stolz auf sein Backkünste.

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Das Weizensauerteigbrot ist mit dem neuen Sauerteig auch wieder super geworden:

Weizensauerteigbrot
Weizensauerteigbrot

Das schöne an der Herzchenform ist ja, dass das Herz bei dem Brot nach dem Baken (fast) verschwunden ist. Für Verliebte gut, weil sie es dann nicht zerschneiden müssen. Für Entliebte auch, weil man das dann nicht dauernd sehen muss, obwohl man es dann nicht zerschneiden kann.

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Aus den Schokobrötchen ist dann doch ein Schokobrioche geworden, weil der Teig so weich war, das wären kleine Schokofladen geworden. Also effilocher und ab in die Kastenform:

Schokobrioche
Schokobrioche
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Weiter mit der Selbstbeweihräucherung: Noch ein bisschen Wasser im Mund zusammen laufen lassen? Nur Vegetarier oder Veganer müssen jetzt tapfer sein. Schinkenpizza, zum Teil mit Pilzen:

Schinkenpizza mit Pilzen - unter Fremdsprachlern auch Prosciutto e Funghi genannt.
Schinkenpizza mt Pilzen – unter Fremdsprachlern auch Prosciutto e Funghi genannt.

Wünsch’ Euch einen guten Start in die Woche!!! Und wer dabei Lust auf’s Nachbacken bekommen hat, einfach melden.

Backen – aber anders

Ich muss noch was richtigstellen, aber nicht, weil mich jemand dazu genötigt hat.

Ich hatte ja hier geschrieben, dass so Knetmaschinen 1k€ kosten. Stimmt nicht ganz.

Die von Lutz im Plötzblog favorisierten Kenwood-Maschinen sind keine reinen Knetmaschinen sonder komplette Küchenmaschinen, die auch schlagen, mahlen (nicht malen), mixen, wolfen, schneiden, raspeln, … Die liegen dann auch bei den bei mir im Kopf verankerten 900 – 1200€.

Lutz präsentiert da auch Maschinen von Häusler, die nochmal gut 1000€ mehr kosten. Können die dann auch beim Kneten singen und noch ein unterhaltsames Tänzchen auf’s Parkett legen?

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Ich bin kein Freund von Multifunktionsmaschinen. Wenn ich einen Mixer brauche, kaufe ich einen Mixer und wenn ich einen Knetmaschine kaufe, dann eben eine Knetmaschine.

Meistens sind diese Maschinen aber in guter Qualität dann gleich Profimaschinen, die auch wieder ihr Geld kosten, aber genau für den einen Zweck gebaut wurden.

Ich würde mir eine Knetmaschine von Beeketal kaufen.

Würde.

Da aber Knete und Platz für so Maschinen bei mir fehlen, helfe ich mir mit normalen in fast jeder Küche vorkommenden Geräten aus.

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Wichtig beim Brotbacken ist ja ein ordentlicher Steinbackofen.

M – E – E – E – E – E – E – E – P
(Ihr müsst euch hier so ein Buzzergeräusch vorstellen).

Quatsch. Ich habe meinen billigen Backofen einfach gepimpt.

gepimpter Backofen

1. mit einer Bürgersteigplatte aus dem Baumarkt:
Die liegt in der Auffangwanne am Boden des Backofens, also in diesem tiefe Backblech, ihr wisst schon was ich meine. Damit bekomme ich einen ordentlichen Wärmespeicher hin, und wenn ich mit Dampf backe, dann gieße ich heißes Wasser in die Wanne, was an dem heißen Stein sehr schnell verdampft.
Kostenpunkt: 1-2 €

2. mit einem Pizzastein:
Meiner hat so ca. 30 * 40 cm und ist 2,5 cm dick. Der liegt auf dem Grillrost des Backofens irgendwo möglichst tief unten. Nochmal ein Wärmespeicher, zusätzlich wird das Brot aber auch von unten schön, und zum Pizzabacken einfach nur grandios.
Kostenpunkt: unter 30 € für meinen, den habe ich mit Holzschieber für Brot und Pizza gekauft.

