Unkraut vergeht nicht

Lavendel mit Biene

Ich mache eigentlich gerne in der wärmeren Jahreszeit immer einen Schritt durch den Garten, einmal nachsehen, was die Vegetation so sagt. Bis vor zwei Jahren hab’ich auch regelmäßig alle zwei Wochen die Wiese gemäht. Aber glücklicherweise ist letztes Jahr der Rasenmäher durchgerostet und seit dem mäht der Sohn nur noch die nötigsten Flächen mit den Elektromopped.

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Ein Blick auf meinem Rundgang gilt immer den Ostbäumen, vier Apfel-, zwei Birn-, zwei Sauerkirsch-, ein Pflaumen- und ein Mirabellenbaum. Die Äpfel sind nicht so die Geschmacksriesen, aber gut zu Apfelwein zu verarbeiten, die Birnen bekommen immer so borkige Stellen und fallen ab und die Kirschen holen sich in der Regel die Vögel.

Pflaume und Mirabelle sind noch recht jung und haben im letzten Jahr zum ersten mal getragen. Aber kurz bevor ich sie ernten konnte, sind bei der Dürre alle Früchte binnen kurzer Zeit abgefallen.

Mirabellenbaum
Mirabellenbaum

Wie man sehen kann, ist die Mirabelle wieder extrem voll, mal sehen, ob es dieses Jahr besser klappt mit der Ernte.

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Wer ein Händchen dafür hat, könnte in dem Garten bestimmt landschaftsgärtnerisch tätig werden und einen tollen und sehr gepflegten Park daraus machen. Das wäre aber nicht mein Ding und wie man am Obst sieht, fehlt wohl dazu auch das Händchen.

Und mit dem schon erwähnten kaputten Rasenmäher hat sich die Natur ein Stück des Gartens zurückerobert.

Ich könnte ja jetzt behaupten, das hätte ich absichtlich so gemacht und mit dem Argument, man solle ja ein Stück Garten für die Insekten ungepflegt lassen, das ganze auch ideologisch untermauern. Aber es hat sich einfach so ergeben und der Garten ist groß genug, dass mir die Flächen jetzt auch nicht fehlen.

Und gefallen tut es mir auch, weil es wirklich nach Natur aussieht, aber seht selbst:

Wilde Nelke
Wilde Nelke
Brombeerblüten
Brombeerblüten
Mariendistel?
Mariendistel?
Was auch immer
Was auch immer
Gespinnst
Gespinnst
Wächst am Boden, ist schön, kann ich aber auch keinen Namen zu nennen
Wächst am Boden, ist schön, kann ich aber auch keinen Namen zu nennen
Irgendwelche wilden Erdbeeren, die aber keinen Geschmack haben.
Irgendwelche wilden Erdbeeren, die aber keinen Geschmack haben.

Nicht wundern über die Beschriftung, ich kenne da kaum Namen, kann aber sagen, ob mir was gefällt oder nicht. Und gepflanzt habe ich davon nichts.

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Ganz interessant und reizvoll finde ich auch, wie die Natur sich bestimmter Dinge, z.B. den alten gusseisernen Ofen, den ich mal gezielt bepflanzen wollte, wiederholt. Meine Pflanzungen haben immer nur kurz gehalten, das hier hat sich selbst gepflanzt und hält sich. 

Gusseiserner Ofen mit ich weiß nicht was
Gusseiserner Ofen mitwas auch immer (siehe oben) und Paul

Ein bisschen Landschaftspark Duisburg Nord im Kleinen.

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Selbst der blöde Liguster, für mich die klassisch wohlgepflegte bürgerliche Hecke par excellence, hat nach konsequentem Nichtschneiden dieses Jahr geblüht, das es eine Pracht war.

Linguster Archivbild vom 14. Juni
Liguster Archivbild vom 14. Juni

Und der Duft, unbeschreiblich. Und obwohl jetzt der Großteil schon verblüht ist, rieche ich ihn hier unter dem Baum immer noch.

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Bleibt noch die Einfahrt, die an der einen  Seite so einen nicht zu pflegenden Hang hat, viel zu steil und voller Geröll. Da kommen immer wieder die Brombeeren durch. Jetzt schneide ich nur noch alles überstehende ab und der Rest darf zu einer schönen  dichten Mischhecke ranwachsen, wie in der Normandie an den Weiden.

Die Mischhecke in der Einfahrt
Die Mischhecke in der Einfahrt
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Den Rest kennt Ihr ja schon, den Tisch mit dem Stuhl unter dem Baum, die Rosen, die jetzt verblühten Pfingstrosen, …

 

smart – clever, gewitzt

kein Rotkehlchen

Christian hat ja neulich dieses super-duper-macht-von-selbst-Fotos Dingen vorgestellt. Ich mag ja solche Gimmicks.

