Hab’ ich einen an der Waffel?

Teelöffel

Ausgelöst durch den Facebook Kommentar über mein Waffelrezept habe ich das Rezept gestern rausgeholt und Waffeln gebacken. Auch wenn das hier kein Food-Blog werden solll, konnte ich so den Sohn glücklich machen und gleichzeitig einen Blogbeitrag vorbereiten.

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Aber ein Warnhinweis vorweg:

Dieses Rezept enthält einen Haufen Eier, viel Zucker und den halben Butterberg der EU.

Wer trotzdem weiterlesen mag, sei herzlich willkommen im Club der Faltenglätter, alle anderen sollten hier aufhören und morgen wieder reinschauen. Ich bin da etwas Sekt oder Selters, Diätvarianten sind nicht mein Ding. Wenn, dann richtig, oder ich lasse es lieber gleich sein. Wem aus medizinischen Gründen bestimmte Inhaltsstoffe verboten sind, darf aber gerne variieren.

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Ich glaub’, ich hab’ das Rezept in den letzten Jahren mindestens 10 mal umgerechnet, bis ich dann zu folgender Faustformel gekommen bin:

Eier kann man nicht teilen, daher das Rezept für ein Ei und die dazugehörigen Mengen. Das reicht für gut eine Person. Entweder man isst ein paar mehr, oder hat noch ein paar kalte für den nächsten Tag. Kalt sind die übrigens auch sehr lecker.

Also:

1 Ei
50 g Butter
40 g Zucker
75 g Mehl
50 g Milch
1 Prise Salz (so ein paar Krümel zwischen den Fingern)
1/2 Päckchen (4 g) Vanillezucker
1/4 Teelöffel (1,2 g) Backpulver

Alle Teelöffel sind  sehr unterschiedlich (siehe oben). Wenn der Teig beim Backen nicht fluffelig wird, war es zu wenig. Wenn’s nach Backpulver schmeckt (mit so komisch schieren Zähnen) dann war es zu viel. Oder eben mit einer genauen Waage wiegen. Tama (meine leider verstorbene Großtante) hat in alles ein Schüsschen Rum mit rein getan, wenn sie Backpulver verwendet hat. 

Die Milch wiege ich immer ab, ist einfacher und auch weil die üblichen Messbecher meist nicht sehr genau sind. Aber selbst das ist nicht tragisch, dann wird der Teig nur etwas flüssiger oder fester.

Eigentlich soll man ja die Zutaten alle  auf Zimmertemperatur bringen und dann ein Ei nach dem andere dazu tun, ich kloppe einfach alles in die Schüssel und rühre mit dem Mixer. So gerinnt der Teig zwar manchmal, ich rühre dann aber einfach weiter bis er sich wieder verbindet, das funktioniert hierbei immer (anders als bei Mayonnaise).

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Beim “Schüsschen” Rum fällt mir gerade wieder auf, wie der Düsseldorf alles ins Diminutiv setzt. Da kommt kein Schuss rein, sondern eben ein Schüsschen.

Man isst auch ein “Äppelken” und keinen Apfel, ein Stückchen Kuchen und kein Stück und trinkt kein Bier, sondern ein Bierchen. Wobei ein Altbierbecher im Vergleich zu einer Maß auch nur ein Bierchen ist. Aber auch, wenn man am Abend 10 oder mehr Bier hatte, war man nur “ein Bierchen trinken”. Und es gibt auch nur Schnäpschen.

Auf das viel zitierte und dem Düsseldorfer zugeschriebene Pelzmäntelchen von der Kö gehe ich hier nicht ein.

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Und dann gibt es noch die Variante als Schokowaffeln mit gutem Kakao. Das lösliche Zeug (Kaba, Nesquick oder ähnliches) taugt da nix, da ist zu viel Zucker und zu wenig Kakao drin. Also schwach entöltes Kakaopulver zum Backen z.B. von Bensdorp nehmen. Die Menge ist wieder für eine Person:

1 Ei
50 g Butter
45 g Zucker
75 g Mehl
110 g Milch
1 Prise Salz (so ein paar Krümel zwischen den Fingern)
1/2 Päckchen (4 g) Vanillezucker
1/4 Teelöffel (1,2 g) Backpulver
30 g Kakaopulver

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Als die Teige fertig waren, habe ich herzhaft in den Schrank gegriffen und das Waffeleisen war nicht da. So einen an der Waffel habe ich jetzt aber nicht, dass ich nicht mehr weiß, wo das Waffeleisen ist. Denn schließlich steht der Sohn auf Waffeln und die werden auch mal außer der Reihe gebacken. Wo es hin sein könnte, konnte der Sohn bestätigen. 

