Nochmal zurück – Freitag / Samstag

Gatteville

Der Freitag war ja Pack- und Putztag. Für mich, aufgrund eines tragischen Ereignisses bei unseren Vermietern, einer der schlimmsten Tage die ich in einem Urlaub je erlebt habe. Ich war den ganze Tag wie paralysiert und so gestaltete sich das Packen dann auch wieder chaotischer als gedacht.

Eigentlich ist das Einpacken im Urlaub ja viel leichter, weil ja klar ist, dass alles einfach wieder zurück muss. Aber da ich mit meinen Gedanken einfach ganz wo anders war, entstand dann doch wieder nur Kuddelmuddel. Trotzdem passte alles besser als gedacht in die Kisten, so dass noch Platz für die Geburtstagsblume und auch für die Einkäufe der Schwester für zu Hause war. Deren Auto ist einfach kleiner, und da habe wir das doch gerne gemacht.

Wichtig beim Packen war ja, dass ich die Kisten auch so ins Auto bekomme, dass wir es noch die zwei folgenden Tage prima als Camper benutzen konnten. Mit ein bisschen Tetris und einer Kiste auf dem Beifahrersitz sah das zum Schlafen dann so aus:

Kistenstapel zum Schlafen

Klar, dass das beim Fahren an Ladungssicherung nicht reicht.

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Samstag ging es dann auf den dritten Trödel, diesmal in Quettehou, der mir eine neue (gebrauchte) gusseiserne Grillpfanne bescherte. Um ein bisschen flexibler zu sein, haben wir danach den Trailer abgestellt und uns in Barfleur an den Hafen gesetzt.

Der Hafen von Barfleur, der bei Ebbe ganz leer läuft
Der Hafen von Barfleur, der bei Ebbe ganz leer läuft

 

Eglise St. Nicolas
Église St. Nicolas

 

Die Plakette fehlte noch als Bild
Die Plakette fehlte noch als Bild

Irgendwie kommen die Touristen an der Westküste so bis Carteret, schlabbern dann den nördlichen Teil des Cotentin und werden erst wieder in St. Vaast la Hougue augenscheinlich. Barfleur mit seinem wunderschönen Hafen bleibt dabei noch links liegen.

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Was in diesem Urlaub noch fehlte, das war ein Blick auf den Strand von Néville sur Mer. Die hier noch vorhandene Bunkeranlage stand bis in die 2000er Jahre noch relativ gut erhalten da, bis ein Sturm die Ecke etwas abrasiert hat. Seit dem fallen die Betonklötze auseinander und bilden eine fast surrealistische Kulisse. Assoziationen an Endzeitfilme komme da bei mir auf.

Néville sur Mer Néville sur Mer Néville sur Mer Néville sur Mer

Hier ist ein Blick ins Hinterland dann auch wieder eine Foto wert.

Néville sur Mer

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Zum Abend haben wir dann wie geplant unser Lager in Gatteville aufgeschlagen und wurden wieder mit einem traumhaften Abendhimmel belohnt. Die Sonne verschwand zwar in den Wolken, aber die Farben waren unbeschreiblich.

Gatteville Gatteville Gatteville Gatteville

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Kulinarisch war die Benutzung des Räucherofens als Backofen dann noch ein Quantensprung. Ein Livehack? Vielleicht.

Rillette de Canard auf  Baguette
Rillette de Canard auf Baguette

Service de dépannage

Hatte ich nicht am Montag geschrieben, wir kämen Dienstag an und ich würde dann ab Mittwoch die letzten Tage mal aufarbeiten? Ich sollte mit Versprechen vorsichtiger sein. Obwohl ich mich ja jetzt rausreden könnte und behaupten, dass Donnerstag auch “ab Mittwoch” ist.

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Wir sind am Montag ziemlich genau 187 km weit gekommen, dann streikte der Motor und wir standen auf der “Aire du Moulin” an der A13. Den Autoclub informiert, gewartet, ein Abschlepper fuhr zügig durch den Parkplatz, weiter gewartet, der Autoclub meldete sich und ließ sich nochmal den Standort bestätigen, weiter gewartet und gegen 18:30 kam der Abschlepper. Da hatten natürlich alle Werkstätten schon zu.