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Was ich im Gegensatz zu ihm nicht bin: Ich bin kein Gebrauchsanweisungsleser.

Klar gibt es die, die man sich eh ersparen kann, weil sie unbrauchbar sind. Aber auch die richtig guten lese ich nicht durch, sondern schlage nur was nach. Also auch mal wieder mehr Frage-Antwort, ein bisschen mit dem Gerät rumspielen und nicht weiterkommen, nochmal nachschauen, wie eigentlich die Rufnummernunterdrückung funktionierte, sowas halt. Und da muss ich natürlich dann wissen, wie das heißt, und wo ich das finde. Das Inhaltsverzeichnis hilft da selten weiter und ein Stichwortverzeichnis gibt es auch kaum noch.

Online-Anleitungen oder auch PDFs sind mir da lieber, für die Suche reicht meist ein Wort, das zwar mehrere Treffer hat, die aber schnell durchgeklickt sind.

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Gestern Mittag war der Neid auf das Dings dann besonders groß, weil der Sohn festgestellt hat, dass die Rotkehlchen in unserem Brutkasten für Halbhöhlenbrüter, na was wohl, brüten.

Als Erstes habe ich 5 Minuten mit der Kamera im Anschlag davor gehockt und darauf gewartet, dass da endlich mal so ein Elterntier anfliegt und füttert. Die Rotkehlchen sind ja sonst auch nicht scheu, aber es kam keins.

Wär das nicht schön, wenn ich jetzt die Kamera einfach nur auf’s Stativ stellen könnte, und der Trigger immer die perfekten Fotos einfangen würde?

Ich habe sie dann auf Video gestellt und drei 4 GB Filme aufgenommen.

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Gestern Abend dann langweiliges durchgucken, 39 Minuten lang Baumstamm mit Brutkasten auf Bildschirm, aber kein Rotkehlchen zu sehen.

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Sind wir jetzt Individuen oder ist das nur die Synchronizität von Ereignissen? Jedenfalls hat Christian gestern versucht seine Vogeltränke mit dem Trigger zu fotografieren, vermutlich um einen Vogel drauf zu haben. Sein Ergebnis ähnelte meinen, aber ich denke mal, dass er die Bilder schneller durchklicken konnte. Aber ich warte jetzt erstmal ab, wie sich das bei hm weiter entwickelt, bevor ich den Trigger auf meine Wunschliste setze.

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Wenn ich hier einen Absatz mit einem “1. ” anfange, dann denkt sich das Programm “Ah, der Mio will wohl eine Nummerierung machen. Helfe ich ihm doch mit einer Formatierung weiter.” und konvertiert das in eine nummerierte Liste, ob ich will oder nicht. Nehme ich diese Formatierung raus, ist das “1. ” auch wieder weg. 

Aber ich habe es überlistet. Ich schreibe meinen Text, füge dann davor ein Freizeichen ein und dann erst wiederum davor das “1.” aber jetzt ohne Leerzeichen. Ich glaube, sowas nennt man Workaround.

Habe ich schon mal gesagt, dass ich diese ganzen “smarten” Funktionen hasse, bei denen eine unintelligente Software meint besser als ich selbst zu wissen, was ich gerade will?

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Mein Laptop meinte in den letzten Tagen vor der Wärme auch kapitulieren zu müssen. Das ging einfach immer wieder aus. Und dann habe ich mich an ein Tool erinnert, das ich mal benutzt habe, um Bluetooth auf seinem Vorgänger zu aktivieren: tpfancontrol.

Eigentlich soll ja das Bios den Ventilator steuern und eigentlich ja auch perfekt auf das Gerät abgestimmt. Komischerweise kann das aber tpfancontrol besser.

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Kann das sein, dass ich heute meinen Technik-Bashing-Tag habe?

Aber der Duden klärt auch da zu “smart” auf:

“Herkunft: englisch smart, zu: to smart = schmerzen, verletzen, also ursprünglich = schmerzend, schmerzlich, dann auch: scharf, beißend, schneidend”

Passt, finde ich.

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Bei dem ganzen unwürdigen Schwarzer-Peter Spielen der EU-Staaten mit den Bootsflüchlingen und der aktuelle Situation rund um die “Sea-Watch 3”, bei der sich wieder alle wie im Kindergarten benehmen, wenn es darum geht, den Sandkasten aufzuräumen, hier nochmal der Wahlwerbespot von “Die Partei” zur Europawahl.

Auch das schmerzt.

Resteessen – Himmel un Ääd

Kaulquappen

Heute mal ein bisschen Kraut und Rüben, was so übrig geblieben ist.

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Im Mai haben wir unseren “Pool” entsorgt, der aufblasbare Ring war nach ein paar Jahren dann doch hin.

