May you live in interesting times

Eigentlich wollte ich dieses Wochenende wieder Brot gebacken haben, der Vorrat im Frost ging dem Ende entgegen. Schon Donnerstag hatte ich den Weizensauerteig zum Aktivieren aus dem Kühlschrank genommen, weil er da jetzt seit leider schon über zwei Wochen auf seinen nächsten Einsatz wartete.

Aber auch nach dreimaligem Wiederholen tat sich nix. Hin. Grumpf.

Pfingstsonntag Mittag und kein Brot mehr.

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Tag 1

Jetzt muss ich ihn neu ansetzen, was beim letzten (und gleichzeitig ersten) Mal gut geklappt hat, ich nehm’ euch mit auf diesen Weg.
Also heute einfach 50 g Weizenmehl und 50 g Wasser mischen, Deckel drauf und für 24 – 36 Stunden bei 28°C bis 30°C warm stellen. Das Rezept hab’ ich wieder mal aus dem plötzblog, zum Warmstellen nehme ich den Backofen mit einer Glühbirne, die sich von Zeit zu Zeit einschaltet.

Weizensauerteig – Tag 1
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Trotzdem, wenn auch ohne geschmierte Stullen, ging es dann nach Zons, zum Drehorgel Festival. Irgendwie erinnert mich Zons immer an die “Kaffee draußen nur in Kännchen”-Zeit.
Aber auch viele Drehorgler werden leider nicht jünger und ich kann nur hoffen, dass sich da ein bisschen Nachwuchs einstellt.

Also, so ganz stimmt das mit dem nur hoffen nicht. Der Sohn konnte ordentlich an ihm wohlbekannten Drehorgeln drehen. Nur für die gewünschte eigene und am besten auch historische (ohne diesen ganzen Midi-Firlefanz) reicht es dann kohlemäßig nicht. Na mal sehen, was der Winter so an Bastelarbeit bringt.

Ich erspar euch jetzt eine lange Liste von Videos, eins kann ich mir aber nicht verkneifen:

Wer Interesse hat, kann mehr aus Zons auf meinem youtube-Kanal finden.

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Und eigentlich wollte ich dann nach Hause, nur durfte ich noch als Begleitfahrzeug den waidwunden Kangoo meiner Eltern unter anderem auch per Fähre begleiten. Ich finde Fährfahrten immer wieder was ganz besonderes, auch wenn ich mir für diese einen schöneren Anlass gewünscht hätte.

Aber das Auto steht jetzt vor der Werkstatt und harret der Dinge, die da kommen mögen.

Gute Reise, Hubert

Traurig und schockiert musste ich gestern Abend lesen, dass Hubert, genannt Floppy, am Donnerstag auf seinem Boot gestorben ist.

Ich kannte ihn nicht persönlich, aber nach dem, was ich von ihm und über ihn gelesen habe , war er ein feiner Kerl, bei dem der Kübel, der über ihm ausgegossen wurde, oft nicht mit Gold gefüllt war, der sich den Spaß aber nicht hat nehmen lassen.

Hier der Bericht der Überführung der RAN von Holland nach Berlin im Sommer 2017.

Handbreit Hubert.

(Foto: badmax im  boote-forum)

Pfingsten 2019 und die mehr oder weniger 1000 Fragen (3)

Pfingsten ist ja immer die Möglichkeit richtig geile Mucke zusammen mit vielen tausend anderen Gleichgesinnten zu hören, dabei eng beieinander zu stehen und das Wetter egal sein zu lassen, ob es jetzt regnet oder die Sonne brennt:

Rock am Ring Stau auf der Autobahn

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Euch daher viel Spaß bei den nächsten Antworten, ich geh jetzt das Auto aussaugen und von innen putzen.

Hier ging es übrigens los mit den Fragen, wer alle Antworten nochmal lesen will und auch mehr über die Fragen wissen möchte.

31. Welches Buch hast du zuletzt gelesen?

Robert Anton Wilson: Illuminatus 2

Nach bestimmt 25 Jahren mal wieder, weil ich meine Erinnerungen darüber nochmal auffrischen wollte (siehe auch 52.)

32. Warum hast du die Frisur, die du jetzt trägst?

Auf die Frage habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut.

