Mal was anderes

Der Rhein bei Kaiserswerth

Ich bin ja schon letzten Mittwoch/Donnerstag gefragt worden, ob ich gerade Pause mache mit dem Blog. Nee, eigentlich nicht, aber dann doch.

Die Schulferien haben sich für den Sohn nach unserem gemeinsamen Urlaub nicht so entwickelt, wie er sich das vorher vorgestellt hatte. Und damit fokussierten sich dann seine kreative Ideen von Oma und Opa auf mich, was ich gerne angenommen habe, auch wenn es nicht richtig in die eigene Planung herein passte.

Aber so Papa-und-Sohn-Zeit ist sehr intensiv. Seine Gedankengänge sind nicht simpel und lassen sich auch nicht nebenbei abhandeln. Und damit bin ich nicht zum Schreiben gekommen.

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Unter anderem haben wir die Dachrinne und die Fallrohre repariert. Das stand einerseits an, andererseits konnten wir damit unsere Idee der Regensammlung für den Garten endlich mal umsetzen.

Das bisschen Wasser, das wir bisher zum Gießen gesammelt haben, reichte vorne und hinten nicht. Jetzt stehen da 1500 Liter Volumen zur Verfügung, die noch erweiterbar sind und die jetzt im Begriff sind, mit einer Pumpe und einem Bewässerungscomputer verbunden zu werden.

Letzteres ist wieder so ein Sohn-Projekt. Er liebt es, wenn Dinge automatisch funktionieren. Mir würde manchmal der Schlauch reichen, aber er hat schon recht, wenn er an den nächsten Sommer denkt und die sich selber gießenden Blumen während des Urlaubs.

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Noch so ein Projekt war das Parallelrechnen von zwei Arduino Nanos. Ich hab’ ja mal in der Schule Informatik gehabt (damals, Appel II und in der Oberstufe auf einem Commodore PC10) und kenne noch gut die Architektur von Programmen, aber bei der Programmierung ist der Sohn ganz geschmeidig auf der rechten Spur an mir vorbei gezogen.

Nur wenn’s um die Analyse von Problemen geht, ist Papa doch noch ganz gut.

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Ansonsten waren wir unter anderem in Kaiserswerth ein Eis essen, haben uns um die streikende Heizung gekümmert (an der auch die Warmwasserversorgung hängt, brrrr) und meine Sauerteige haben mich auch wieder lieb (nicht nur der Roggensauerteig, sondern auch das Sorgenkind Weizensauerteig).

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Und ein Kunde hatte Probleme mit seiner Toilettenanlage. Angeblich sei der Zahnriemen der Zugangstür einfach so gerissen. Zwar musste ich da nicht selber hin, aber doch ein bisschen was organisieren, zumal die Anlage gerade erst in Betrieb genommen worden war und der Kunde sich sehr verärgert darüber zeigte.

Der aus dem Urlaub gerufene und aus Italien angereiste Techniker stellte dann eindeutig Vandalismus als Grund fest. Weitere Schäden waren auch noch vorhanden, aber das war wohl dem Kunden nicht aufgefallen. Hier im Ruhrgebiet würde man sagen, mit Brille wäre das nicht passiert.

Gestern dann ein erneuter Anruf, diesmal funktioniert wohl (wieder) die Tür, das Waschbecken (keine Seife, kein Wasser und auch keine Trockenluft) und der Toilettenpapierspender nicht. Das sind drei völlig voneinander unabhängige Systeme. Offensichtlich kann da jemand die Anlage nicht leiden, denn sowas passiert nicht von alleine und auch nicht durch eine Fehlbedienung. Und bei den anderen gut 5000 in Betrieb stehenden Anlagen auch nicht.

Der Redakteur der örtlichen Presse schreibt mit Häme darüber, was sich aber so liest, als stammten seine Vorstellungen über moderne Sanitäranlagen noch aus den Zeiten der Grube hinter dem Haus. Aber vielleicht ist das auch nur, wie Fred Colon von der Stadtwache in Ankh-Morpork sagen würde, “Politik”.