Ja, ja, eigentlich sollte man das Teil nicht das ganze Jahr draußen stehen lassen, aber den Klumpsch aufzubauen, ohne Falten im Boden zu haben, war schon beim ersten Mal eine Qual. Vom Abbauen habe ich nur in Vollmondnächten geträumt, wenn ich einsam auf einem Hügel stand und geheult habe.
Vermutlich hätte das auch funktioniert. Ob er dann nicht auch schon kaputt wäre, ich denke schon.

Zurück. Wir haben das Wasser abgelassen, oder besser gesagt den Garten geflutet, 7m³ wollen ja irgendwo hin. Und dann hat er mit dem Restwasser erstmal gestanden, vielleicht, dachten wir, fällt uns noch was ein. Fiel nicht, also zerschnibbel, in handliche Stücke.

Und siehe da: er war schon bewohnt.

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Wir haben einen Teich. Nee, wir hatten einen kleinen Teich. Okay, noch weiter zurück.

Ich hab’ mal im Garten einen Sandkasten gegraben, so schön mit Holzbrettern und Sitzflächen an den Seiten, 2x3m und einen halben Meter tief. Daneben kam dann ein kleiner Teich mit zwei Fischen, so ein 120 Liter Teil. Als der Sandkasten “Out” wurde, kam der Sand raus, eine Teichfolie rein, mehr Fische und Wasser (in umgekehrter Reihenfolge) und ein Wasserlauf vom kleinen zum großen Teich. Nach mehrmaligen Besuchen des Reihers blieben nur noch ein paar Moderlieschen und schlammbraune Goldfische übrig. 

Diesen Winter ist dann der Holzrand eingekracht und hat mit den darauf liegenden Bruchsteinen eine neue Böschung modelliert. Und zack, jetzt weiß ich auch wohin der Frosch/die Kröte umgezogen ist.

Ob Frosch oder Kröte, ich bin kein Biologe, auf jeden Fall so ein Hüpfedingen, dessen Nachkommenschaft den Weg mittels Metamorphose über die Zwischenform Kaulquappe nimmt. Comments below.

Minifrosch mit Restschwanz
Minifrosch mit Restschwanz – zum Größenvergleich vorne im Bild ein abgefallenes Blatt vom Kirschlorbeer

Quaken habe ich es noch nicht gehört, wenn das noch kommt, wird es wohl ein bisschen lauter werden, aber eine sehr romantische Vorstellung das ist.

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Hab ich schon erwähnt, dass mir zu warm ist?

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Himbeer-Ausbeute von gestern auf heute: 8 Stück. Papa 0 : 8 Sohn, und die Stachelbeeren werden wohl auch erst zum nächsten Jahr was. Kann man eigentlich um die Jahreszeit noch Himbeeren pflanzen?

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Das darf ich Euch nicht vorenthalten: Wir wohnen am Freibad, ab 11 hr sind keine Parkplätze mehr da, ab 14 Uhr ist die Kurve einseitig blockiert. Sehr lustige Unterhaltung, wenn dann gut gelaunte Menschen bei schönen Wetter ihrem Freizeitvergnügen nachgehen, mit Schimpfen,  Fluchen, Schreien, Hupfen und quietschenden Reifen.

Freibad Annen
Freibad Annen

 

Zur Würze dann noch ein Schulbus und DHL. Perfekt.

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Paul ist auch zu warm, der liegt im Bad auf den Kacheln.

Paul
Paul

Ich hör jetzt auf für heute und setz’ mich unter den Baum.

… dann kann er was erleben

Ich hab’ ja mit den Niederlanden ein Problem: Ich sprech’ kein Niederländisch. Und nur weil viele meinen, die Holländer könnten doch alle Deutsch, das sei doch eh nur ein Dialekt, schließe ich mich dem nicht an.

Also Englisch.

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Erster Kontakt: eine italienische Eisbude, auf Englisch, in den Niederlanden. Bestellt habe ich zwei Hörnchen mit je 2 Kugeln, im einen 2 x Schoko im anderen 2 x Strawberry Cheesecake. Bekommen haben wir nach dem mehrfachen Hinweis auf 2 Kugeln je ein Hörnchen mit einer Kugel. Aber das Eis war gut.

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400 m weiter ein französisches Café, eine Apfelschorle und ein Cappuccino. Die Apfelschorle hatte schon so eine komisch orange Farbe, was in den Niederlanden ja schon mal sein kann, war dann aber kein Apple Fizz sondern ein Aperol Spritz, kann ja mal passieren, besonders wenn ein 15 jähriger sich das bestellt.