Der Begriff Frisur trifft es bei meiner Kopfbehaarung dann doch wohl kaum. Darf man die großflächige Abwesenheit von Haaren noch eine Frisur nennen, weil in meinen Augen eine Frisur etwas ist, das man aktiv herbeiführt?

Also gut, das was da noch wächst, darf da stehen bleiben, weil es einer anderen Person besser gefällt und ich damit autonomer aussähe. Autonomer gefällt mir.

Ansonsten seh‘ ich mich ja doch nur morgens vor dem Spiegel und dann auch nur die Haare, die rechts und links noch über den Ohren stehen.

33. Bist du von deinem Mobiltelefon abhängig?

Nein. Ich habe noch ein Festnetztelefon, könnte meine mp3s auch auf einen Stick laden, mir Zeitungen aus Papier kaufen, das Navi reaktivieren, Fußball am Radio hören und den Wetterbericht durch einen Blick aus dem Fenster holen. Und selbst im Urlaub könnte ich noch eine dieser seltener werdenden Telefonzelle aufsuchen und mich von da aus melden.

Aber praktisch ist es schon und gibt mir auch die Möglichkeit einem Teil meines Broterwerbs auch dann nachzugehen, wenn ich mitten in der Woche faul am See oder sonst wo sitze.

34. Wieviel Geld hast du auf deinem Bankkonto?

 – ohne Worte –

35. In welchen Laden gehst du gerne?

Boulangerie du Vast

36. Welches Getränk bestellst du in einer Kneipe?

Das kommt doch sehr auf den Anlass und die Kneipe an. In Köln würde ich ein Früh bestellen, in Düsseldorf ein Uerige, in Dortmund ein Hövels.

Und dann ist da auch noch die Frage nach der Tageszeit und ob ich noch Auto fahren muss. Also je früher und je Auto, desto Cola. Aber bitte mit Zucker, weil ich auf künstliche Süßstoffe allergisch reagiere und damit zu einer olfaktorischen Belastung meiner Umgebung werde.

37. Weißt du normalerweise, wann es Zeit ist, zu gehen?

Bei Hägar gab‘ es mal so einen schönen Strip, in dem er mit Sven Glückspilz in der Kneipe sitzt, zusammen mit dem Stuhl auf den Tisch gestellt wird und dann feststellt, dass die Kneipe wohl jetzt schließt.

Ich habe Sitzfleisch, merke aber schon, wenn keiner mehr da ist, mit dem ich mich unterhalten kann.

38. Wenn du dich selbstständig machen würdest, mit welcher Tätigkeit?

Bin ich ja schon, mit Tinten und dem Vertrieb von selbstreinigenden Toiletten.

39. Willst du immer gewinnen?

Ja! Das ist doch meistens der Sinn von Spielen oder öffentlichen Ausschreibungen, oder?

Obwohl ich neulich ein lustiges Experiment mit der Familie beim Malefiz spielen gemacht habe. Ich habe mit meinem Papa eine Gemeinschaft geschlossen und wir haben uns nicht gegenseitig rausgeschmissen oder Barrikaden vor die Nase gesetzt, sondern zusammen daran gearbeitet, das Spiel zu gewinnen. Der Vorsprung vor den anderen wuchs so lange, bis die Gemeinschaft zerfiel. Alles nach offizieller Spielregel erlaubt, auch wenn nur einer von beiden danach hätte „gewinnen“ können. Und Spaß hat es auch gemacht.

40. Gehst du in die Kirche?

Ich gehe in Kirchen, um sie aus kunsthistorischer Sicht zu besuchen oder auch ein Konzert zu hören, wobei ich mich der Besonderheit dieser Orte dabei nicht entziehen kann.

Die Lust an Kirche als Institution ist mir trotz vorher aktiver Beteiligung mit 17/18 Jahren völlig verdorben worden.

41. Trennst du deinen Müll?

Ja, sicher. Gelber Müll, Restmüll, Biomüll, Papier und Glas.

Bei Glas sehe ich es ein, das ist prima recyclingfähig.

Bei Papier fängt es an komisch zu werden, weil das in den normalen Müllverbrennungsanlagen fehlt, um auf ordentlich Temperatur zu kommen, weshalb die dann mit zusätzlichem Gas stärker nachgeheitzt werden müssen.