Da muss ich jetzt doch mal hin.

Hab’ ich einen an der Waffel?

Teelöffel

Ausgelöst durch den Facebook Kommentar über mein Waffelrezept habe ich das Rezept gestern rausgeholt und Waffeln gebacken. Auch wenn das hier kein Food-Blog werden solll, konnte ich so den Sohn glücklich machen und gleichzeitig einen Blogbeitrag vorbereiten.

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Aber ein Warnhinweis vorweg:

Dieses Rezept enthält einen Haufen Eier, viel Zucker und den halben Butterberg der EU.

Wer trotzdem weiterlesen mag, sei herzlich willkommen im Club der Faltenglätter, alle anderen sollten hier aufhören und morgen wieder reinschauen. Ich bin da etwas Sekt oder Selters, Diätvarianten sind nicht mein Ding. Wenn, dann richtig, oder ich lasse es lieber gleich sein. Wem aus medizinischen Gründen bestimmte Inhaltsstoffe verboten sind, darf aber gerne variieren.

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Ich glaub’, ich hab’ das Rezept in den letzten Jahren mindestens 10 mal umgerechnet, bis ich dann zu folgender Faustformel gekommen bin:

Eier kann man nicht teilen, daher das Rezept für ein Ei und die dazugehörigen Mengen. Das reicht für gut eine Person. Entweder man isst ein paar mehr, oder hat noch ein paar kalte für den nächsten Tag. Kalt sind die übrigens auch sehr lecker.

Also:

1 Ei
50 g Butter
40 g Zucker
75 g Mehl
50 g Milch
1 Prise Salz (so ein paar Krümel zwischen den Fingern)
1/2 Päckchen (4 g) Vanillezucker
1/4 Teelöffel (1,2 g) Backpulver

Alle Teelöffel sind  sehr unterschiedlich (siehe oben). Wenn der Teig beim Backen nicht fluffelig wird, war es zu wenig. Wenn’s nach Backpulver schmeckt (mit so komisch schieren Zähnen) dann war es zu viel. Oder eben mit einer genauen Waage wiegen. Tama (meine leider verstorbene Großtante) hat in alles ein Schüsschen Rum mit rein getan, wenn sie Backpulver verwendet hat. 

Die Milch wiege ich immer ab, ist einfacher und auch weil die üblichen Messbecher meist nicht sehr genau sind. Aber selbst das ist nicht tragisch, dann wird der Teig nur etwas flüssiger oder fester.

Eigentlich soll man ja die Zutaten alle  auf Zimmertemperatur bringen und dann ein Ei nach dem andere dazu tun, ich kloppe einfach alles in die Schüssel und rühre mit dem Mixer. So gerinnt der Teig zwar manchmal, ich rühre dann aber einfach weiter bis er sich wieder verbindet, das funktioniert hierbei immer (anders als bei Mayonnaise).

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Beim “Schüsschen” Rum fällt mir gerade wieder auf, wie der Düsseldorf alles ins Diminutiv setzt. Da kommt kein Schuss rein, sondern eben ein Schüsschen.

Man isst auch ein “Äppelken” und keinen Apfel, ein Stückchen Kuchen und kein Stück und trinkt kein Bier, sondern ein Bierchen. Wobei ein Altbierbecher im Vergleich zu einer Maß auch nur ein Bierchen ist. Aber auch, wenn man am Abend 10 oder mehr Bier hatte, war man nur “ein Bierchen trinken”. Und es gibt auch nur Schnäpschen.

Auf das viel zitierte und dem Düsseldorfer zugeschriebene Pelzmäntelchen von der Kö gehe ich hier nicht ein.