Meine Vermutung war eine gelockerte Einspritzdüse, das hatte ich schon mal und äußerte sich ähnlich. Mit lockeren Schrauben habe ich persönliche Erfahrung. Aber der Fahrer war kein Mechaniker und so landeten wir mit Boot auf dem Ablepphof und dann davor, weil ich doch lieber am Morgen dabei sein wollte, wenn es in die Werkstatt und zur Diagnose ging. Also noch eine Nacht in Camper Van. So ab 9 Uhr sollte es weiter gehen, hatte der Fahrer gesagt.

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Um 9 Uhr waren wir bereit, um 10 Uhr habe ich den Autoclub angerufen, ja das Auto solle gleich weitergeschleppt werden. Um 12 Uhr kam die Mittagspause, um 14 Uhr wieder angerufen, ja sie hätten vor 12 Minuten auch nochmal nachgefragt, weil das Auto in den frühen Morgenstunden schon zur Werkstatt gesollt hätte. 16 Uhr erneute Nachfrage, der Abschlepper sei unterwegs und um 17 Uhr war er schon da.

Wohl eine neue Rekordzeit für die 50 m vom Abschlepphof bis zu unserem Standort. Es war wieder der Fahrer vom Vortag. Er meinte, ob man uns vergessen hätte.

17:30 bei der Werkstatt, ich meine laienhafte Diagnose genannt, die geguckt, Einspritzung kaputt, das würde heute aber nichts mehr. Aber sie wollten es mir auch nochmal zeigen, haben die Abdeckung abgenommen, der Meister hat auch noch einen Blick geworfen, Anlassversuch, die Düse sei ja völlig locker. Düse angezogen, Motor lief.

Um 18 Uhr und somit 26 Stunden später und nur um 60 Euro und ein paar Nerven ärmer konnten wir die Fahrt fortsetzen.

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Jetzt könnte ich auch eine Schimpftirade loslassen. Aber sind wir nicht angekommen und ist uns nicht geholfen worden? Doch ist es. Vielleicht sollte man seine Erwartungen ab und zu etwas herunterschrauben.

Aber ab morgen versuche ich es dann nochmal mit dem Tagen vor der Fahrt.

Rückfahrt

Irgendwie muss ich das mit dem Bloggen im Camper Van nochmal anders organisieren, so wie das mit dem Kaffeekochen bei seniler Bettflucht. Klar könnte ich jetzt ums Auto rennen alle Türen auf und zuschlagen, aber das wäre jetzt auch nicht nett und der Sohn würde mir wohl die Freundschaft kündigen.

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Trotzdem hat sich die Idee, die ich mit dem Umbau im Kopf hatte, als Erfolg herausgestellt. Natürlich hakt es an der ein oder anderen Stelle, aber eben nichts, was mich oder den Sohn so wirklich stören würde. Und vieles ist noch besser als gedacht. Ja es gibt auch noch Verbesserungbedarf. Aber das wird schon.

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Wenn ich jetzt hier etwas einsilbig bin, dann deshalb, weil Bloggen auf dem  Smarten  Phone eine Zumutung ist. Von daher: Wir fahren gleich nach Hause, Dienstag kommen wir wieder an, und ab Mittwoch  gibt’s dann die Aufbereitung der letzten Tage, versprochen.

50 + 1/365 und immer noch keine Veränderung

Da heute Morgen immer noch alles gut war, lasse ich das Thema jetzt.

Aber wir haben gestern sehr schön am Strand gefeiert. Und damit ist es dann auch Zeit über das Geburtstagsgeschenk zu reden. Es waren nämlich kalte Getränke und Eiswürfel dabei, im neuen Kühlschrank:

Der neue Kühlschrank ...
Der neue Kühlschrank …

... und die Getränke am Strand
… und die Getränke am Strand

War schön so zu feiern im Abendlicht.

Und da meine Getränke alkoholischer Natur waren, haben der Sohn und ich dann auch gleich da übernachtet …

… und das Morgenlicht genossen. Nur für den Sonnenaufgang über dem Meer hat es nicht gereicht, dafür waren die Betten zu bequem.