3. ordentlich Vorheizen, mindestens eine Stunde.
So viel verbraucht mein alter Backofen garnicht. Der hat zwar einen Anschlusswert von über 3 kW, verbraucht aber während der Zeit nur 1 kWh.
Kostenpunkt: unter € 0,35 pro Backtag.
Da könnte man jetzt mit dem Umweltgedanken kommen, in Bezug auf den Stromverbrauch. Stimmt. Darum backe ich in der Regel immer gleich mehrere Brote und friere die ein. Und zum Schluss gibt es abends Pizza.

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Was man braucht sind Schüsseln, je nach gewünschter Teigmenge. Edelstahl ist da ganz gut, ich mag das Plastikzeugs nicht.

Super sind auch die Gärkörbchen aus Holzschliff. Anfangs hatte ich mir aber mit einer Sei beholfen, die ich mit bemehlten Abtrockentüchern ausgeschlagen hatte, ging auch. Jetzt kaufe ich immer eins dazu, wenn ich mein Mehl kaufe.

Gärkörbchen für 750 g Teig

So ein Teigschaber eine Teigkarte ist auch klasse, meine ist noch von meiner Großtante und jedes Mal eine schöne Erinnerung an sie, wenn ich backe.

Teigschaber

Noch einen Teigschaber und -teiler habe ich auch aus dem Baumarkt, und dort wird der als Spachtel verkauft (siehe Titelbild). Vergleicht mal die Preise. Das Ding ist übrigens auch super zum Reinigen der Arbeitsfläche geeignet, meine ist so eine übliche Buchenplatte, stabverleimt.

Wenn ich ein Bäckerleinen brauche, um Brötchen oder Baguette ruhen zu lassen, dann nehme ich einfach gute und fusselfreie Geschirrtücher.

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Die Waage ist jetzt so ein Ding. Wie ich schon vorher mal schrieb, sollte die schon möglichst genau sein, weil einzelne Zutaten einfach wirklich genau eingewogen werden müssen, gleichzeitig aber auch Teige bis 2,5 kg (mit Schüssel) noch im Messbereich liegen.

Ich habe ja eine alte Laborwaage, die löst über 3 kg auf 0,1 kg auf, kostet aber auch ein Schweine Geld. Ich hatte Sie noch.

Waage

Behelfen kann man sich mit so einer kleinen billigen Goldwaage zusätzlich zu Küchenwaage. Damit kann man dann die sensiblen Zutaten, die ohnehin nur in kleinen Mengen zugesetzt werden, getrennt abwiegen und zum Teig geben.

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Meine Mehle kaufe ich übrigens bei der Drax-Mühle in Bayern, da habe ich auch die Gärkörbchen und meine großen Edelstahlschüsseln her . Ich komme mit dem Mehl sehr gut klar, und auch der Rest hat mich nicht enttäuscht.

Das ist jetzt keine Werbung, nur ein Hinweis.

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Ich glaub’, das war’s an Warenkunde. Alles sehr pagmatisch, aber funktioniert prima. War jetzt vielleicht nicht so unterhaltsam, musste aber mal sein, um meine Philosophie zu verstehen: Nicht den Handel glücklich machen, sondern sich selbst mit guten Produkten.

Und heute gibt’s 2 x Weizensauerteigbrot, einmal ein klassisches Weißbrot, Schokobrötchen auf Brioche-Basis und zum Schluss eben Pizza.
Wer was abhaben will …

Kommando zurück

Ich hab mir am Samstag anhören/anlesen (gibt’s das überhaupt?) müssen, “Profis würden dir vermutlich sagen, dass du langen Atem haben sollst und dass es dauert.”

Ja – Profis – eben!

Darüber hatte ich auch nachgedacht. Und ich bin kein Profi, der irgendwie auch sein Geld indirekt mit dem Web verdient, ob jetzt als Webseitenprogrammierer, Texter oder Shopbetreiber. Und ich weiß es auch, weil ich mal Profi war, nicht direkt beim Schreiben, aber im Web. Für mich hatte das eher was mit Content-Marketing zu tun, über Drucker, Tinten, Nachfüllen und so ein Zeug. Und bei den anderen Profis auch immer irgendwie, selbst wenn sich ein Blog nur schwer in ROI oder Conversions rechnen läßt.

