06-09-19 – The day after

Die Geburtstagsblume

Das war ja gestern Abend noch eine Leserei auf der Seite. Ich muss ja gestehen, dass ich doch noch bei Analytics reinschaue. Und heute ging’s dann lustig weiter.

Aber es macht auch eben Spaß, mal bei den anderen zu lesen, was die so machen, wie die schreiben und wie deren Blogs so aussehen. Was mir dabei mal wieder aufgefallen ist: Wie schwer es mir fällt, Bleiwüsten ohne Absätze und Großbuchstaben zu lesen, die dann im besten Fall noch in einer mikroskopisch kleinen Schrift geschrieben sind. „06-09-19 – The day after“ weiterlesen

05-09-19 – #WMDEDGT *

WmDedgT

* WMDEDGT – “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag”. Eine Initiative von Frau Brüllen zur Steigerung der Kultur des Tagebuchbloggens, oder auch nicht ihre Initiative, sondern etwas, das sich etwas verselbstständigt hat. Was soll ich das lange erklären, lest selber: https://bruellen.blogspot.com/

***

Der Wecker heute morgen hat mich gleich wach gemacht, ich habe trotzdem Snooze gedrückt, was auch  gut war. Ich habe mal gelesen, dass es das gefährlichste ist, was man am Tag machen kann, den Wecker auszuschalten. Die letzten Tage ist mir das Aufstehen auch schon schwer gefallen, heute das gleiche. Also bin ich noch ein bisschen liegen geblieben … und wieder eingeschlafen. „05-09-19 – #WMDEDGT *“ weiterlesen

Ausbildungsreport 2019 des DGB

Digitalpakt

War heute erst der zweite Schultag des neuen Schuljahres in NRW? Mir kommt es so vor, als wären es schon wieder Monate, also zumindest, was die Schule des Sohns angeht.

Ich will ja nicht schon wieder hier rumstänkern, aber lustig ist das nur zum Teil. Der DGB bemängelt, dass in der Ausbildung nur 54% der befragten Auszubildenden ausreichend auf die Digitalisierung vorbereitet werden, obwohl 80% angeben, dass diese wichtig oder sehr wichtig sei. „Ausbildungsreport 2019 des DGB“ weiterlesen

Das überlaufende Glas, der Sohn und ich

Überlaufendes Glas mit Wasser

Christian hat gestern ein Thema aufgegriffen, das Maximilian schon mit eine Link zu einem Artikel in der Kölnischen Rundschau angerissen hatte.

Eigentlich wollte ich heute was anderes schreiben (über Tag (-6) und den Urlaub), aber das kratzt jetzt doch an einer bei mir ganz wunden Stelle. Damit ist das  kein ausgewogener Artikel, sondern nur meine Meinung zu dem Thema und meine eigene Handlungsweise. 

***

Ja, ich habe auch mal Lehramt studiert, Physik und Chemietechnik, und nein, ich bin nicht Lehrer geworden. Christian schrieb so schön:

Aber beides – sowohl die Verlagerung von Lernzeit an die Eltern als auch die Verlagerung von Erziehungsaufgaben an die Schule – ist erstmal einfach nur eine Veränderung. 
(Und eigentlich auch eine logische: Es gibt halt morgens nur eine bestimmte Zahl von Stunden in der Schule und wenn da die Aufgaben mehr werden, dann fliegt halt vom bisherigen Inhalt raus. Man kann ja auch volle Wassergläser nicht weiter füllen, ohne dass was raus fließt.)

Das, was dabei heraus kommt, also bei der Verlagerung von Lernzeit an die Eltern, kann man Selektion nennen. Denn die einen Schüler kommen mit den wenigen Stunden klar, andere bekommen Hilfe zuhause und der Rest kippt eben über die Kante. Für die Meinung habe ich schon im Studium ein ganzes Seminar gegen mich aufgebracht. Und die Problematik ist es, deretwegen ich dann nicht Lehrer geworden bin.

***

Der Sohn hat ja beim Thema Fein- und Graphomotorik einen Sonderpädagogischen Förderbedarf, nach überlebter Hirnhautentzündung im Alter von ein paar Monaten. Ich will jetzt nicht auch noch das Thema Inklusion hier mit reinholen, aber das ist schon wichtig zu wissen. Auch wichtig ist, was seine Motopädin gesagt hat: Sein bester Verbündeter ist die Zeit.

Aber ganz komme ich an dem Thema Inklusion doch nicht vorbei, weil bei Ihm das Glas nicht kleiner ist und das Wasser auch nicht. Aber er braucht eben zum Schreiben viel mehr Zeit, gerade von Hand, und es ist eine zusätzliche Aufgabe für Ihn. Die Diskussion zum Schreiben mit dem Laptop habe ich schon n-Mal geführt, zuletzt mit dem Ergebnis, dass jetzt aber erwartet wird, dass er mit dem Laptop so schnell schreibt, wie ein nicht motorisch eingeschränkter Mensch im 10 Finger System. Auch nicht viel besser, aber wenigstens kann man jetzt einfacher lesen, was er schreibt.