Rottenburg (2) und Camper Van Reise (3)

Camper Van (3)

Montag musste ich dann nochmal in Richtung Rottenburg, Anschluss der Anlage, Übergabe an den Kunden und Schulung der Mitarbeiter, die sich in Zukunft darum kümmern.

Dienstag Mittag saß ich dann in einer bunten Runde in der Altstadt von Rottenburg, mit dabei der CEO von PTMatic, ein Italiener, der in der Schweiz wohnt, der Techniker von PTMatic, ein Rumäne, der in Italien arbeitet, mein Ansprechpartner vor Ort, ein aus Bosnien stammender Deutscher und ich. Die Arbeit war erledigt, dank der guten Zusammenarbeit früher als erwartet, und ich konnte die Zeit bis Mittwoch Abend mit noch schöneren Dingen füllen.

Kann das sein, dass das an Rottenburg liegt? Manchmal gibt es Zufälle.

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Jetzt hätte ich ganz hektisch zurück nach Hause fahren können, oder…

Der Camper Van lachte mich an, ich wollte schon immer mal ins Deutsche Musikautomaten Museum nach Bruchsal, das Wetter war traumhaft, also ab in Richtung Bruchsal.

Unvorbereitet wie ich war, habe ich mir mit dem Finger auf google maps einen Standor für die Nacht ausgesucht, den Fähranleger von Leopoldshafen nach Leimersheim direkt am Rhein. Vor Ort angekommen: Ein Traum!!!

Rhein bei Karlsruhe
Rhein bei Karlsruhe

Eins meiner Ziele, auf der nicht existierenden Liste mit dem Camper Van, war eine Nacht am Rhein, zum Einschlafen der Klang der Rheinschiffe, Morgens ein Blick aus dem Fenster auf den Fluss. Perfekt.

Stromaufwärts war noch eine schöne, etwas zurückliegende Fläche, die mir ideal erschien, deren Betreten aber wasserpolizeilich verboten ist. Und als guter Deutscher habe ich mich auch daran gehalten, das war mir dann doch etwas zu wildes Campen. Die Anwohner, die Abends vorbei kamen, um zu sehen, ob der Rhein noch da sei, hat das nicht gestört hat. Die sind fleißig mit ihren Autos darauf gefahren.

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Spontan und unvorbereitet ist mit so einem Camper ja das, was mir im Kopf herum schwebt. Wenn es sich gerade ergibt, kann man das ja, und das ist ja auch das schöne daran.

Manchmal ist aber das Hirn einschalten auch nicht schlecht. Die Mücken tanzen so schön in der Abendsonne, sie wurden immer mehr und ich habe noch einen kleinen Abendspaziergang am Wasser gemacht.

Abendstimmung über dem Rhein, was sonst
Abendstimmung über dem Rhein, was sonst …

Der Gang wurde mit der Zeit aber immer schneller, weil immer mehr Mücken ankamen, ja schon fast über mich herfielen, wenn ich mal kurz stehen blieb. Also bin ich fast im Stechschritt zurück ins Auto und Tür zu. Hatte ich nicht mal was gelesen, dass in der Gegend systematisch gegen die Mückenplage vorgegangen wird, gerade in diesen schönen Auen?

Ein paar Mücken, oder auch ein paar mehr
Ein paar Mücken, oder auch ein paar mehr

7 erschlagene Mücken später konnte ich ruhig schlafen, trotzdem ein wundervoller Ort.

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Der Morgen, so wie ich ihn mir vorgestellt hatte, die Sonne schien auf das gegenüberliegende Ufer, die Luft frisch und die Schiffe glänzten im Morgenlicht.

... und noch die Morgenstimmung ..
… und noch die Morgenstimmung ..

Aber dann wurde es laut. Innerhalb von 20 Minuten luden 5 Sattelschlepper einen riesen Berg an Bruchsteinen genau an der Stelle ab, die ich am Vorabend dann doch nicht genommen hatte.

... mit einer kurzen Störung.
… mit einer kurzen Störung.

Es hilft dann doch, Schilder zu lesen und sich dran zu halten. Das wäre sonst ein lustiges Erwachen geworden.

Aber danach war alles wieder ruhig, ich konnte schön frühstücken, mich fertig machen und war dann auch noch im Museum. 

So soll das sein.