Beim gelben Müll kräuseln sich mir dann die Nackenhaare (siehe 32.), weil viele Kunststoffe nicht so einfach recycled werden können. Sicher ginge das, aber der Rohstoff für neues Material ist noch viel zu billig, als dass da ein Interesse bestände. Also kommt das Plastik aus dem gelben Müll zu 83% wieder zum Restmüll und wird thermisch recycled, also verbrannt, um Gas zu sparen (siehe Papier).

Und in einigen Gemeinden soll man den Biomüll auch nicht mehr kompostieren, weil das Nitrat, das aus dem Kompost kommt, das Grundwasser belaste. Aber da sehe ich auch einen Sinn in der Biotonne, weil man daraus, wie hier in Witten, Biogas machen kann.

Sinnvoller ist wohl dann doch die Müllvermeidung

42. Warst du gut in der Schule?

Wo drin? Also Schule ist schon klar, aber in welcher Disziplin?

Käsekästchen – Check
Idiotenskat – Check
Autorennen – Check
In-der-5-Minutenpause-aus-der-dritten-Etage-herunterlaufen-vom-Schulgelände-rennen-eine rauchen-und-zum-Klingeln-wieder-pünktlich-im-Klassenraum-sein – Check

Der Rest war Mittelmaß, aber mit 2,9 hatte ich im Abi immerhin eine 2 vor dem Komma.

43. Wie lange stehst du normalerweise unter der Dusche?

An manchen Tagen stehe ich stundenlang unter der Dusche, weil sich meine Produktion im Keller direkt unter dem Bad befindet.

Wenn ich dusche, dann dauert das meistens nur so 5 bis 10 Minuten.

44. Glaubst du, dass es außerirdisches Leben gibt? 

Mit Glauben hat das wenig zu tun, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es das geben. Leider nicht die Frage nach intelligentem Leben, denn dann hätte ich antworten können, dass ich daran eher glaube als an intelligentes Leben auf der Erde.

45. Um wie viel Uhr stehst du in der Regel auf?

Kurz nach 6, weil der Sohn in die Schule muss. Das bin ich so gewohnt, dass ich da meistens auch am Wochenende wach werde.

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Ich glaub’, das reicht für heute, auch wenn ich dann doch nicht zur oben schon erwähnten Frage 52 komme. Die ist zwar schon beantwortet, aber da müsst ihr euch noch ein bisschen gedulden.

Wer sich hier durch die 100 Fragen und Antworten liest: Hier geht’s weiter!

Fußball-Weltmeisterschaft – ach so, der Frauen

Die Fußball-WM der Frauen fängt heute an, die im übrigen bei den Männern nur Fußball-WM heißt, und laut WDR 5 Morgenecho kann man einige Spiele sogar im Ersten sehen. Boah, ehrlich, das ist ja wirklich erwähnenswert!

Stimmt, aber einige auch im ZDF, der Rest verschwindet im Livestream von ARD und ZDF im Netz. Warum, weil es nur die Frauen sind? Kann sich einer bei den Männern vorstellen, dass die Italiener oder Franzosen bei einer WM spielen und das Spiel nur im Netz läuft?

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Noch ein paar Schnipsel zur WM:

  • Google liefert, weil es ja gerade aktuell ist, zum Suchwort Fußball-Weltmeisterschaft zwar ganz oben die anstehenden Spiele der Frauen-WM und rechts auch den Artikel der Wikipedia zu selbiger, das erste echte Suchergebnis liefert aber den Wikipedia-Artikel zur Männer-WM
  • Es gibt einen Wikipedia-Artikel zur Fußball-Weltmeisterschaft und zur Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen. Ihr dürft jetzt mal raten, worum sich ersterer dreht – stimmt, nur um die Männer.
  • Aber das kann man Wikipedia eigentlich nicht vorwerfen, weil die offiziellen Name der Wettbewerbe der FIFA ja auch FIFA World Cup und  FIFA Women’s World Cup lauten, es gibt also wohl nur eine “echte” WM und der Artikel schließt sich dem Label der FIFA an.
  • Der Schutzpatron der Fußballspieler und -fans ist der Heilige Luigi, also auch hier nix mit Maria 2.0.
  • Bei der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2018 in Russland gab es ca. 17.000 Volunteers, 2019 in Frankreich bei den Frauen sind es nur 2500.
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Schade eigentlich, dass hier mal wieder die Chance nicht genutzt wird, in einem ganz alltäglichen Thema Emanzipation zu leben. Da hilft dann auch kein Boys-Day oder Girls-Day.