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Und dann gibt es noch die Variante als Schokowaffeln mit gutem Kakao. Das lösliche Zeug (Kaba, Nesquick oder ähnliches) taugt da nix, da ist zu viel Zucker und zu wenig Kakao drin. Also schwach entöltes Kakaopulver zum Backen z.B. von Bensdorp nehmen. Die Menge ist wieder für eine Person:

1 Ei
50 g Butter
45 g Zucker
75 g Mehl
110 g Milch
1 Prise Salz (so ein paar Krümel zwischen den Fingern)
1/2 Päckchen (4 g) Vanillezucker
1/4 Teelöffel (1,2 g) Backpulver
30 g Kakaopulver

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Als die Teige fertig waren, habe ich herzhaft in den Schrank gegriffen und das Waffeleisen war nicht da. So einen an der Waffel habe ich jetzt aber nicht, dass ich nicht mehr weiß, wo das Waffeleisen ist. Denn schließlich steht der Sohn auf Waffeln und die werden auch mal außer der Reihe gebacken. Wo es hin sein könnte, konnte der Sohn bestätigen. 

Soll es da bleiben und glücklich werden. Wir haben uns dann noch schnell ein neues gekauft.

Mal wieder backen

Butter Blatz hefe und mehr

Irgendwie ist in den letzten Wochen, auch schon vor dem Urlaub, das Brotbacken etwas unter die Räder gekommen.

Das Elend fing damit an, dass ich den Sauerteig im Kühlschrank habe verhungern lassen. Bis dahin war alles gut und unproblematisch, aber der “neue” wollte erst nicht, der nächste wollte, hielt sich aber nicht, dann kam das (bei mir) übliche Vorurlaubschaos und jetzt mussten wir Brot kaufen.

Der Sohn hatte von Omma Aprikosenmarmelade bekommen, weil er im Urlaub auf den Geschmack von Aprikosen gekommen ist. Ein Stück Stuten von Hinkel gab es dazu und danach sollte es auch Stuten sein.

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Vor vielen Jahren hatte ich aus einem Backbuch der Kindsmutter einen Bergischen Blatz gebacken, der mir noch heute in Erinnerung ist. Der war so traumhaft locker und von einem sagenhaften Geschmack, sagt die Erinnerung.

Zugegebenermaßen bin ich zu stolz, um nochmal nach dem Buch zu fragen, wobei auch offen ist, ob es das Buch noch gibt oder es dann gefunden werden will. Ich mag da also einfach nicht fragen.

Damit ging es dann an die Suche nach einem Rezept. Meine übliche Quelle schied etwas aus, weil die Auswahl an süßen Broten da eher eingeschränkt ist. Aber dann wurde ich schon beim zweiten Klick fündig. Alles entsprach meiner Brotphilosophie, sowohl die Zutaten als auch die Verarbeitung und die Details in den Rezepten von Stefanie. Sie arbeitet in ihrem Blog übrigens ganz ohne Werbung, Produktreviews oder ähnliche Geldeinnahmequellen, das gefällt mir auch.

(Der erste Klick war ein Rezept vom WDR, bei dem in einem Schritt gefordert war, ein Blech auf eine Kuchenrost zu setzten und das dann gehen zu lassen. Also jetzt nicht den Teig, sonder schon das Blech.)

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Und dann glaube ich bei Stefanie noch was gelernt zu haben, was jetzt auch nicht so verwunderlich ist, weil ich mich auch nur als begeisterten Laien bezeichnen würde.

Beim ersten Ansetzen meines Sauerteigs im Herbst hatte ich Vollkornmehl genommen, für den zweiten und dritten dann normales Weizenmehl, weil mir nicht klar war warum auch nicht und es gerade da war.

Bei Stefanie las ich dann jetzt, dass die Milchsäurebakterien, die für das Aufgehen des Teiges verantwortlich sind, und die man sich da hochpeppelt, gerade auf der Schale des Korns sitzen.  Kein Vollkornmehl, keine Schalen, keine Bakterien, kein ordentlicher Sauerteig.