Aber ich habe nichts zu verkaufen, außer meiner Meinung und dem, was so in meinem Leben passiert. Und damit verkaufe ich ja nichts. Ich gebe einfach ein Stück von mir weiter.

Und Freitag saß der Frust schon ziemlich hoch, weil sich (fast) keiner dafür interessiert.

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Profis …

Eben, ich bin kein Profi, ich muss nicht versuchen, das professionell zu betreiben. Ich muss nicht regelmäßig schreiben, muss nicht zwischendurch mal einen toll recherchierten Gedankengang loswerden, muss nicht glänzen und muss dann auch nicht auf Analytics schielen und überlegen, ob sich das lohnt.

Dass sowohl ich nicht dem Geschmack der Meisten entspreche, als auch meine Meinung und meine Sicht der Dinge nicht deren Geschmack triff, weiß ich auch so, da habe ich leider genügend Beispiele für. Aber resigniere ich deshalb?

Gut, an manchen Stellen schmerzt das schon und ich  ziehe meine Konsequenzen, weil ich mir das nicht antun muss. Ich haue mir ja auch nicht immer wieder mit dem Hammer auf den  Daumen, weil’s so schön ist, wenn der Schmerz nachlässt.

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Nur hat der Frust am Freitag wieder genau in so eine schon ausgewetzte Kerbe gehauen. Daumen getroffen, Nagel blau.

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Aber ich mache jetzt weiter, nur anders. Ohne den Druck, irgendwas besonderes abliefern zu müssen und anderen zu gefallen. Ohne zu versuchen, die Eintagsfliegen zu halten. Ohne zu versuchen, besonders geschickte Zeiten zu treffen, zu denen die Leser gerade nichts besseres zu tun haben, als auf Facebook nach Unterhaltung zu suchen.

Ich schreib’ einfach nur noch wann ich will, was ich will, und wie ich will. So mache ich das im Leben ja auch, wenn’s nicht um den Verkauf von Lebenszeit gegen Geld geht. Und wem das nicht gefällt, der zieht eben weiter oder nimmt’s nicht wahr, auch wie im richtigen Leben.

Und sollte sich bis hierhin jemand angegriffen fühlen, so sei Ihr gesagt: Nee, nee. Ich bin für mein Handeln schon selber verantwortlich, auch (und gerade) wenn ich aus guten Ratschlägen die für mich falschen Schlüsse ziehe.

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Aufstehen, Frust ablassen, Krone richten, Nase gerade biegen, weitergehen.

… und Tschüss

Heute Morgen habe ich eine Stunde dran gesessen und den Ablauf des Brotbackens, vom letzten Weizensauerteigansatz bis zum Backen geschrieben. Dazu wollte ich dann heute Abend die dazu gemachten Fotos bearbeiten und einfügen und den Text nochmal revidieren, weil ich beim Schreiben längere Texte gerne in einen langweiligen Trott verfalle, Nomen est omen.

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Google Analytics ist ja ein böses Tool. Wie google im Großen verfolgt man  die Besucher auf der Seite im kleinen, von wo sie kommen, welches Gerät sie verwenden, welche Seiten sie besuchen, wie lange sie da bleiben, wo sie abspringen.

Wie gesagt, ein böses Tool, weil Informationen gesammelt werden und der Besucher doch ziemlich gläsern ist. Aber für den Betreiber einer Seite, ob nun Shop oder privater Blog, ein sehr hilfreiches Tool, weil man schnell sieht, für welche Themen Interesse besteht, ob mehr oder weniger Fotos den Besuchern entgegen kommen, wann die Texte anfangen zu lang zu werden und und und …

IP-Adressen von Nutzern werden dabei übrigens nicht übertragen, das wäre verboten.

Als ich noch den Shop hatte, fand ich das Rudelverhalten von Kunden immer sehr spannend. Samstags war kaum einer im Shop, da wurde eher offline eingekauft, Sonntags haben sich die Leute informiert und dann meist Montags oder Dienstags während eigentlich üblicher Dienstzeiten gekauft.