Aber vielleicht liegt es ja auch daran: “Der Erfolg des Fußballs beruht zum Ersten auf seiner Einfachheit.[…] und er ist für Neulinge und Zuschauer leicht verständlich oder gar selbstverständlich. ” (Wikipedia, Fußball). Also vielleicht doch nur was für Männer?

Bildquelle Titelbild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Trunc-icosa.jpg

Müde bin ich, Känguru

… schließe meinen Beutel zu,
lege noch die Ohren an,
damit ich besser schlafen kann.

Der Tag gestern fing schon damit an, dass der Wecker gleichzeitig mit einer Whatsapp klingelte. Das hat mich aus dem Tiefschlaf gerissen und ich war intellektuell nicht in der Lage, das dann Gelesene zu verstehen, geschweige denn irgendwie zu antworten.
Das Frühstück zu machen ging noch mit Autopilot und auch den Weg zur Schule des Sohns habe ich so geschafft. Gegen 10 Uhr konnte ich schon wieder geradeaus denken, um die Ecke aber noch nicht.

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Die Produktion meinte mich Freitag darüber informieren zu müssen, dass es an der Toilette, die eigentlich diese Woche installiert werden sollte, noch eine Planänderung wegen der Barrierefreiheit gäbe. Nach einigem Hin-und-Her, in das sich Dienstag auch noch der Bürgermeister einschaltete, konnte ich den Kunden dann damit beglücken, das sie wohl erst Anfang Juli aufgestellt wird. Da musste ich schon ziemlich zu Kreuze kriechen, vor allem, weil ich vor 1 1/2 Wochen den ursprünglichen Termin noch bestätigt bekommen und auch entsprechend weiter bestätigt hatte.

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Auf dem Weg zum Kinderchor kam die Müdigkeit wieder. Eigentlich wollte ich während der Wartezeit noch was geschrieben haben, aber nach 3 Minuten war die Konzentration so weg, dass ich am Ende des Satzes nicht mehr wusste, wie ich ihn angefangen hatte. Gut, dass ich das Bett jetzt hinten im Kofferraum habe, die eine Stunde Tiefschlaf hat mich gerettet.

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Am Abend hab’ ich dann nur noch den Daily Vlog der Narrowboat Experience geguckt. Kath und Anna haben ein neues Boot gekauft und ziehen jetzt um:

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Nachdem ich gestern noch über die Wärme und die feuchte Luft gestöhnt habe, bin ich heute Morgen dann wieder in kurzen Hosen und T-Shirt raus. Fehler!!!

Boah – war – das – kalt !

Den Sohn habe ich natürlich immer noch wie der Sommertroll gekleidet abgeholt. Ich kann ja dickköpfig sein, mal sehen, wer länger Recht behält, das Wetter oder ich.
Der Sohn steigt ein und lobt das Wetter für seine frische Luft, die ihn ans Meer erinnert. Er hat eine lange Hose an, ein langärmeliges Hemd und eine Jacke.
Vielleicht bin ich ja immer noch nicht ganz wach und sollte mich doch nochmal hinlegen.

Geh’ mach nur einen Plan

Ich muss ja heute doch nochmal auf ein Detail der Campervan-Conversion eingehen.

In Fahrtrichtung links gehen ja vier Leitungen für Warmwasser und Klima der Zusatzheizung an der Schiebetür entlang. Die waren für den Boden furchtbar im Weg. Ich habe die Bodenplatte an der Stelle weg gelassen, das Bett auf einer zusätzlichen Platte montiert und diese dann auf dem Boden liegend über die Rohre geschoben und  verschraubt. Und damit das Kopfteil der zweiten Betthälfte nicht tiefer steht oder anders gebaut werden musste, habe ich das auch auf einen passenden Rest einer Platte montiert.

Erst als schon alles fertig war, ist mir dann aufgefallen, dass ich dadurch ja diese ganze Installation auch super einfach wieder aus dem Auto nehmen kann, wenn ich doch mal was richtig großes transportieren muss. Dazu brauche ich nämlich nur die Platte losschrauben und kann sie dann inklusive Bett heraus heben.