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Das Rezept ist der Butter Blatz, den ich gestern noch gebacken habe, nach 1 1/2 Tagen Teigbereitung. Lecker ist er geworden und bekam vom Sohn heute Morgen das Prädikat “Gut”. Na dann, Daumen hoch.

Butter Blatz

Die mehr oder weniger 1000 Fragen (7)

Samstag waren wir in Arcen, da gab es im Schloss eine Ausstellung mit mechanischen Muskinstrumenten. Die Ausstellung war etwas mager aber der Park ist toll. Wer so Parks mag, sollte da ruhig mal hin, auch wenn 17,50 pro Person nicht gerade günstig ist.

Das Schwert habe ich mal vorsichtshalber stecken lassen, weil ich die Frage “Ist das Kunst oder kann das weg?” mit Kunst beantwortet habe. Vermutlich wäre ich nicht König von England geworden sondern bei den Umständen von Frage 81 gelandet.

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Es ist mal wieder Zeit für ein paar Antworten, finde ich.

Und wie immer, hier ging’s los und hier gibt’s auch mehr Infos zu den Fragen.

81. Was würdest du tun, wenn du fünf Jahre im Gefängnis sitzen müsstest?

Na vermutlich 5 Jahre im Gefängnis sitzen und vielleicht wegen guter Führung früher entlassen werden. Sinnvoll wäre auch vorher nochmal den Kühlschrank und den Frost auszuräumen. Nachsendeantrag? Weiß nicht, ob es das für so lange gibt. Abo’s hätte ich jetzt keine die ich kündigen müsste, wobei ich auch nicht weiß, ob man im Knast spotify hören kann.

82. Was hat dich früher froh gemacht?

Früher ist für einen 50-jährigen ja dehnbar. In meiner Kindheit Schlittenfahren, Fahrradfahren, Planschbecken, Meer, Angeln, Feiertage. Vieles davon gilt auch noch heute.

83. In welchem Outfit gefällst du dir sehr?

Jeans, T-Shirt, Anhänger, Ohrring, wenn’s kälter wird noch ein Hoodie und ‘ne Jacke.

84. Was liegt auf deinem Nachttisch?

Hab‘ ich keinen, sähe bei einem Hochbett auch komisch aus. Im Hochbett liegt das Handy, Bruno, Philip. Das war’s.

85. Wie geduldig bist du?

Oha, unterschiedlich. Ich habe auch schon gehört, ich wäre zu geduldig. Ich würde mir an manchen Stellen aber wünschen, noch geduldiger und überlegter zu handeln.

86. Wer ist dein gefallener Held?

Michael Gorbatschow und Hans Modrow.

87. Gibt es Fotos auf deinem Mobiltelefon, mit denen du erpressbar wärst?

Nein. In der Regel stehe ich zu dem, was ich tue und somit auch zu den Fotos auf meinem Telefon, womit ich dann auch nicht erpressbar bin.

88. Welcher deiner Freunde kennt dich am längsten?

Klaus, ich glaub‘, seit ich 3 oder 4 war.

89. Meditierst du gern?

Zählt meditative Kauen auch dazu? Oder torfen?
Auch hier hilft wieder der Duden:

– nachsinnen, nachdenken; Betrachtungen anstellen
Ja, gerne und viel.

– Meditation üben
Eher selten.

 90. Wie baust du dich nach einem schlechten Tag wieder auf?

Da habe ich jetzt kein Ritual oder so. Abhaken den Tag, überlegen, woran es gelegen hat und den nächsten Tag in Angriff nehmen.

Bootsbau

Oben als Header ist der Plan eines Bootes, das ist die Alder 18, ein 18 Fuß Holzboot. Und wenn sich bisher jemand gefragt haben sollte “Warum der Plan eines Bootes?”, dann kommt hier die Auflösung: Ich baue das Boot zur Zeit.