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Noch was ist mir aufgefallen:

Seitdem ich das Auto umgebaut habe, hat sich meine Einstellung dazu komplett geändert. Früher ging es mir immer darum, möglichst schnell von A nach B zu kommen. Also jetzt nicht wirklich schnell, aber Pausen mochte ich nicht so sehr, ankommen war angesagt. 

Jetzt ist das eine neue Form des Reisens. Mal zwischendurch anhalten, einen Kaffee kochen, was zu Essen machen. Es ist halt was anderes, ob man nur einen großen Laderaum hat, oder doch mit seiner kleinen gemütlichen Wohnküche unterwegs ist. Ich find’s erstaunlich, was ein paar Bretter und ein Teppich ausmachen können.

Reiner Sinus, modifizierter Sinus, Rechteck oder doch Tangens?

Ricard

Wie ich  bei der Camper Van Conversion ja schon schrieb, ist der Keim dazu ja durch einen Pastis am Strand ausgelöst worden.

Und was braucht man dafür?

  • Gläser – Check
  • Ricard – bekomme ich vor Ort, Check
  • kaltes Wasser – halber Check
  • Eiswürfel – 😲

Natürlich darf Ricard auch gegen was anders ausgetauscht werden, Saft, Cola (dann ohne Wasser), Wasser (mit und ohne Bubbel) oder für Bernard auch Suze pur mit Eis (weil Ricard ja ein Getränk für Säufer ist).

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Für den Wohnmobil- und Camper-Bereich gibt es ja eine Unmenge an Zubehör. Aber wie bei Booten auch, wenn das mit Freizeitgestaltung zu tun hat, dann nehmen die Anbieter gleich mal gerne ein bisschen mehr Geld dafür, das 2-3-fache konventioneller Technik ist man da schnell los, die Händler wollen ja von was leben und der doofe Kunde zahlt es ja.

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Bei mir im Auto gab es ja kein Dauerplus, das ich irgendwo abgreifen konnte, der Zigarettenanzünder läuft nur bei eingeschalteter Zündung. Somit wäre die noch vorhandene 12V Kühlbox immer ausgegangen, wenn ich den Schlüssel gezogen hätte. Also musste ich das selbst legen, was soweit auch kein Problem war.

Was mir aber ein bisschen Kopfzerbrechen bereitet hat, das war die Sorge, dass dann am nächsten Morgen vielleicht die Batterie leer wäre und der Anlasser nicht mehr genug Saft bekommen würde.

Jetzt gibt es so Spannungswächter, die die Verbraucher abschalten, wenn die Akkuspannung im Auto unter eine bestimmte Schwelle fällt. Für Auto und Camping kosten die 50 oder mehr Euronen, für den Solarbereich aber nur 20. Ihr dürft jetzt raten, was ich gekauft habe.

Richtig. Und der nette Nebeneffekt ist, dass ich mir da noch eine Solarzelle dranhängen kann, die ich bei Bedarf in die Sonne stelle und die den Akku darüber wieder lädt.

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Aber die Kühlbox macht kein Eis. die schafft mit ihren Peltier-Elementen immer nur 15° unter der Umgebungstemperatur. Also geisterte bei mir im Kopf so ein richtiger Kompressor-Kühlschrank herum. Der kostet aber dann mal eben mindestens 300 Euro, wenn er auf 12V läuft. Und ich rede jetzt nicht von einem amerikanischen Kühlschrank von der Größe eines kleinen Einfamilienhauses, sonder von so einem kleinen 40 Liter Teil.

Jetzt könnte ja das Argument greifen, das diese kleinen 12V Kühlschränke nur in kleineren Stückzahlen hergestellt werden und deshalb so teuer sind.

Aber wieso verkauft die Ikea dann kleine Kühlschränke mit Frostfach 🥰 für 89 Euro? Stimmt schon, der läuft auf 230V Wechselspannung, aber der passende Wechselrichter kostet auch nur 40 Euro.

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Und welcher Wechselrichter passt jetzt? Da wird es spannend (passendes Wort an der Stelle).