Soll es da bleiben und glücklich werden. Wir haben uns dann noch schnell ein neues gekauft.

Mal wieder backen

Butter Blatz hefe und mehr

Irgendwie ist in den letzten Wochen, auch schon vor dem Urlaub, das Brotbacken etwas unter die Räder gekommen.

Das Elend fing damit an, dass ich den Sauerteig im Kühlschrank habe verhungern lassen. Bis dahin war alles gut und unproblematisch, aber der “neue” wollte erst nicht, der nächste wollte, hielt sich aber nicht, dann kam das (bei mir) übliche Vorurlaubschaos und jetzt mussten wir Brot kaufen.

Der Sohn hatte von Omma Aprikosenmarmelade bekommen, weil er im Urlaub auf den Geschmack von Aprikosen gekommen ist. Ein Stück Stuten von Hinkel gab es dazu und danach sollte es auch Stuten sein.

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Vor vielen Jahren hatte ich aus einem Backbuch der Kindsmutter einen Bergischen Blatz gebacken, der mir noch heute in Erinnerung ist. Der war so traumhaft locker und von einem sagenhaften Geschmack, sagt die Erinnerung.

Zugegebenermaßen bin ich zu stolz, um nochmal nach dem Buch zu fragen, wobei auch offen ist, ob es das Buch noch gibt oder es dann gefunden werden will. Ich mag da also einfach nicht fragen.

Damit ging es dann an die Suche nach einem Rezept. Meine übliche Quelle schied etwas aus, weil die Auswahl an süßen Broten da eher eingeschränkt ist. Aber dann wurde ich schon beim zweiten Klick fündig. Alles entsprach meiner Brotphilosophie, sowohl die Zutaten als auch die Verarbeitung und die Details in den Rezepten von Stefanie. Sie arbeitet in ihrem Blog übrigens ganz ohne Werbung, Produktreviews oder ähnliche Geldeinnahmequellen, das gefällt mir auch.

(Der erste Klick war ein Rezept vom WDR, bei dem in einem Schritt gefordert war, ein Blech auf eine Kuchenrost zu setzten und das dann gehen zu lassen. Also jetzt nicht den Teig, sonder schon das Blech.)

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Und dann glaube ich bei Stefanie noch was gelernt zu haben, was jetzt auch nicht so verwunderlich ist, weil ich mich auch nur als begeisterten Laien bezeichnen würde.

Beim ersten Ansetzen meines Sauerteigs im Herbst hatte ich Vollkornmehl genommen, für den zweiten und dritten dann normales Weizenmehl, weil mir nicht klar war warum auch nicht und es gerade da war.

Bei Stefanie las ich dann jetzt, dass die Milchsäurebakterien, die für das Aufgehen des Teiges verantwortlich sind, und die man sich da hochpeppelt, gerade auf der Schale des Korns sitzen.  Kein Vollkornmehl, keine Schalen, keine Bakterien, kein ordentlicher Sauerteig.

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Das Rezept ist der Butter Blatz, den ich gestern noch gebacken habe, nach 1 1/2 Tagen Teigbereitung. Lecker ist er geworden und bekam vom Sohn heute Morgen das Prädikat “Gut”. Na dann, Daumen hoch.

Butter Blatz

Eigenlob stinkt – schmeckt aber trotzdem gut

Herz im Topf

Hier noch eben kurz ein paar Fotos von den fertigen Broten von heute:

Das klassische Weißbrot ist ein echter Hammer geworden. Ein Vorschlaghammer, guckt Euch den Brummer mal an (das Brett hat immerhin 29 cm):

klassisches Weizenbrot
klassisches Weizenbrot

Der Sohn meinte, so müsse ein Weißbrot schmecken, also ein gutes. Papa ist stolz auf sein Backkünste.

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Das Weizensauerteigbrot ist mit dem neuen Sauerteig auch wieder super geworden:

Weizensauerteigbrot
Weizensauerteigbrot

Das schöne an der Herzchenform ist ja, dass das Herz bei dem Brot nach dem Baken (fast) verschwunden ist. Für Verliebte gut, weil sie es dann nicht zerschneiden müssen. Für Entliebte auch, weil man das dann nicht dauernd sehen muss, obwohl man es dann nicht zerschneiden kann.