Also gut, zur Zeit ist dehnbar. So ein Boot ist nichts, was man an einem Wochenende baut. Angefangen habe ich damit in Frühjahr letzten Jahres, zum Bootsbau als Hobby bin ich aber schon gut ein Jahr früher gekommen, als ich ein kleines Boot für mich und den Sohn gebaut habe.

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Ich hab’ ja schon immer was für Boote übrig gehabt. Kaufen kam irgendwie nie in Frage, Ahnung hatte ich eigentlich auch keine, und so ein Plastikboot sollte es auch nicht sein.

Die Idee wurde dann ziemlich konkret, als ich das Boote-Forum entdeckt habe, das ein eigenes Unterforum für Selbstbauer hat. Und die Leute, die sich in diesem Unterforum tummeln sind einfach klasse und auch sehr hilfsbereit. Es gibt da wenig von dem forenüblichen Genörgele und der Besserwisserei.

Und so habe ich 2017 mit viel Anregungen aus dem Forum in ca. vier Monaten ein kleines 3 m langes Boot nach der sogenannten Stich-‘n-Glue-Methode gebaut.

Die Tatihou III
Die Tatihou III

Im Grunde näht man dabei Sperrholz mit Draht oder Kabelbindern zusammen, verklebt die Stoßstellen mit Epoxid und schon ist das Boot fast fertig.

Während des Baues war schon klar, dass ich noch ein Boot bauen würde und wieder kam viel Anregung und Hilfe aus dem Forum.

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Natürlich ist der Sinn des Bootbaues, dass man nachher ein Boot hat. Wenn man aber nur ein Boot haben will und der Bau das notwendige Übel dazu ist, dann sollte man sich doch lieber eins kaufen. Aber mir hat gerade der Bau so unheimlich viel Spaß gemacht.

Was für mich mit zu dem Spaß dazu gehörte, das war die Dokumentation mit vielen Fotos im Forum. Natürlich kostet das auch Zeit, aber zum einen ist es etwas, das ich der Gemeinschaft dort schuldig zu sein glaubte, zum anderen aber auch der Stolz zu zeigen, was ich geschafft hatte.

Und eigentlich war das auch schon ein bisschen ein Blog.

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Leider sind die Selbstbauer aber nur ein Unterforum und in den anderen Bereichen tummeln sich schon zum Teil komische Menschen. Gestern wurde Greta Thunberg dort als “die irre Greta” bezeichnet. Das wurde zwar gemeldet, dann aber von den Moderatoren als nicht bearbeitungswürdig eingestuft, da es nur Ironie sei. Im Gegenzug wurde aber nachträglich die Retoure eines Kollegen mit gleicher Wortwahl aber umgemünzt auf den Hasskommentar-Schreiber mit Löschung und Sperre geahndet.

Das war die Spitze des Eisbergs (wie passend in einem Forum für Boote) und solange solche Hasskommentare durch die Betreiber des Forums nicht geahndet werden, werde ich dieses Forum nicht weiter mit klickfördernden Inhalten füttern und indirekt damit auch die Verbreitung anderer rechtslastiger Beiträge nicht weiter unterstützen. Solchen Kommentaren die Stirn bieten werde ich aber weiterhin, zumindest solange, bis ich dann auch gesperrt bin.

Von daher gibt es hier ab heute eine neue Kategorie, den Bootsbau.

Nochmal zurück (2) – Sonntag

Dass das jetzt schon fast eine Woche her ist, kaum zu glauben. Christian hatte in einem Blogbeitrag neulich seinen Tweet geteilt:

wenn man nach 10 minuten wieder zu hause merkt, dass man hier irgendwie nicht hingehört, spricht das zwar für die wahl des urlaubsziels, andererseits tun sich da auch ein, zwei probleme auf.

Ich kann Ihn ja so gut verstehen und denke auch schon seit Jahren darüber nach, wie ich das Geldverdienen Richtung Nord Cotentin verschieben kann. Lotto hat bisher nicht geklappt, andere Ideen sind willkommen.