Und bestimmte Produkte wurden immer fast gleichzeitig gekauft. Zum Beispiel  Tinten für Brother drucker: Nach 2 Wochen ohne einen Verkauf wurden dann meistens mehrere Sets innerhalb weniger Stunden an verschiedene Kunden quer durch die Republik verkauft. Danach war dann wieder wochenlang Pause. Der Mensch ein Individuum? An der Stelle wohl eher nicht.

Aber das Tool kann auch  für den Betreiber böse sein, wenn er die Informationen gar nicht erst bekommt, sondern nur die Info, dass es nur einen Seitenaufruf gegeben hat. Die berühmte Ein-Mann-Statistik.

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Für alle, die es interessiert:

Es gibt super Plugins, oder Addons oder Erweiterungen, die google und dem Webseitenbetreibern einen Strich durch die Rechnung machen und die Übertragung der Daten an google unterbinden. Sowas nutze ich auch, weil ich ja nicht nachträglich erstmal alle Daten von meinem eigenen Surfverhalten auf der eigenen Seite säubern will. Und sowas nutzen andere Webseitenbetreiber aus dem selben Grund bestimmt auch. Für Android habe ich aber nichts Vergleichbares gefunden, bei mir klappt das nur über den Desktop.

Damit hat die Aussage, die man von Analytics bekommt, wieder eine gewisse Unschärfe. Aber aus der Erfahrung im Shop, wo es dann ja Einkäufe gibt, ohne dass jemand auf der Seite war, würde ich die Zahl bei vielleicht 10 bis maximal 25 % ansetzen. 

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Langer Rede kurzer Sinn: Anstatt die 1 bis 3 treuen Leser weiter mit meinem Geschreibsel zu füttern, stelle ich den Blog jetzt wieder ein. Mich kostet das echt Zeit. Ich habe es gerne gemacht, aber so hat das ja keinen Zweck. Da könnte ich in der Zeit auch gleich die Leser anrufen und ein bisschen quatschen, das wäre unterhaltsamer.

Ja, die Antwort auf Frage 37 passt auch hier. In diesem Sinne, macht’s gut, ich räum’ die Werft auf und bau’ an meinem Boot weiter. Und morgen backe ich einen Schokokuchen für den Sohn.

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Mit einer Rose als Bild hat es angefangen, diese ist verblüht, mit einer musikalischen Rose höre ich hier auf:

 

Murmeltiertag

Gestern war ich noch unterwegs nach Düsseldorf und der Sauerteig hat mich auf der Autobahn überholt.

Abends war er dann wieder im Backofen, aber schon wieder komplett eingefallen. Ich wollte dann weitermachen, habe aber beschlossen, Tag 2 zu wiederholen.

Weizensauerteig – Tag 2

Wenn man kein Brot hat, muss man sich eben die alten Fotos rausholen, um was Leckeres zu sehen. Das befriedigt zwar nicht die Geschmacksknospen, zeigt aber das Ziel.

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Tag 2

Eben der Blick auf den Sauerteig-Ansatz: Blasenbildung und zwar deutlich. Also Zeit für Schritt 2:

100 g vom gestrigen Ansatz
+ 50 g Mehl
+ 50 g Wasser

Alles wieder gut verrühren und für weitere 8 – 24 Stunden bei 28°C bis 30°C stehen lassen. Diesmal sollen sich nicht nur Blasen bilden, sondern sich das Volumen sich auch verdoppeln.

Sauerteig – Tag 2 und das Glas wird zu klein

Jetzt hab’ ich ja gestern beim Ansetzen des Teigs wieder mal nicht nachgedacht und mein übliches 450 ml Glas für den Ansatz genommen. Wenn ich mir jetzt das Glas so anschaue, ist das doch ein bisschen klein: doppelte Menge Teig und dann nochmal Volumen verdoppeln? Das wird nicht nur knapp, das läuft über.

Also musste ich auf meine nächst größere Variante umsteigen, nur dass ich wieder mal nicht alles ins neue Glas rüber bekommen habe, es sind keine 100 g sondern nur 85 g vom Sauerteigansatz im Glas. Trotzdem nehme ich die vollen 50 g Mehl und Wasser.