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Aus den Schokobrötchen ist dann doch ein Schokobrioche geworden, weil der Teig so weich war, das wären kleine Schokofladen geworden. Also effilocher und ab in die Kastenform:

Schokobrioche
Schokobrioche

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Weiter mit der Selbstbeweihräucherung: Noch ein bisschen Wasser im Mund zusammen laufen lassen? Nur Vegetarier oder Veganer müssen jetzt tapfer sein. Schinkenpizza, zum Teil mit Pilzen:

Schinkenpizza mit Pilzen - unter Fremdsprachlern auch Prosciutto e Funghi genannt.
Schinkenpizza mt Pilzen – unter Fremdsprachlern auch Prosciutto e Funghi genannt.

Wünsch’ Euch einen guten Start in die Woche!!! Und wer dabei Lust auf’s Nachbacken bekommen hat, einfach melden.

Backen – aber anders

Ich muss noch was richtigstellen, aber nicht, weil mich jemand dazu genötigt hat.

Ich hatte ja hier geschrieben, dass so Knetmaschinen 1k€ kosten. Stimmt nicht ganz.

Die von Lutz im Plötzblog favorisierten Kenwood-Maschinen sind keine reinen Knetmaschinen sonder komplette Küchenmaschinen, die auch schlagen, mahlen (nicht malen), mixen, wolfen, schneiden, raspeln, … Die liegen dann auch bei den bei mir im Kopf verankerten 900 – 1200€.

Lutz präsentiert da auch Maschinen von Häusler, die nochmal gut 1000€ mehr kosten. Können die dann auch beim Kneten singen und noch ein unterhaltsames Tänzchen auf’s Parkett legen?

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Ich bin kein Freund von Multifunktionsmaschinen. Wenn ich einen Mixer brauche, kaufe ich einen Mixer und wenn ich einen Knetmaschine kaufe, dann eben eine Knetmaschine.

Meistens sind diese Maschinen aber in guter Qualität dann gleich Profimaschinen, die auch wieder ihr Geld kosten, aber genau für den einen Zweck gebaut wurden.

Ich würde mir eine Knetmaschine von Beeketal kaufen.

Würde.

Da aber Knete und Platz für so Maschinen bei mir fehlen, helfe ich mir mit normalen in fast jeder Küche vorkommenden Geräten aus.

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Wichtig beim Brotbacken ist ja ein ordentlicher Steinbackofen.

M – E – E – E – E – E – E – E – P
(Ihr müsst euch hier so ein Buzzergeräusch vorstellen).

Quatsch. Ich habe meinen billigen Backofen einfach gepimpt.

gepimpter Backofen

1. mit einer Bürgersteigplatte aus dem Baumarkt:
Die liegt in der Auffangwanne am Boden des Backofens, also in diesem tiefe Backblech, ihr wisst schon was ich meine. Damit bekomme ich einen ordentlichen Wärmespeicher hin, und wenn ich mit Dampf backe, dann gieße ich heißes Wasser in die Wanne, was an dem heißen Stein sehr schnell verdampft.
Kostenpunkt: 1-2 €

2. mit einem Pizzastein:
Meiner hat so ca. 30 * 40 cm und ist 2,5 cm dick. Der liegt auf dem Grillrost des Backofens irgendwo möglichst tief unten. Nochmal ein Wärmespeicher, zusätzlich wird das Brot aber auch von unten schön, und zum Pizzabacken einfach nur grandios.
Kostenpunkt: unter 30 € für meinen, den habe ich mit Holzschieber für Brot und Pizza gekauft.

3. ordentlich Vorheizen, mindestens eine Stunde.
So viel verbraucht mein alter Backofen garnicht. Der hat zwar einen Anschlusswert von über 3 kW, verbraucht aber während der Zeit nur 1 kWh.
Kostenpunkt: unter € 0,35 pro Backtag.
Da könnte man jetzt mit dem Umweltgedanken kommen, in Bezug auf den Stromverbrauch. Stimmt. Darum backe ich in der Regel immer gleich mehrere Brote und friere die ein. Und zum Schluss gibt es abends Pizza.

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Was man braucht sind Schüsseln, je nach gewünschter Teigmenge. Edelstahl ist da ganz gut, ich mag das Plastikzeugs nicht.

Super sind auch die Gärkörbchen aus Holzschliff. Anfangs hatte ich mir aber mit einer Sei beholfen, die ich mit bemehlten Abtrockentüchern ausgeschlagen hatte, ging auch. Jetzt kaufe ich immer eins dazu, wenn ich mein Mehl kaufe.