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Die Nacht neben dem Leuchtturm war dann doch durch das regelmäßige Blinken geprägt, auch wenn ich vorher gesagt hatte, dass wegen der Höhe von 75 m derartiges nicht zu erwarten sei. Ein bisschen Nachdenken hätte da geholfen. Wie soll man das Licht eines Leuchtturms sehen, wenn es nicht auch zu einem herunter strahlt?

Aber schlimm war es nicht.

Ein von der Erosion geformter Felsbrocken am Strand von Gatteville
Ein von der Erosion geformter Felsbrocken am Strand von Gatteville

Morgens gab es wieder ein breites Frühstück mit der Schwester in der Sonne bei steigender Flut und zunehmendem Wind.

Der Sohn wollte dann auch nochmal auf den Turm.

Postkartenwetter
Postkartenwetter

Da dieser im  19. Jahrhundert gebaut wurde, gibt es da natürlich keinen Aufzug, aber der Aufstieg selber wird mit immer neuen Perspektiven aus den kleinen Fensternischen belohnt. Und mit ein bisschen Kardio-Training und Muskelkater in den Waden.

Interessanterweise gibt es in Frankreich auch noch auf dem letzten Dorf diese automatischen Defibrillatoren. Sinn machen die immer, hier aber ganz besonders.

Der Ausblick ist berauschend.

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Nachmittags sind wir nochmal nach St. Vaast, einmal um den Hafen, ein bisschen Kirmes und später noch das Feuerwerk sehen.

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Zum Abschied am Montag noch der letzte Blick auf La Hougue.

Den Rest hab’ ich ja schon erzählt.

Nochmal zurück – Freitag / Samstag

Gatteville

Der Freitag war ja Pack- und Putztag. Für mich, aufgrund eines tragischen Ereignisses bei unseren Vermietern, einer der schlimmsten Tage die ich in einem Urlaub je erlebt habe. Ich war den ganze Tag wie paralysiert und so gestaltete sich das Packen dann auch wieder chaotischer als gedacht.

Eigentlich ist das Einpacken im Urlaub ja viel leichter, weil ja klar ist, dass alles einfach wieder zurück muss. Aber da ich mit meinen Gedanken einfach ganz wo anders war, entstand dann doch wieder nur Kuddelmuddel. Trotzdem passte alles besser als gedacht in die Kisten, so dass noch Platz für die Geburtstagsblume und auch für die Einkäufe der Schwester für zu Hause war. Deren Auto ist einfach kleiner, und da habe wir das doch gerne gemacht.

Wichtig beim Packen war ja, dass ich die Kisten auch so ins Auto bekomme, dass wir es noch die zwei folgenden Tage prima als Camper benutzen konnten. Mit ein bisschen Tetris und einer Kiste auf dem Beifahrersitz sah das zum Schlafen dann so aus:

Kistenstapel zum Schlafen

Klar, dass das beim Fahren an Ladungssicherung nicht reicht.

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Samstag ging es dann auf den dritten Trödel, diesmal in Quettehou, der mir eine neue (gebrauchte) gusseiserne Grillpfanne bescherte. Um ein bisschen flexibler zu sein, haben wir danach den Trailer abgestellt und uns in Barfleur an den Hafen gesetzt.

Der Hafen von Barfleur, der bei Ebbe ganz leer läuft
Der Hafen von Barfleur, der bei Ebbe ganz leer läuft

 

Eglise St. Nicolas
Église St. Nicolas

 

Die Plakette fehlte noch als Bild
Die Plakette fehlte noch als Bild

Irgendwie kommen die Touristen an der Westküste so bis Carteret, schlabbern dann den nördlichen Teil des Cotentin und werden erst wieder in St. Vaast la Hougue augenscheinlich. Barfleur mit seinem wunderschönen Hafen bleibt dabei noch links liegen.