Es gibt ja 3 Sorten Wechselrichter, die einen machen Rechteckspannung, die anderen modifizierte Sinuswellen und die dritten reine Sinuswellen. Wenn für Euch die Trigonometrischen Funktionen im Matheunterricht zu lange her sind, hier mal ein lebensnahes Beispiel:

Stellt Euch vor, ihr seid im ersten Stock eines Hauses und wollt auf die Straße. Rechteckspannung ist dann wie aus dem Fenster springen, modifizierte Sinuswelle wie Treppenstufen benutzen und reine Sinuswelle wie eine Rutsche oder Rampe. Variante 1 (Fenster) würde ich Euch somit nicht empfehlen, auch wenn das für den Sperrmüll noch reichen würde. Variante 2 geht so lange gut, wie ihr prima laufen könnt, aber spätestens Rollstuhlfahrer brauchen Variante 3.

So ist das bei der Welle auch und ein Kühlschrank braucht reinen Sinus, sonst wird das nix. Reiner Sinus ist übrigens das, was auch aus dem in der Wand eingemauerten Schwein kommt.

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Und nach dem langen Geschwafel komme ich endlich auf den Punkt.

Ich habe heute nach einem solchen Wechselrichter gesucht, der reine Sinuswellen macht. Und es hat mich unglaublich geärgert, wie viele Anbieter mit “reiner Sinus” im Artikelnamen werben, aber modifizierten Sinus verkaufen, wenn überhaupt.

Mein Beispiel oben ist ja für jeden normalen Menschen schnell klar. Wenn mir einer eine Rampe anbietet, glaube ich dem das nicht einfach, sondern sehe schnell, wenn das ein Treppe ist.

Nur sieht man das einem Wechselrichter nicht an, und auch wenn ich mich für technisch nicht gerade unbegabt halte, hat mich das schon detektivisches Gespür gekostet, den richtigen zu finden.

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Ja, es hätte sowas auch wieder im gut sortierten Campingzubehörladen gegeben, für 189 Euro.

… dann kann er was erleben

Ich hab’ ja mit den Niederlanden ein Problem: Ich sprech’ kein Niederländisch. Und nur weil viele meinen, die Holländer könnten doch alle Deutsch, das sei doch eh nur ein Dialekt, schließe ich mich dem nicht an.

Also Englisch.

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Erster Kontakt: eine italienische Eisbude, auf Englisch, in den Niederlanden. Bestellt habe ich zwei Hörnchen mit je 2 Kugeln, im einen 2 x Schoko im anderen 2 x Strawberry Cheesecake. Bekommen haben wir nach dem mehrfachen Hinweis auf 2 Kugeln je ein Hörnchen mit einer Kugel. Aber das Eis war gut.

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400 m weiter ein französisches Café, eine Apfelschorle und ein Cappuccino. Die Apfelschorle hatte schon so eine komisch orange Farbe, was in den Niederlanden ja schon mal sein kann, war dann aber kein Apple Fizz sondern ein Aperol Spritz, kann ja mal passieren, besonders wenn ein 15 jähriger sich das bestellt.

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Abends dann auf dem Weg zum Stellplatz noch Pizza gekauft, eine Prosciutto (EUR 7,75) und eine Mista (EUR 8,25) sollten zusammen EUR 25,50 kosten. Nein, der Karton kostete nicht extra, aber sie meinte je 2 Pizzen verstanden zu haben. Kommt zwar auch rein rechnerisch nicht hin, aber vielleicht sahen wir auch so verhungert aus.

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Soll ich für’s nächste Mal vielleicht doch noch Niederländisch lernen, oder Italienisch und Französisch, oder ist mein Englisch so schlecht?

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Am zweiten Tag hat sich dann der Bus auf dem Weg in die Utrechter Innenstadt verfahren, aber das lag bestimmt nicht an mir, ich habe nämlich den Mund gehalten und bin schweigend eingestiegen.

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Noch ein paar Fotos?

Ich hab keine Auswahl getroffen. Guckt Euch an, was Euch gefällt, ihr dürft auch alle anschauen.

Klick macht groß und bis demnächst bekomme ich das auch mit einer Slideshow hin, versprochen.

Wenn einer eine Reise tut …

Abendstimmung

Für das, was ich von Donnerstag bis Samstag erleben durfte, fehlen mir noch immer die Worte. Und auch die Auswahl der Bilder fällt schwer und braucht noch ein bisschen Zeit.