Jetzt könnte ich mich ja für diese geniale Idee feiern lassen, wäre aber nicht mein Ding. Es war einfach ein glücklicher Zufall. Dazu stehe ich, selbst wenn viele versuchen die tollsten, schönsten und intelligentesten zu sein. Wer sich selbst erhöht …

Dass ich damit so einfach die Rohre überbrücken konnte und auch noch das Bett einfach und stabil montiert bekommen habe, auf die Idee bin ich stolz, weil sie mir viel Arbeit erspart hat.

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Aber eigentlich ist es doch gar nicht so wichtig, woher eine gute Idee kommt oder ob sich das rein zufällig ergeben hat.

Trotzdem möchte ich natürlich Quellen nennen. In meine Fall kommen viele Ideen von David Jones’ Kanal “Vandemonium”:

Und wenn ich ehrlich bin, ist er es auch Schuld, dass ich das gemacht habe. Er hat mir mit all seiner Unerfahrenheit gezeigt, dass man das trotzdem schafft, wenn man ´denn will.

Ein ganz fantastischer Mensch. Er hat vor 3 Jahren seinen festen Job als Fernsehjournalist gekündigt, sein Haus verkauft und ist auf ein Narrowboat gezogen. Und dieses Leben dokumentiert er in seinem anderen youtube-Kanal  “Cruising the Cut”. Sehenswert.

Meinen Senf dazu

 

Als gestern um 18 Uhr die ersten Prognosen kamen, hab’ ich mich gefreut, mit der Zeit ließ die Freude nach, weil es einen ja dann doch ärgert, wenn die AfD ständig noch ein paar Zehntel dazu bekommt. Um kurz nach 8 und dann nochmal um 11 aber der Nackenschlag mit Frankreich und Italien und dem Gewinn der Rechtsextremen in diesem Ländern.
Und wo soll ich demnächst Urlaub machen? Auf Balkonien, weil in Witten wenigstens die Grünen gewonnen haben und die AfD es “nur” auf 9,11% gebracht hat?

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Ich bin ja nicht mehr ganz so frisch und habe mit meinen Eltern auch schon 1979 bei der Eröffnung von Ikea in Kaarst eingekauft. Und in den darauf folgenden Jahren war es ja so, dass man nicht immer alles bekam. Dann fuhren wir auch noch nach Kamen oder Godorf, weil wir den Geheimtip hatten, da gäbe es die gesuchte Schranktür oder die Beine für die Küchenschränke noch. Nachlieferungen standen meist in den Sternen.

Ich wollte ja jetzt im Camper Gardinen aufhängen, die von der Ikea sind zwar zu lang, aber ich habe ja eine Nähmaschine. Und die Matratze Jömna ist zwar auch zu breit und zu lang, aber sehr preiswert, und auch daran kann ich noch herumschnippeln und nähen.

Siehe da, die Matratzen bekomme ich in Wuppertal im Moment nicht, aber in Dortmund, nur dass da die Gardinen wieder nicht vorrätig sind. Ist also wie Anfang der 80er, damals hatten die Grünen auch einen Sprung in der Wählergunst gemacht. Geschichte wiederholt sich also doch.

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Aber genug genörgelt. Die Pfingstrosen blühen und die Rosen werden auch immer schöner:

 

Auf Regen folgt immer …

Sonnenschein. Das fing schon damit an, dass von DHL heute morgen um 3:35 Uhr die Nachricht kam, das Smarte Phone käme doch schon am Freitag. Um 12:54 war dann der Paketbote da, um 13:17 lief das Dingen schon wieder, auch wenn die diversen Updates, Installationen und Updates der Updates erst noch weiter installiert werden mussten.

Was ich ja so gar nicht verstehe: Im Januar hatte ich das gestern zerlegte Teil ja erst bekommen und damals nicht nur Modell und Hersteller, sondern auch von  Android 7 auf 8 gewechselt. Trotzdem war damals google  mit seiner Sicherung in der Lage selbst meine etwas komplizierten Email-Accounts bei Bluemail wieder herzustellen. Diesmal, gleiches Betriebssystem, gleiches Handy, keine Wiederherstellung der Email-Accounts.