***

Aber zurück:  Das Wasser, das nicht am Vormittag in das Glas gepasst hatte, wurde ihm bis zum Anfang der vierten Klasse am Nachmittag eingetrichtert, stundenlang und fast bis zur Überforderung. Das war der Punkt, an dem ich mich aus meiner Rolle herausbewegt habe, die Anke Willers in dem Artikel auch kritisiert:

Die Folge: Um den Kindern zu helfen, reduzieren viele Mütter ihre Jobs, arbeiten über lange Jahre Teilzeit. Letztendlich trägt die Schulkultur so dazu bei, dass wir unsere eigenen beruflichen Ziele nicht so richtig verfolgen können – und sie zementiert traditionelle Rollenbilder.

Ich habe meinen Job reduziert, mit der Klassenlehrerin geredet und dem Sohn Nachmittags den Druck genommen und ihm mehr Zeit gegeben. Wir zwei haben das damals “Die neue Entspanntheit” genannt. Ich habe ihn von der Schule abgeholt, wir haben viel geredet, auch ein bisschen was gemacht, aber in Maßen, die für ihn vertretbar waren. Ich habe das Pensum einfach reduziert.

Zugegeben, ich habe auf seine Fähigkeiten spekuliert und eben auf die Zeit. Das tolle bei Ihm ist, das er damit eine ganz andere Kultur des Lernens entwickelt hat. Nicht durch das für ihn sehr hemmende und damit sinnlose Abschreiben von etwas lernt er, oder durch das x-fache Wiederholen von Aufgaben ähnlicher Richtung, sondern ganz anders. Er saugt den Stoff im Unterricht einfach auf, speichert ihn ab. Fragt mich jetzt aber nicht, wie er das macht, ich kann es nicht erklären.

***

Jetzt, fast 5 Jahre später und ohne Sitzenbleiben oder einen frühzeitigen Burnout, zeigen sich die Früchte, dass ich Ihm auf diesem Weg den Rücken gestärkt und auch freigehalten habe. Der Zeugnisdurchschnitt von knapp 2,2 ist einer der besten in der Klasse und ich bin unendlich Stolz auf Ihn. Und ein bisschen Stolz auch auf mich.

***

Um an den Anfang zurück zu kommen: Wäre es nicht toll, wenn Schule wieder Individualität zulassen würde, natürlich mit der entsprechenden “Ausstattung” an Lehrerinnen und Lehrern, und zwar nicht nach dem Motto “Jeder kann mit seiner Geschwindigkeit das Thema bearbeiten, hauptsache am Ende des Schuljahrs/Halbjahrs/der Woche/des Tages muss es fertig sein”?

Und wäre es nicht auch toll, wenn man die “eigenen beruflichen Ziele” in dieser Gesellschaft nicht über die Erziehung unserer Kinder stellen würde und zum Teil auch müsste? Ich persönlich fühle mich für die Entwicklung meines Sohnes verantwortlich und sehe das auch als wichtiger an, als das Erreichen beruflicher Ziele. Sonst hätte ich auch kein Kind haben wollen.

We don’t need no thought control

Wolken

Heute nur ganz kurz, weil der Tag mit Vorbereitungen für’s lange Wochenende drauf geht. Aber das hier grummelt mir schon seit Tagen im Hirn herum und ich muss es mal los werden.

Ja ich weiß, meine Schulzeit ist schon ein bisschen länger her und das waren noch andere Zeiten. Und wie Karl Valentin schon sagte: Früher war auch die Zukunft besser.

Aber seit der Sohn auf die weiterführende Schule geht, machen die 10er zum Abgang jedes Jahr das selbe. Immer Mottowoche mit verkleiden und am letzten Tag immer die fast gleichen Scherze.

Sind wir schon wieder so weit zurück bei dem, was Pink Floyd 1979 angeprangert hat?

***

So, jetzt mache ich weiter, morgen geht’s nach Utrecht ins Museum Speelklok und dann mit dem Campervan vielleicht noch weiter ans Ijsselmeer. Wir lassen uns ein bisschen treiben. Daher auch der nächste Blogbeitrag wahrscheinlich erst Sonntag.

Erster

Jetzt habe ich also viele  Stunden damit verbracht diesen Blog hier aufzusetzen. Eigentlich wollte ich das schon früher mal versucht haben, aber irgendwie war da immer die Hemmung im Kundenmenu etwas hochzuladen.