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Was in diesem Urlaub noch fehlte, das war ein Blick auf den Strand von Néville sur Mer. Die hier noch vorhandene Bunkeranlage stand bis in die 2000er Jahre noch relativ gut erhalten da, bis ein Sturm die Ecke etwas abrasiert hat. Seit dem fallen die Betonklötze auseinander und bilden eine fast surrealistische Kulisse. Assoziationen an Endzeitfilme komme da bei mir auf.

Néville sur Mer Néville sur Mer Néville sur Mer Néville sur Mer

Hier ist ein Blick ins Hinterland dann auch wieder eine Foto wert.

Néville sur Mer

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Zum Abend haben wir dann wie geplant unser Lager in Gatteville aufgeschlagen und wurden wieder mit einem traumhaften Abendhimmel belohnt. Die Sonne verschwand zwar in den Wolken, aber die Farben waren unbeschreiblich.

Gatteville Gatteville Gatteville Gatteville

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Kulinarisch war die Benutzung des Räucherofens als Backofen dann noch ein Quantensprung. Ein Livehack? Vielleicht.

Rillette de Canard auf  Baguette
Rillette de Canard auf Baguette

Service de dépannage

Hatte ich nicht am Montag geschrieben, wir kämen Dienstag an und ich würde dann ab Mittwoch die letzten Tage mal aufarbeiten? Ich sollte mit Versprechen vorsichtiger sein. Obwohl ich mich ja jetzt rausreden könnte und behaupten, dass Donnerstag auch “ab Mittwoch” ist.

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Wir sind am Montag ziemlich genau 187 km weit gekommen, dann streikte der Motor und wir standen auf der “Aire du Moulin” an der A13. Den Autoclub informiert, gewartet, ein Abschlepper fuhr zügig durch den Parkplatz, weiter gewartet, der Autoclub meldete sich und ließ sich nochmal den Standort bestätigen, weiter gewartet und gegen 18:30 kam der Abschlepper. Da hatten natürlich alle Werkstätten schon zu.

Meine Vermutung war eine gelockerte Einspritzdüse, das hatte ich schon mal und äußerte sich ähnlich. Mit lockeren Schrauben habe ich persönliche Erfahrung. Aber der Fahrer war kein Mechaniker und so landeten wir mit Boot auf dem Ablepphof und dann davor, weil ich doch lieber am Morgen dabei sein wollte, wenn es in die Werkstatt und zur Diagnose ging. Also noch eine Nacht in Camper Van. So ab 9 Uhr sollte es weiter gehen, hatte der Fahrer gesagt.

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Um 9 Uhr waren wir bereit, um 10 Uhr habe ich den Autoclub angerufen, ja das Auto solle gleich weitergeschleppt werden. Um 12 Uhr kam die Mittagspause, um 14 Uhr wieder angerufen, ja sie hätten vor 12 Minuten auch nochmal nachgefragt, weil das Auto in den frühen Morgenstunden schon zur Werkstatt gesollt hätte. 16 Uhr erneute Nachfrage, der Abschlepper sei unterwegs und um 17 Uhr war er schon da.

Wohl eine neue Rekordzeit für die 50 m vom Abschlepphof bis zu unserem Standort. Es war wieder der Fahrer vom Vortag. Er meinte, ob man uns vergessen hätte.

17:30 bei der Werkstatt, ich meine laienhafte Diagnose genannt, die geguckt, Einspritzung kaputt, das würde heute aber nichts mehr. Aber sie wollten es mir auch nochmal zeigen, haben die Abdeckung abgenommen, der Meister hat auch noch einen Blick geworfen, Anlassversuch, die Düse sei ja völlig locker. Düse angezogen, Motor lief.

Um 18 Uhr und somit 26 Stunden später und nur um 60 Euro und ein paar Nerven ärmer konnten wir die Fahrt fortsetzen.