Verstehen tue ich das jetzt nicht, auch wenn ich ja immer behaupte, Computer würden einen nicht ärgern, weil das eine zu menschliche Interpretation wäre. Die folgen ja immer nur ihrem Programm. Muss also doch ein Anfangswertproblem sein.

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Mit dem Camper-Van ging es auch weiter. Nach der Grundreinigung gestern habe ich dann heute die Dachlatten für die Unterkonstruktion des Boden zurecht geschnitten, mit der Hilfe von Hanzo, meiner Japansäge. Die hat zwar einen anderen Markennamen, ich nenn’ sie aber immer so, weil sie so scharf ist wie ein Hanzo-Schwert bei Tarantino. Das Auto heißt übrigens Georges, so benannt nach “Georges le Tueur” von Georges Wolinski.

Nach dem Zusägen habe ich die Klebestellen im Auto noch mit Aceton gereinigt und  dann die Latten festgeklebt. Nicht alle, irgendwann gingen mir die Steine zum Beschweren und der Bewegungspielraum aus. Aber seht selbst:

Ich behaupte nicht, dass das die beste aller Möglichkeiten ist, einen Transporter zum Camper umzubauen, aber für mich reicht es. Darauf kommen dann OSB-Platten, die hat sich der Sohn gewünscht, er findet die so schön und an die Fenster Gardinen von der Ikea. Und dann wird die Idee Camper-Van erstmalig auf den Prüfstand gestellt.

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Ich schulde Euch noch ein Bild vom Lavendel an der Terrasse.

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Im Hintergrund läuft immer noch Rüdiger Baldauf, am 22. Juni zu hören mit Edo Zanki und Joo  Kraus beim Düren Open Air, und für die, die es dahin nicht schaffen, am 3. Oktober in Hamm, dann mit Max Mutzke.

Auch für sowas freu’ ich mich auf den Camper Van.

Bitte Löschen

Ihr kennt auch die Tage die man am liebsten löschen würde.

Das fing schon damit an, dass ich gerne  gestern Nachmittag über ein in meinen Augen fremdenfeindliches Verhalten geschrieben hätte, was ich mir verkneifen musste, um eine mir sehr nahe stehende Person nicht wieder als Nestbeschmutzer im Rahmen institutionellens “eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus” darstehen zu lassen.

Weiter ging es dann mit dem Kommentar von Hannes Schrader in der Zeit zu Rezo’s “Ich zerstöre die CDU.”-Video. Bisher hatte ich die Zeit eigentlich wegen ihres intellektuellen Anspruchs geschätzt, aber dieser Kommentar hat dann doch an diesem Glaube gerüttelt. Was ich dazu denke, schreibe ich jetzt besser auch nicht.  Herbert Wehner, der sich in die heutige Zeit versetzt wahrscheinlich gut mit Rezo verstanden hätte, würde jetzt sagen, der Autor bade “[…]gerne lau, so mit Schaumbad”. Lol Digger.

Zur Krönung habe ich dann heute Morgen noch das Smartphone gecrashed, habe die Kaffeetasse fallen lassen und von 12 m² Küche hat die Tasse genau die 5,5” Display getroffen, die auf dem Küchentisch lagen. Erst war nur das Display schwarz, die grüne LED blinkte aber noch. Kurze Zeit später wandelte sich das aber in Rot und nichts ging mehr.

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Der Vormittag war dann mit der Suche nach einem neuen belegt. Nach langem hin und her wird es wieder das gleiche. Bestellt und 2 Stunden später schon verschickt, vielleicht ist es ja morgen schon da.

So albern es klingt, aber wenn die Brotscheibe nicht läuft, komm’ ich mir vor, als wenn ich auf einer einsamen Insel wäre. Aber jetzt nicht so mit schönem Strand, Palmen  und azurblauem Wasser, eher so gestrandet, ohne Wasser, Brot und die Möglichkeit ein Floss zu bauen. Banane das, ist aber so,

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Zum Ausgleich habe ich dann heute Nachmittag mit dem Camper-Van angefangen.

Ich habe diese Idee, “sage nicht Projekt, wenn du nicht Hornbach meinst”, bewusst  erstmal klein angesetzt. Da ja die Bank nun endlich weg ist und die Ladefläche des Boxers frei ist, konnte ich anfangen. Im ersten Schritt will ich erstmal nur einen Boden einziehen, eine ausziehbares Bett einbauen, Vorhänge vor die Fenster und gut ist. O.K. einen kleinen mobilen Gaskocher für den Kaffee noch mit rein, Campingtisch, aber dann soll auch gut sein.