Gärkörbchen für 750 g Teig

So ein Teigschaber eine Teigkarte ist auch klasse, meine ist noch von meiner Großtante und jedes Mal eine schöne Erinnerung an sie, wenn ich backe.

Teigschaber

Noch einen Teigschaber und -teiler habe ich auch aus dem Baumarkt, und dort wird der als Spachtel verkauft (siehe Titelbild). Vergleicht mal die Preise. Das Ding ist übrigens auch super zum Reinigen der Arbeitsfläche geeignet, meine ist so eine übliche Buchenplatte, stabverleimt.

Wenn ich ein Bäckerleinen brauche, um Brötchen oder Baguette ruhen zu lassen, dann nehme ich einfach gute und fusselfreie Geschirrtücher.

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Die Waage ist jetzt so ein Ding. Wie ich schon vorher mal schrieb, sollte die schon möglichst genau sein, weil einzelne Zutaten einfach wirklich genau eingewogen werden müssen, gleichzeitig aber auch Teige bis 2,5 kg (mit Schüssel) noch im Messbereich liegen.

Ich habe ja eine alte Laborwaage, die löst über 3 kg auf 0,1 kg auf, kostet aber auch ein Schweine Geld. Ich hatte Sie noch.

Waage

Behelfen kann man sich mit so einer kleinen billigen Goldwaage zusätzlich zu Küchenwaage. Damit kann man dann die sensiblen Zutaten, die ohnehin nur in kleinen Mengen zugesetzt werden, getrennt abwiegen und zum Teig geben.

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Meine Mehle kaufe ich übrigens bei der Drax-Mühle in Bayern, da habe ich auch die Gärkörbchen und meine großen Edelstahlschüsseln her . Ich komme mit dem Mehl sehr gut klar, und auch der Rest hat mich nicht enttäuscht.

Das ist jetzt keine Werbung, nur ein Hinweis.

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Ich glaub’, das war’s an Warenkunde. Alles sehr pagmatisch, aber funktioniert prima. War jetzt vielleicht nicht so unterhaltsam, musste aber mal sein, um meine Philosophie zu verstehen: Nicht den Handel glücklich machen, sondern sich selbst mit guten Produkten.

Und heute gibt’s 2 x Weizensauerteigbrot, einmal ein klassisches Weißbrot, Schokobrötchen auf Brioche-Basis und zum Schluss eben Pizza.
Wer was abhaben will …

Murmeltiertag

Gestern war ich noch unterwegs nach Düsseldorf und der Sauerteig hat mich auf der Autobahn überholt.

Abends war er dann wieder im Backofen, aber schon wieder komplett eingefallen. Ich wollte dann weitermachen, habe aber beschlossen, Tag 2 zu wiederholen.

Weizensauerteig – Tag 2

Wenn man kein Brot hat, muss man sich eben die alten Fotos rausholen, um was Leckeres zu sehen. Das befriedigt zwar nicht die Geschmacksknospen, zeigt aber das Ziel.

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Tag 2

Eben der Blick auf den Sauerteig-Ansatz: Blasenbildung und zwar deutlich. Also Zeit für Schritt 2:

100 g vom gestrigen Ansatz
+ 50 g Mehl
+ 50 g Wasser

Alles wieder gut verrühren und für weitere 8 – 24 Stunden bei 28°C bis 30°C stehen lassen. Diesmal sollen sich nicht nur Blasen bilden, sondern sich das Volumen sich auch verdoppeln.

Sauerteig – Tag 2 und das Glas wird zu klein

Jetzt hab’ ich ja gestern beim Ansetzen des Teigs wieder mal nicht nachgedacht und mein übliches 450 ml Glas für den Ansatz genommen. Wenn ich mir jetzt das Glas so anschaue, ist das doch ein bisschen klein: doppelte Menge Teig und dann nochmal Volumen verdoppeln? Das wird nicht nur knapp, das läuft über.

Also musste ich auf meine nächst größere Variante umsteigen, nur dass ich wieder mal nicht alles ins neue Glas rüber bekommen habe, es sind keine 100 g sondern nur 85 g vom Sauerteigansatz im Glas. Trotzdem nehme ich die vollen 50 g Mehl und Wasser.

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Kurz, warum ich so handel:

Prinzipiell muss man beim Backen sehr genau auf die Verhältnisse achten. Wenn im Rezept also 100 g stehen, dann sollte man auch 100 g nehmen.