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Kurz, warum ich so handel:

Prinzipiell muss man beim Backen sehr genau auf die Verhältnisse achten. Wenn im Rezept also 100 g stehen, dann sollte man auch 100 g nehmen.

Darum arbeite ich auch immer mit einer Waage, in meinem Fall sogar eine alte Laborwaage mit einer Auflösung von 0,1 g, damit ich auch die in geringen Mengen eingesetzten Zutaten genau abmessen kann. Denn das macht schon einen Unterschied, ob ich 9 g (Angabe im Rezept) oder 7 g bis 11 g Salz nehme (bei einer groben Küchenwaage).

Hier kommt es aber darauf an, die Bakterien möglichst vollständig in den neuen Ansatz zu übertragen und ihnen ordentlich was zu futtern zu geben. Und aus meiner Erfahrung, die ich im letzten guten halben Jahr gesammelt habe, macht die Differenz an dieser Stelle keinen Unterschied. Wichtiger ist hier das Beobachten des Teigs, wie er Blasen wirft und das kommt mit der Erfahrung.

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Prinzipiell versuche ich die Rezepte aus dem Plötzblog auf ein für mich vertretbares Maß an Aufwand herunter zu brechen. Das fängt schon bei der Ausstattung der “Backstube” an.

Männer sind ja meistens so, dass sie sich erstmal allen technischen Firlefanz kaufen, den man so braucht, … um dann nach 3 Mal Backen festzustellen, dass Backen dann doch nichts für sie ist. Gleiches gilt natürlich auch für andere “Projekte”, für die erstmal eine komplette Werkstatteinrichtung gekauft wird, um dann einen Schrank aufzustellen. Men and machines.

Ich hätte ja auch Spaß an einer ordentlichen Knetmaschine. Aber der Handrührer tut es auch und sogar immer noch, also stellt sich die Frage nicht. Selbst wenn vielleicht das Ergebnis ein bisschen besser wäre, aber knapp 1k€, nur für’s Kneten? Oha!!!

Ich finde es aber wichtig, dass man auch ohne einen riesen Aufwand selber richtig gutes Brot backen kann, und darum teile ich die von mir gesammelte Erfahrung mit Euch.

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Einen Satz noch zu den Gärgefäßen:

Mein kleines Glas ist ein Crème-Fraiche Topf aus Frankreich, mit Plastik Deckel. Das größere ein Erdnussbutterglas, mit Plastikdeckel und ohne Dichtung. Wichtig ist, dass die Deckel nicht dicht schließen, damit die Gase entweichen können, trotzdem aber auch nichts rein lassen. Ich habe einfach mit einer Nadel sehr kleine Löcher in die Deckel gemacht, das reicht.

Natürlich kann man jedes Schraubglas nehmen, nur sollte der Deckel nicht aus Metall sein, denn ein Metalldeckel fängt an den (selbstgemachten) Löchern an zu rosten. Und die Form sollte so sein, dass man die Gläser gut spülen kann, denn selbst in der Spülmaschine bleibt gerne irgendwo noch ein bisschen Teig hängen.

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Mehr zu meiner Backerfahrung dann jetzt im Laufe der Woche, bis das Brot fertig ist. Ihr werdet sehen, so viel Aufwand ist das nicht. Und der Geschmack belohnt!!!

May you live in interesting times

Eigentlich wollte ich dieses Wochenende wieder Brot gebacken haben, der Vorrat im Frost ging dem Ende entgegen. Schon Donnerstag hatte ich den Weizensauerteig zum Aktivieren aus dem Kühlschrank genommen, weil er da jetzt seit leider schon über zwei Wochen auf seinen nächsten Einsatz wartete.

Aber auch nach dreimaligem Wiederholen tat sich nix. Hin. Grumpf.

Pfingstsonntag Mittag und kein Brot mehr.

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Tag 1

Jetzt muss ich ihn neu ansetzen, was beim letzten (und gleichzeitig ersten) Mal gut geklappt hat, ich nehm’ euch mit auf diesen Weg.
Also heute einfach 50 g Weizenmehl und 50 g Wasser mischen, Deckel drauf und für 24 – 36 Stunden bei 28°C bis 30°C warm stellen. Das Rezept hab’ ich wieder mal aus dem plötzblog, zum Warmstellen nehme ich den Backofen mit einer Glühbirne, die sich von Zeit zu Zeit einschaltet.