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Jetzt könnte ich auch eine Schimpftirade loslassen. Aber sind wir nicht angekommen und ist uns nicht geholfen worden? Doch ist es. Vielleicht sollte man seine Erwartungen ab und zu etwas herunterschrauben.

Aber ab morgen versuche ich es dann nochmal mit dem Tagen vor der Fahrt.

Rückfahrt

Irgendwie muss ich das mit dem Bloggen im Camper Van nochmal anders organisieren, so wie das mit dem Kaffeekochen bei seniler Bettflucht. Klar könnte ich jetzt ums Auto rennen alle Türen auf und zuschlagen, aber das wäre jetzt auch nicht nett und der Sohn würde mir wohl die Freundschaft kündigen.

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Trotzdem hat sich die Idee, die ich mit dem Umbau im Kopf hatte, als Erfolg herausgestellt. Natürlich hakt es an der ein oder anderen Stelle, aber eben nichts, was mich oder den Sohn so wirklich stören würde. Und vieles ist noch besser als gedacht. Ja es gibt auch noch Verbesserungbedarf. Aber das wird schon.

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Wenn ich jetzt hier etwas einsilbig bin, dann deshalb, weil Bloggen auf dem  Smarten  Phone eine Zumutung ist. Von daher: Wir fahren gleich nach Hause, Dienstag kommen wir wieder an, und ab Mittwoch  gibt’s dann die Aufbereitung der letzten Tage, versprochen.

Fini les vacances – presque

Heute heißt es wieder packen und das Haus putzen. Ende des Urlaubs? Naja, fast, weil wir erst am Montag fahren und solange noch im Camper Van schlafen. Ein Abschied auf Raten.

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Vorgestern waren wir auf Tatihou, der von Vauban befestigten Insel, die zusammen mit La Hougue zum Weltkulturerbe zählt. Die Insel fällt bei Ebbe trocken und kann zu Fuß erreicht werden, bei Flut ist es eben eine Insel.

Tatihou noch mit Wasser drum herum ...
Tatihou noch mit Wasser drum herum …

... und bei Ebbe
… und bei Ebbe

Als Kinder haben wir mit meinen Eltern im Sommer meist einen Tag auf Tatihou verbracht. Damals hat noch keiner an ein Weltkulturerbe gedacht und wir sind morgens bei Ebbe rüber, waren den ganzen Tag allein auf der Insel und sind dann erst abends wieder zurück. Das hatte für uns was von Robinson Crusoe und der Schatzinsel in einem. Heute fährt ein Boot bei Ebbe wie Flut herüber.

Die Tatihou II
Die Tatihou II

Aber wir haben den Fußweg gewählt, sind einmal um die Insel rum und wieder zurück. Hier noch ein paar fotografische Eindrücke:

Der Turm von Tatihou ...
Der Turm von Tatihou …

... und der von La Hougue in der Entfernung
… und der von La Hougue in der Ferne.

Zwei Arbeiter in der Austernzucht bei Ihrer tarifvertraglich vereinbarten Pause
Zwei Arbeiter in der Austernzucht bei Ihrer tarifvertraglich vereinbarten Pause

Les Huitres de St.Vaast
Les Huitres de St.Vaast

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Gestern war dann noch Würmerbaden angesagt. Und es blieb auch dabei. Trotzdem schön, einfach so auf dem Wasser zu dümpeln.

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Mit zum Urlaubsvergnügen zählt das Autowaschen. Einmal im Jahr die große Wäsche von außen. Erst mit dem Hochdruckreiniger, Schaum und Bürste von Hand und dann nochmal durch den Automaten. Da strahlt das Auto wieder:

Das Auto ist weiß!!!
Das Auto ist weiß!!!

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Morgen dann raus aus dem Haus. Für die Nacht auf Sonntag hat sich der Sohn den Leuchtturm von Gatteville als Schlafplatz ausgesucht. Und weil es der höchste Leuchtturm Frankreichs ist, scheint er uns auch nicht in die Fenster.