Darum arbeite ich auch immer mit einer Waage, in meinem Fall sogar eine alte Laborwaage mit einer Auflösung von 0,1 g, damit ich auch die in geringen Mengen eingesetzten Zutaten genau abmessen kann. Denn das macht schon einen Unterschied, ob ich 9 g (Angabe im Rezept) oder 7 g bis 11 g Salz nehme (bei einer groben Küchenwaage).

Hier kommt es aber darauf an, die Bakterien möglichst vollständig in den neuen Ansatz zu übertragen und ihnen ordentlich was zu futtern zu geben. Und aus meiner Erfahrung, die ich im letzten guten halben Jahr gesammelt habe, macht die Differenz an dieser Stelle keinen Unterschied. Wichtiger ist hier das Beobachten des Teigs, wie er Blasen wirft und das kommt mit der Erfahrung.

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Prinzipiell versuche ich die Rezepte aus dem Plötzblog auf ein für mich vertretbares Maß an Aufwand herunter zu brechen. Das fängt schon bei der Ausstattung der “Backstube” an.

Männer sind ja meistens so, dass sie sich erstmal allen technischen Firlefanz kaufen, den man so braucht, … um dann nach 3 Mal Backen festzustellen, dass Backen dann doch nichts für sie ist. Gleiches gilt natürlich auch für andere “Projekte”, für die erstmal eine komplette Werkstatteinrichtung gekauft wird, um dann einen Schrank aufzustellen. Men and machines.

Ich hätte ja auch Spaß an einer ordentlichen Knetmaschine. Aber der Handrührer tut es auch und sogar immer noch, also stellt sich die Frage nicht. Selbst wenn vielleicht das Ergebnis ein bisschen besser wäre, aber knapp 1k€, nur für’s Kneten? Oha!!!

Ich finde es aber wichtig, dass man auch ohne einen riesen Aufwand selber richtig gutes Brot backen kann, und darum teile ich die von mir gesammelte Erfahrung mit Euch.

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Einen Satz noch zu den Gärgefäßen:

Mein kleines Glas ist ein Crème-Fraiche Topf aus Frankreich, mit Plastik Deckel. Das größere ein Erdnussbutterglas, mit Plastikdeckel und ohne Dichtung. Wichtig ist, dass die Deckel nicht dicht schließen, damit die Gase entweichen können, trotzdem aber auch nichts rein lassen. Ich habe einfach mit einer Nadel sehr kleine Löcher in die Deckel gemacht, das reicht.

Natürlich kann man jedes Schraubglas nehmen, nur sollte der Deckel nicht aus Metall sein, denn ein Metalldeckel fängt an den (selbstgemachten) Löchern an zu rosten. Und die Form sollte so sein, dass man die Gläser gut spülen kann, denn selbst in der Spülmaschine bleibt gerne irgendwo noch ein bisschen Teig hängen.

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Mehr zu meiner Backerfahrung dann jetzt im Laufe der Woche, bis das Brot fertig ist. Ihr werdet sehen, so viel Aufwand ist das nicht. Und der Geschmack belohnt!!!

May you live in interesting times

Eigentlich wollte ich dieses Wochenende wieder Brot gebacken haben, der Vorrat im Frost ging dem Ende entgegen. Schon Donnerstag hatte ich den Weizensauerteig zum Aktivieren aus dem Kühlschrank genommen, weil er da jetzt seit leider schon über zwei Wochen auf seinen nächsten Einsatz wartete.

Aber auch nach dreimaligem Wiederholen tat sich nix. Hin. Grumpf.

Pfingstsonntag Mittag und kein Brot mehr.

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Tag 1

Jetzt muss ich ihn neu ansetzen, was beim letzten (und gleichzeitig ersten) Mal gut geklappt hat, ich nehm’ euch mit auf diesen Weg.
Also heute einfach 50 g Weizenmehl und 50 g Wasser mischen, Deckel drauf und für 24 – 36 Stunden bei 28°C bis 30°C warm stellen. Das Rezept hab’ ich wieder mal aus dem plötzblog, zum Warmstellen nehme ich den Backofen mit einer Glühbirne, die sich von Zeit zu Zeit einschaltet.

Weizensauerteig – Tag 1

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Trotzdem, wenn auch ohne geschmierte Stullen, ging es dann nach Zons, zum Drehorgel Festival. Irgendwie erinnert mich Zons immer an die “Kaffee draußen nur in Kännchen”-Zeit.
Aber auch viele Drehorgler werden leider nicht jünger und ich kann nur hoffen, dass sich da ein bisschen Nachwuchs einstellt.