Weizensauerteig – Tag 1

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Trotzdem, wenn auch ohne geschmierte Stullen, ging es dann nach Zons, zum Drehorgel Festival. Irgendwie erinnert mich Zons immer an die “Kaffee draußen nur in Kännchen”-Zeit.
Aber auch viele Drehorgler werden leider nicht jünger und ich kann nur hoffen, dass sich da ein bisschen Nachwuchs einstellt.

Also, so ganz stimmt das mit dem nur hoffen nicht. Der Sohn konnte ordentlich an ihm wohlbekannten Drehorgeln drehen. Nur für die gewünschte eigene und am besten auch historische (ohne diesen ganzen Midi-Firlefanz) reicht es dann kohlemäßig nicht. Na mal sehen, was der Winter so an Bastelarbeit bringt.

Ich erspar euch jetzt eine lange Liste von Videos, eins kann ich mir aber nicht verkneifen:

Wer Interesse hat, kann mehr aus Zons auf meinem youtube-Kanal finden.

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Und eigentlich wollte ich dann nach Hause, nur durfte ich noch als Begleitfahrzeug den waidwunden Kangoo meiner Eltern unter anderem auch per Fähre begleiten. Ich finde Fährfahrten immer wieder was ganz besonderes, auch wenn ich mir für diese einen schöneren Anlass gewünscht hätte.

Aber das Auto steht jetzt vor der Werkstatt und harret der Dinge, die da kommen mögen.

Gute Reise, Hubert

Traurig und schockiert musste ich gestern Abend lesen, dass Hubert, genannt Floppy, am Donnerstag auf seinem Boot gestorben ist.

Ich kannte ihn nicht persönlich, aber nach dem, was ich von ihm und über ihn gelesen habe , war er ein feiner Kerl, bei dem der Kübel, der über ihm ausgegossen wurde, oft nicht mit Gold gefüllt war, der sich den Spaß aber nicht hat nehmen lassen.

Hier der Bericht der Überführung der RAN von Holland nach Berlin im Sommer 2017.

Handbreit Hubert.

(Foto: badmax im  boote-forum)

Pfingsten 2019 und die mehr oder weniger 1000 Fragen (3)

Pfingsten ist ja immer die Möglichkeit richtig geile Mucke zusammen mit vielen tausend anderen Gleichgesinnten zu hören, dabei eng beieinander zu stehen und das Wetter egal sein zu lassen, ob es jetzt regnet oder die Sonne brennt:

Rock am Ring Stau auf der Autobahn

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Euch daher viel Spaß bei den nächsten Antworten, ich geh jetzt das Auto aussaugen und von innen putzen.

Hier ging es übrigens los mit den Fragen, wer alle Antworten nochmal lesen will und auch mehr über die Fragen wissen möchte.

31. Welches Buch hast du zuletzt gelesen?

Robert Anton Wilson: Illuminatus 2

Nach bestimmt 25 Jahren mal wieder, weil ich meine Erinnerungen darüber nochmal auffrischen wollte (siehe auch 52.)

32. Warum hast du die Frisur, die du jetzt trägst?

Auf die Frage habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut.

Der Begriff Frisur trifft es bei meiner Kopfbehaarung dann doch wohl kaum. Darf man die großflächige Abwesenheit von Haaren noch eine Frisur nennen, weil in meinen Augen eine Frisur etwas ist, das man aktiv herbeiführt?

Also gut, das was da noch wächst, darf da stehen bleiben, weil es einer anderen Person besser gefällt und ich damit autonomer aussähe. Autonomer gefällt mir.

Ansonsten seh‘ ich mich ja doch nur morgens vor dem Spiegel und dann auch nur die Haare, die rechts und links noch über den Ohren stehen.

33. Bist du von deinem Mobiltelefon abhängig?

Nein. Ich habe noch ein Festnetztelefon, könnte meine mp3s auch auf einen Stick laden, mir Zeitungen aus Papier kaufen, das Navi reaktivieren, Fußball am Radio hören und den Wetterbericht durch einen Blick aus dem Fenster holen. Und selbst im Urlaub könnte ich noch eine dieser seltener werdenden Telefonzelle aufsuchen und mich von da aus melden.