Ich muss ja zugeben, dass ich in der Zeit von “Bin ich schon drin” mit AOL damals die ersten Schritte gemacht habe, mit einer dieser “20 Stunden gratis” CDs, denen man, ob man wollte oder nicht, nicht entgehen konnte. Selbst eine Dose Ravioli war nur mit Vorsicht zu öffnen. Irgendwann hatte ich mal einen Shop, auch wieder “gemietet” und nur mit ein paar einfachen Werkzeugen zu gestalten und mit Inhalt zu füllen.

Und jetzt der Blog, eigentlich wieder ganz einfach und mit ähnlichen der mir bekannten Mittel zu verwirklichen. 

***

Und was schreib ich jetzt hier, in diesen allerersten Beitrag? Gleich mal ein großes philosophisches Thema, das viral geht, mich an die Spitze bringt und von dem die Leser später mal sagen “Weißt Du noch damals der erste Beitrag…”? Oder ein paar lustige Katzenvideos (interner Scherz, aber das Wort kennt die Rechtschreibkontrolle nicht, so wie T9 nicht die Hundebilder), die bringen ja auch immer ordentlich Klicks. Oder soll ich so tun, als gäbe es schon einen Haufen Beiträge vorher und platze herein, wie in eine Kurzgeschichte? Oder doch eher mit Erklärungen, warum ich (was) schreibe, welche Themen ich immer wieder mit aufnehmen will und einem Konzept?

Einem Konzept ? (Anschwellende Orgelklänge im Hintergrund, Grand Jeu.) Lassen wir das (Orgel bitte auch wieder aus).

Aber wer liest überhaupt die ersten Beiträge? Nicht viele, denke ich, aber auch für die soll es sich lohnen.

***

Der Sohn hat heute morgen noch vor der Schule (und wie immer in der letzten hektischen Phase vor dem aus dem Haus gehen) noch ein schönes Stück auf einem Organophon bei youtube ausgegraben. Was der so immer findet.

***

Um viertel nach elf dann der Anruf vom Sohn, dass Papa seinen Schulbus mal anschmeißen solle, er habe jetzt schon Schluss. Trotzdem war bei ihm die Laune am Boden.

Er will ja jetzt ein Schoko-Ticket, nicht um zur Schule zu fahren (“Der Bus ist so scheiße”), sondern für die Fahrt zu Omma und Oppa. Antrag ausgefüllt und in der Schule mit dem Hinweis auf den von selbiger auszufüllenden Teil und die Fahrtkostenübernahme abgegeben. Zurück bekam er den dann unausgefüllt und mit einer angehängten Schulbescheinigung – fertig.

Ich denke mal, aber vielleicht denke ich auch schon wieder zuviel (und eh schon zum zweiten Mal in diesem Beitrag), dass der VRR ein Formular hat, weil sie das gerne ausgefüllt haben möchten. Und zu der Fahrtkostenübernahme steht auf der Webseite:

Ist der Schulweg zur nächstgelegenen Schule länger als 3,5 km, haben Sie ggf. Anspruch auf Fahrtkostenübernahme. Für den entsprechenden Antrag wenden Sie sich bitte direkt an das zukünftige Schulsekretariat. Bei Anspruch auf Fahrtkostenübernahme leitet das Sekretariat Ihren ausgefüllten Antrag weiter.
(Quelle: https://www.schokoticket.de/)

Also hat der Sohn dann heute wieder den Antrag ins Sekretariat geschleppt, mit einem freundlichen (sic!) Post-It seines Vaters. Das mache sie mit keinem Schüler anders, war die Reaktion. Der Sohn hat dann echt noch versucht zu argumentieren, hätte aber wohl auch mit einem Baum diskutieren können.

Sie musste den Antrag aber doch nochmal annehmen, wegen der Kostenübernahme. Das müsse sie erstmal prüfen (und wo er überhaupt wohne). In ihrem Arbeitseifer hatte sie das beim erstem Mal wohl vergessen. Dass sowohl die Konrektorin als auch die Klassenlehrerin und die Sonderpädagogin das massiv unterstützen, hatte sie in dem Zuge wohl auch nicht mitbekommen.

***

Vielleicht ein bisschen passend zu dem oberen Absatz stellt hmbl Christian heute zu seinem Lieblingsthema Inklusion fest:

Ja, über die Durchführung, über die praktische Ausgestaltung gibt es viel zu diskutieren. Aber wissen sie warum? Weil die, die für sich beschlossen haben, die Normalität zu definieren, so lange ausgegrenzt haben – und weil der Rückbau jetzt in Einzelfällen natürlich etwas unbequem sein kann.
Das ist aber ein selfmade Problem, das hat nichts, aber auch überhaupt nichts mit den „Behinderten“ zu tun.
Die sind nämlich nicht behindert, die werden behindert.

(Quelle: https://hmbl.blog/die-kinder-der-utopie/)