Also, so ganz stimmt das mit dem nur hoffen nicht. Der Sohn konnte ordentlich an ihm wohlbekannten Drehorgeln drehen. Nur für die gewünschte eigene und am besten auch historische (ohne diesen ganzen Midi-Firlefanz) reicht es dann kohlemäßig nicht. Na mal sehen, was der Winter so an Bastelarbeit bringt.

Ich erspar euch jetzt eine lange Liste von Videos, eins kann ich mir aber nicht verkneifen:

Wer Interesse hat, kann mehr aus Zons auf meinem youtube-Kanal finden.

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Und eigentlich wollte ich dann nach Hause, nur durfte ich noch als Begleitfahrzeug den waidwunden Kangoo meiner Eltern unter anderem auch per Fähre begleiten. Ich finde Fährfahrten immer wieder was ganz besonderes, auch wenn ich mir für diese einen schöneren Anlass gewünscht hätte.

Aber das Auto steht jetzt vor der Werkstatt und harret der Dinge, die da kommen mögen.

Backtag

Heute war mal wieder Backtag. Im Herbst hatte ich mit dem Sohn ein Video über die Spur der Teiglinge (SWR vom 14.12.2011) gesehen und danach war ihm fast jegliche Lust auf Brot vom Bäcker oder dem Supermarkt des Misstrauens verloren gegangen, auch wenn Schokomürbchen oder Laugenstangen immer gehen, egal woher.

Seitdem durfte ich dann meiner neuen Leidenschaft des Backens frönen. Das hatte ich schon vor Jahren versucht, mit mäßigem Erfolg. Ja, irgendwie war das Brot. Aber nicht der große Wurf, eher ein traditionelles Nahrungsmittel, das aus einem Teig aus gemahlenem Getreide (Mehl), Wasser, einem Triebmittel und meist weiteren Zutaten gebacken wird (Wikipedia). Klingt jetzt schon nicht sehr appetitanregend, oder? Eine Offenbarung waren dann die Rezepte aus dem Plötzblog. Schöne klassische Vorgehensweise mit wenig Hefe, viel Zeit und oft mit Sauerteig. Und Lutz verrät dort auch die Geheimnisse, die für das Gelingen von Nöten sind.

Heute war mal wieder das Weizensauerteigbrot dran, ein Brot nur aus Weizensauerteig, Weizenmehl, Salz und Wasser.

Duft und Geschmack sind fantastisch und die Krume schön grob und unregelmäßig.  Da schmeckt einfach alles zu, ob Butter mit Honig zum Frühstück, nur mit Butter und einem kräftigen Camembert oder mit Kräuterbutter beim Grillen.

Das Brot hat demnächst auch mal einen extra Bericht verdient.

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Nachdem ich ja gestern das Stückchen Musik auf dem Organophon hatte, muss ich heute noch eines meiner Lieblingsstücke nachschieben:

Nicht nur, dass das Original (Film und die Musik) zu meinen Favoriten zählt, auch der Klang der Orgeln von Odin aus der Nähe von Lyon haben es mir angetan. Und diese fantastische Familie, die, von diesen tollen Menschen mal ganz abgesehen, ihrer Tätigkeit mit Hingabe nachgeht und ihre “Produkte” offensichtlich noch liebt. Definitiv eines meiner zukünftigen Reiseziele mit dem Camper Van.

Damit soll es jetzt aber auch erstmal gut sein mit den mechanischen Musikinstrumenten.

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Ich finde das schönste an Wahlwerbung ist immer noch die Kreativität der Passanten.

Diese Kunst, durch ein paar Striche aus einem Plakat eine Satire zu machen, hatte ich schon fast für ausgestorben gehalten. Ich muss aber ehrlicherweise zugeben, dass mir in zunehmendem Maße zu den Plakaten einiger Parteien auch nichts Lustiges mehr einfällt, sei es, weil sie entweder nur noch widerlich und abstoßend oder völlig unaussagekräftig sind

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Ganz im Gegensatz zu den widerlichen Plakaten hat mich die folgende Aktion beeindruckt, weil sie so gar nicht in die heutige Leistungs- und Ellenbogengesellschaft passt:

https://www.sportbuzzer.de/artikel/fair-play-gegner-schenken-verungluckten-vfb-jungs-den-titel/

Ob im bezahlten Fußball sowas auch klappen würde?

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Und zum Ausklang:

https://www.zeit.de/zeit-magazin/2019/21/beluga-wal-hvaldimir-gesellschaftskritik

Schönes Wochenende!