Die Gummimatten waren schnell raus, mal ordentlich durchgesaugt, dann doch noch eine Stunde lang gewischt, man sah das aus unter den Matten. Richtung Wochenende sollen dann die Latten rein geklebt werden, damit ich da den Boden drauf verschrauben kann.

Schee sieht’s aus, vielleicht wird das ja doch noch was mit dem ersten Test am langen Christi Himmelfahrts Wochenende, wenigstens könnten mir dann nicht wieder vor der Tür irgendwelche Deppen am Vetertag Hakenkreuze auf mein Auto sprühen.

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Und weil ich dafür noch ein paar Dachlatten brauchte, hab’ ich gleich im Baumarkt noch Lavendel für die Terrasse gekauft, für Bienenfreunde stand da drüber. Der Sohn springt zwar bei jedem Gesummsele gleich auf und geht rennen, aber wir hatten die Idee trotzdem gleichzeitig. Also jetzt ein bisschen Provence in Garten.

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Den Abend habe ich dann im Garten mit Musik ausklingen lassen, trotz des ersten “zu kalten”  Monats seit März 2018:

“Erst wenn Du warten kannst …”, das Handy kommt laut Sendungsverfolgung wohl erst am Samstag. “Dann ist das so”, sagt der Sohn. Recht hat er.

Trotzdem bin ich mir immer sicherer, dass die Engel auf den Wolken Flügelhorn spielen, das mit den Harfen sind bestimmt nur Fake-News.

Das Biest in meiner Küche

Kennt Ihr das Biest des Monsieur Racine, dieses wunderbare Kinderbuch von Tomi Ungerer?

Bisher dachte ich ja immer, das sei nur eine Bildergeschichte, bis eben in meiner Küche genau dieses Untier sein Unwesen trieb:

Und wie auch bei Ungerer entpuppte es sich als etwas ganz harmloses, da hatte sich Paul beim spielen (wenn auch mit meiner Unterstützung) so in einem alten Sweatshirt verfangen, dass der Kopf im Ärmel hing. Ich hab‘ ihn aber wieder befreit, wenn auch erst nach dem Bild.

Grund genug das schöne alte Buch mal wieder herauszukramen. Dem Sohn hat auch gefallen, was Papa so vor 45 Jahren “gelesen” hat.

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Ich hatte das Vergnügen, Tomi Ungerer vor Jahren mal bei Christoph Kuhlmann in der „Auberge Schupferen“ in den Vogesen begegnen zu dürfen, auch wenn ich nicht behaupten kann, ihn kennengelernt zu habe. Aber Schupferen is auch ohne Ungerer absolut empfehlenswert. Meine Empfehlung: Terrine oder überbackenen Ziegenkäse zur Vorspeise, als Hauptspeise was es gerade gibt oder Fleisch-Schnacka und Meringue glacée zur Nachspeise. Ganz wichtig: Vorher anrufen und fragen, ob offen ist und vielleicht auch einen Tisch reservieren.

Bei schönem Wetter kann mit dem Sonnenuntergang im Rücken Richtung Schwarzwald bis über das Rheintal sehen, und wenn nicht, ist man da auf 1150 m auch schon mal über den Wolken.

(Bildquelle)

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Heute war dann noch die Generalprobe für das Jubiläumskonzert der Musikschule Heiligenhaus am Samstag um 17 Uhr.

Hingehen lohnt sich immer. Und die Musikschule kann jede Unterstützung beim Streit mit der Stadt um den vermehrten Einsatz von Honorarkräften statt bisher fest eingestellter Lehrer brauchen.
Aber was die Investition in kulturelle Bildung bedeutet, zeigt sich nicht nur bei so einen Konzert. Auch langfristig “rechnet” sich sowas, selbst wenn der Kämmerer das als “Defizit” bezeichnet.

Mehr Infos zur Musikschule Heiligenhaus und zum Konzert gibt es hier

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Und zum Schluss dann noch ein Stückchen Musik vom Blasorchester der selbigen. Denkt euch mal die 40 weg und schreibt eine 50 hin, dann stimmt das schon.