Die emotionslose Kurzfassung würde lauten:

  • Donnerstag Anreise nach Utrecht, kurz einen Platz an der Hollandse Ijssel gesichert, dann noch einen Kurzbesuch von Utrecht und die Nacht prima im Camper geschlafen.
  • Freitag Frühstück im Camper und dann langsam wieder nach Utrecht, Besuch des Museum Speelklok, danach ans und entlang des Markermeers bis nach Lelystad, kurz Einkaufen, Sonnenuntergang über dem Meer.
  • Samstag wieder entspanntes Frühstück, dann über den Markerwaarddijk, entlang der Küste, über den Afsluitdijk und zurück nach Hause.

Und die emotionale?

Museum Speelklock
Museum Speelklok

Blick aufs Markermeer
Blick aufs Markermeer

Unser Standplatz
Unser Standplatz

Sonnenuntergang am 21.06.2019
Sonnenuntergang am 21.06.2019

Nix gephotoshoped, einfach 1:1.

Ein Traum hat sich erfüllt. Alles, was ich mir gewünscht hatte, mit dem Camper machen zu können, ist in Erfüllung gegangen oder sogar noch übertroffen worden. Und auch der Sohn war begeistert und will sowas jetzt am liebsten jeden Monat machen.

Demnächst mehr, jetzt muss ich das noch ein bisschen sacken lassen.

Geh’ mach nur einen Plan

Ich muss ja heute doch nochmal auf ein Detail der Campervan-Conversion eingehen.

In Fahrtrichtung links gehen ja vier Leitungen für Warmwasser und Klima der Zusatzheizung an der Schiebetür entlang. Die waren für den Boden furchtbar im Weg. Ich habe die Bodenplatte an der Stelle weg gelassen, das Bett auf einer zusätzlichen Platte montiert und diese dann auf dem Boden liegend über die Rohre geschoben und  verschraubt. Und damit das Kopfteil der zweiten Betthälfte nicht tiefer steht oder anders gebaut werden musste, habe ich das auch auf einen passenden Rest einer Platte montiert.

Erst als schon alles fertig war, ist mir dann aufgefallen, dass ich dadurch ja diese ganze Installation auch super einfach wieder aus dem Auto nehmen kann, wenn ich doch mal was richtig großes transportieren muss. Dazu brauche ich nämlich nur die Platte losschrauben und kann sie dann inklusive Bett heraus heben.

Jetzt könnte ich mich ja für diese geniale Idee feiern lassen, wäre aber nicht mein Ding. Es war einfach ein glücklicher Zufall. Dazu stehe ich, selbst wenn viele versuchen die tollsten, schönsten und intelligentesten zu sein. Wer sich selbst erhöht …

Dass ich damit so einfach die Rohre überbrücken konnte und auch noch das Bett einfach und stabil montiert bekommen habe, auf die Idee bin ich stolz, weil sie mir viel Arbeit erspart hat.

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Aber eigentlich ist es doch gar nicht so wichtig, woher eine gute Idee kommt oder ob sich das rein zufällig ergeben hat.

Trotzdem möchte ich natürlich Quellen nennen. In meine Fall kommen viele Ideen von David Jones’ Kanal “Vandemonium”:

Und wenn ich ehrlich bin, ist er es auch Schuld, dass ich das gemacht habe. Er hat mir mit all seiner Unerfahrenheit gezeigt, dass man das trotzdem schafft, wenn man ´denn will.

Ein ganz fantastischer Mensch. Er hat vor 3 Jahren seinen festen Job als Fernsehjournalist gekündigt, sein Haus verkauft und ist auf ein Narrowboat gezogen. Und dieses Leben dokumentiert er in seinem anderen youtube-Kanal  “Cruising the Cut”. Sehenswert.

Campervan conversion

Da das Bloggen für mich ja noch recht neu ist, bekomme ich von einer Seite immer wieder Hinweise, dass ich dies oder jenes doch auch hier mit aufnehmen könnte oder, dass meine letzte (meist etwas abschweifende) Whatsapp-Nachrichten blogreif gewesen sei.

So auch bei dem Thema Campervan, der mich die letzte Woche mächtig auf Trab gehalten hat, weshalb ich auch nicht zum Schreiben gekommen bin. Ich habe aber auch im Kopf hin und hergewälzt, ob ich jetzt hier eine echte Dokumentation mache, oder nicht und wenn doch, dann wie.