Aber praktisch ist es schon und gibt mir auch die Möglichkeit einem Teil meines Broterwerbs auch dann nachzugehen, wenn ich mitten in der Woche faul am See oder sonst wo sitze.

34. Wieviel Geld hast du auf deinem Bankkonto?

 – ohne Worte –

35. In welchen Laden gehst du gerne?

Boulangerie du Vast

36. Welches Getränk bestellst du in einer Kneipe?

Das kommt doch sehr auf den Anlass und die Kneipe an. In Köln würde ich ein Früh bestellen, in Düsseldorf ein Uerige, in Dortmund ein Hövels.

Und dann ist da auch noch die Frage nach der Tageszeit und ob ich noch Auto fahren muss. Also je früher und je Auto, desto Cola. Aber bitte mit Zucker, weil ich auf künstliche Süßstoffe allergisch reagiere und damit zu einer olfaktorischen Belastung meiner Umgebung werde.

37. Weißt du normalerweise, wann es Zeit ist, zu gehen?

Bei Hägar gab‘ es mal so einen schönen Strip, in dem er mit Sven Glückspilz in der Kneipe sitzt, zusammen mit dem Stuhl auf den Tisch gestellt wird und dann feststellt, dass die Kneipe wohl jetzt schließt.

Ich habe Sitzfleisch, merke aber schon, wenn keiner mehr da ist, mit dem ich mich unterhalten kann.

38. Wenn du dich selbstständig machen würdest, mit welcher Tätigkeit?

Bin ich ja schon, mit Tinten und dem Vertrieb von selbstreinigenden Toiletten.

39. Willst du immer gewinnen?

Ja! Das ist doch meistens der Sinn von Spielen oder öffentlichen Ausschreibungen, oder?

Obwohl ich neulich ein lustiges Experiment mit der Familie beim Malefiz spielen gemacht habe. Ich habe mit meinem Papa eine Gemeinschaft geschlossen und wir haben uns nicht gegenseitig rausgeschmissen oder Barrikaden vor die Nase gesetzt, sondern zusammen daran gearbeitet, das Spiel zu gewinnen. Der Vorsprung vor den anderen wuchs so lange, bis die Gemeinschaft zerfiel. Alles nach offizieller Spielregel erlaubt, auch wenn nur einer von beiden danach hätte „gewinnen“ können. Und Spaß hat es auch gemacht.

40. Gehst du in die Kirche?

Ich gehe in Kirchen, um sie aus kunsthistorischer Sicht zu besuchen oder auch ein Konzert zu hören, wobei ich mich der Besonderheit dieser Orte dabei nicht entziehen kann.

Die Lust an Kirche als Institution ist mir trotz vorher aktiver Beteiligung mit 17/18 Jahren völlig verdorben worden.

41. Trennst du deinen Müll?

Ja, sicher. Gelber Müll, Restmüll, Biomüll, Papier und Glas.

Bei Glas sehe ich es ein, das ist prima recyclingfähig.

Bei Papier fängt es an komisch zu werden, weil das in den normalen Müllverbrennungsanlagen fehlt, um auf ordentlich Temperatur zu kommen, weshalb die dann mit zusätzlichem Gas stärker nachgeheitzt werden müssen.

Beim gelben Müll kräuseln sich mir dann die Nackenhaare (siehe 32.), weil viele Kunststoffe nicht so einfach recycled werden können. Sicher ginge das, aber der Rohstoff für neues Material ist noch viel zu billig, als dass da ein Interesse bestände. Also kommt das Plastik aus dem gelben Müll zu 83% wieder zum Restmüll und wird thermisch recycled, also verbrannt, um Gas zu sparen (siehe Papier).

Und in einigen Gemeinden soll man den Biomüll auch nicht mehr kompostieren, weil das Nitrat, das aus dem Kompost kommt, das Grundwasser belaste. Aber da sehe ich auch einen Sinn in der Biotonne, weil man daraus, wie hier in Witten, Biogas machen kann.