Herausgekommen ist dann die kurze Variante, weil ich denke (oh nein, er denkt schon wieder!), dass das hier mehr die Variante Quick-n’Dirty ist und es sicherlich bessere Anleitungen zu Hauf im Netz gibt.

Aber das ist jetzt dabei rausgekommen:

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Zur Vorgeschichte kann ich nur sagen, dass ich bis auf ein paar Zeltlager als Pfandfinder aber mal so gar keine Erfahrung habe, was das Campen angeht. Aber mit dem ersten Keim zu dem Thema habe ich mich dann in Frankreich infiziert, als Frank mit seinem Wohnmobil bei uns im Urlaub zu Besuch war und wir am Stand einen Pastis mit Eis (!) getrunken haben. Das war Lebensqualität, das wollte ich auch, aber 1. fehlte das Geld für ein richtiges WOMO und 2. sind mir die Dinger auch meist zu klobig.

Der Keim bekam in den letzten beiden Jahren dann die ersten Blättchen, als ich mit dem Sohn auf dem Weg in den Urlaub nicht gestresst morgen um 5 aufgebrochen bin um dann so schnell wie möglich die 800 km hinter mich zu bringen, sondern wir schon am Abend vorher losgefahren sind, uns dann irgendwann nachts quer auf die Bänke gelegt haben und der Urlaub damit gefühlt schon einen Tag früher anfing. Und auch auf dem Rückweg haben wir so noch einen Tag geschunden.

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Ausgangspunkt für die ganze Aktion ist ein Peugeot Boxer L1H1, also ein kleiner Transporter aber in der Bus-Variante mit Scheiben und Verkleidung hinten und einer Zusatzheizung. Als dann vor zwei Wochen die Bank verkauft war, sah das ganze so aus:

Erstmal ging es dann ans “Entkernen”, wobei ich jetzt nicht isoliert und auch den Plan alles in Sperrholz auszukleiden und mit Filz zu bekleben schnell verworfen habe. 

Die Latten für den neuen Boden habe ich dann auch noch eingeklebt, damit der Kleber abbinden konnte.

To make a long story short:

Dienstag:

Teppich,

Baumarkt,

und Ikea (mit wieder viel mehr als ich eigentlich kaufen wollte).

Mittwoch

OSB mit der Säge “Stich” einpassen und auf die Latten schrauben,

nochmal zu Ikea und danach Bettgestell basteln.

Donnerstag

Bettgestell in Position bringen,

Lattenrost mit der Kreischsäge (ja, mit sch) sägen,

und Lattenrost ankleben und schrauben, auch am zweiten Kopfteil.

Und einmal ausprobieren, …, ich hätte ja so liegen bleiben können.

Freitag

Matratzen zuschneiden und abnähen,

Gardinen kürzen,

Einrichten und Teppich verlegen. Fertig, naja, fast.

Samstag

Samstag habe ich noch Beine für den Lattenrost des zweiten ausziehbaren Bettteils gebaut, aber irgendwie nicht mehr fotografiert, dann noch gepackt, das Chaos um mich herum beseitigt und dann ging es in Richtung Neandertal.

Der Parkplatz, den ich mir ursprünglich ausgesucht hatte, stellte sich dann doch nicht als ganz so romantisch heraus:

Aber ich habe noch ein schönes Plätzchen gefunden.

Sonntag

Danach ging es dann nach Düsseldorf, den Sohn einsammeln.

Ich muss sagen, es ist schöner und gemütlicher geworden, als ich es mir vorher vorgestellt hatte, vielleicht ein bisschen kitschig mit den Gardinen. Und meine Erwartungen an das, was ich mir davon erwartet habe, sind voll erfüllt worden. Denn was gibt es schöneres, als morgens mitten in der Natur wach zu werden, leichten Dunst auf der Wiese, einen frisch gekochten Cappuccino in der Hand und nur die Vögel singen hören und die Düssel plätschert leise dazu?

Ja, stimmt, am Stand stehen, einen kalten Pastis in der Hand, das Meer rauschen hören und den Sonnenuntergang beobachten. Aber das kommt auch noch.