Sinnvoller ist wohl dann doch die Müllvermeidung

42. Warst du gut in der Schule?

Wo drin? Also Schule ist schon klar, aber in welcher Disziplin?

Käsekästchen – Check
Idiotenskat – Check
Autorennen – Check
In-der-5-Minutenpause-aus-der-dritten-Etage-herunterlaufen-vom-Schulgelände-rennen-eine rauchen-und-zum-Klingeln-wieder-pünktlich-im-Klassenraum-sein – Check

Der Rest war Mittelmaß, aber mit 2,9 hatte ich im Abi immerhin eine 2 vor dem Komma.

43. Wie lange stehst du normalerweise unter der Dusche?

An manchen Tagen stehe ich stundenlang unter der Dusche, weil sich meine Produktion im Keller direkt unter dem Bad befindet.

Wenn ich dusche, dann dauert das meistens nur so 5 bis 10 Minuten.

44. Glaubst du, dass es außerirdisches Leben gibt? 

Mit Glauben hat das wenig zu tun, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es das geben. Leider nicht die Frage nach intelligentem Leben, denn dann hätte ich antworten können, dass ich daran eher glaube als an intelligentes Leben auf der Erde.

45. Um wie viel Uhr stehst du in der Regel auf?

Kurz nach 6, weil der Sohn in die Schule muss. Das bin ich so gewohnt, dass ich da meistens auch am Wochenende wach werde.

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Ich glaub’, das reicht für heute, auch wenn ich dann doch nicht zur oben schon erwähnten Frage 52 komme. Die ist zwar schon beantwortet, aber da müsst ihr euch noch ein bisschen gedulden.

Wer sich hier durch die 100 Fragen und Antworten liest: Hier geht’s weiter!

Fußball-Weltmeisterschaft – ach so, der Frauen

Die Fußball-WM der Frauen fängt heute an, die im übrigen bei den Männern nur Fußball-WM heißt, und laut WDR 5 Morgenecho kann man einige Spiele sogar im Ersten sehen. Boah, ehrlich, das ist ja wirklich erwähnenswert!

Stimmt, aber einige auch im ZDF, der Rest verschwindet im Livestream von ARD und ZDF im Netz. Warum, weil es nur die Frauen sind? Kann sich einer bei den Männern vorstellen, dass die Italiener oder Franzosen bei einer WM spielen und das Spiel nur im Netz läuft?

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Noch ein paar Schnipsel zur WM:

  • Google liefert, weil es ja gerade aktuell ist, zum Suchwort Fußball-Weltmeisterschaft zwar ganz oben die anstehenden Spiele der Frauen-WM und rechts auch den Artikel der Wikipedia zu selbiger, das erste echte Suchergebnis liefert aber den Wikipedia-Artikel zur Männer-WM
  • Es gibt einen Wikipedia-Artikel zur Fußball-Weltmeisterschaft und zur Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen. Ihr dürft jetzt mal raten, worum sich ersterer dreht – stimmt, nur um die Männer.
  • Aber das kann man Wikipedia eigentlich nicht vorwerfen, weil die offiziellen Name der Wettbewerbe der FIFA ja auch FIFA World Cup und  FIFA Women’s World Cup lauten, es gibt also wohl nur eine “echte” WM und der Artikel schließt sich dem Label der FIFA an.
  • Der Schutzpatron der Fußballspieler und -fans ist der Heilige Luigi, also auch hier nix mit Maria 2.0.
  • Bei der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2018 in Russland gab es ca. 17.000 Volunteers, 2019 in Frankreich bei den Frauen sind es nur 2500.
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Schade eigentlich, dass hier mal wieder die Chance nicht genutzt wird, in einem ganz alltäglichen Thema Emanzipation zu leben. Da hilft dann auch kein Boys-Day oder Girls-Day.

Aber vielleicht liegt es ja auch daran: “Der Erfolg des Fußballs beruht zum Ersten auf seiner Einfachheit.[…] und er ist für Neulinge und Zuschauer leicht verständlich oder gar selbstverständlich. ” (Wikipedia, Fußball). Also vielleicht doch nur was für Männer?

Bildquelle Titelbild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Trunc-icosa.jpg