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Abends dann auf dem Weg zum Stellplatz noch Pizza gekauft, eine Prosciutto (EUR 7,75) und eine Mista (EUR 8,25) sollten zusammen EUR 25,50 kosten. Nein, der Karton kostete nicht extra, aber sie meinte je 2 Pizzen verstanden zu haben. Kommt zwar auch rein rechnerisch nicht hin, aber vielleicht sahen wir auch so verhungert aus.

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Soll ich für’s nächste Mal vielleicht doch noch Niederländisch lernen, oder Italienisch und Französisch, oder ist mein Englisch so schlecht?

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Am zweiten Tag hat sich dann der Bus auf dem Weg in die Utrechter Innenstadt verfahren, aber das lag bestimmt nicht an mir, ich habe nämlich den Mund gehalten und bin schweigend eingestiegen.

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Noch ein paar Fotos?

Ich hab keine Auswahl getroffen. Guckt Euch an, was Euch gefällt, ihr dürft auch alle anschauen.

Klick macht groß und bis demnächst bekomme ich das auch mit einer Slideshow hin, versprochen.

We don’t need no thought control

Wolken

Heute nur ganz kurz, weil der Tag mit Vorbereitungen für’s lange Wochenende drauf geht. Aber das hier grummelt mir schon seit Tagen im Hirn herum und ich muss es mal los werden.

Ja ich weiß, meine Schulzeit ist schon ein bisschen länger her und das waren noch andere Zeiten. Und wie Karl Valentin schon sagte: Früher war auch die Zukunft besser.

Aber seit der Sohn auf die weiterführende Schule geht, machen die 10er zum Abgang jedes Jahr das selbe. Immer Mottowoche mit verkleiden und am letzten Tag immer die fast gleichen Scherze.

Sind wir schon wieder so weit zurück bei dem, was Pink Floyd 1979 angeprangert hat?

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So, jetzt mache ich weiter, morgen geht’s nach Utrecht ins Museum Speelklok und dann mit dem Campervan vielleicht noch weiter ans Ijsselmeer. Wir lassen uns ein bisschen treiben. Daher auch der nächste Blogbeitrag wahrscheinlich erst Sonntag.

Plagegeister

Gemeine Stechmücke

Ich hätte ja immer behauptet, ich würde von Mücken nicht gestochen. Wilde Theorien geisterten dazu in meinem Kopf herum.

Als ich noch nicht alleine in meinem Zimmer schlief (tolle Umschreibung), hatte ich morgens nie einen Stich, Sie war zerstochen. Weitere Sticheleien erspar ich mir hier, aber der Wortwitz lag gerade so schön auf dem Elfmeterpunkt.

Heute Nacht wurde ich um 3 Uhr wach, weil, naja, ihr wisst schon. Bei Terry Pratchett gibt es dafür sogar eine anthropomorphe Personifizierung.  Und wie ich da so aus meinem Bett krabbel und mich schlaftrunken durch die Bude schleppe, stelle ich einen dicken Quaddel an meiner Hüfte fest und der juckt sogar.

Ein Mückenstich, und was für einer!

Und heute morgen – nichts. Weg.

Also schlafe ich wohl doch einfach nur zu gut um die Stiche mitzubekommen und mein Körper scheint darauf einfach nicht allergisch reagieren zu wollen. Nur auf das hohe Sirren der Mücken reagiere ich allergisch, das nervt.

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Samstag Morgen hatten wir noch davon geträumt, mit einem Lottogewinn eine Drehorgel kaufen zu wollen. Samstag Abend eine SMS mit der Nachricht, ich hätte gewonnen. Heute die Mail über den Gewinn: 5 Euro

War ja auch kein Lotto-Gewinn, war nur Spiel 77. Aber nächsten Samstag gewinne ich bestimmt.

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Als ich gestern Abend bei der Pizza das Wort Fremdsprache schrieb, fiel mir auf, das da ja Fremd drin vor kommt.

Ist eigentlich eine Fremdsprache noch eine Fremdsprache, wenn man sie schon erlernt hat?

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Und die ersten Himbeeren sind reif. Die konnte ich aber nicht so schnell fotografieren, wie sie gegessen wurden, daher hier eine noch nicht ganz reife:

Himbeere
Himbeere

Irgendwie brauche ich doch mehr Himbeerbüsche. Aber ich habe jetzt Stachelbeeren gepflanzt, die mag der Sohn nicht. Kennt Ihr noch Stachelbeerschnee?

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Der Rest des Tages ist Tinte und Basteln. Der Sohn baut mir gerade eine neue Füllmaschine auf Basis eines Arduinos, weil meine wirklich nicht mehr gesund klingt und der Neupreis sich in den letzten 10 Jahren fast verdreifacht hat. Er entwirft die Schaltung und übernimmt die Programmierung, ich soll das ganze nur noch vom Breadboard auf eine Platine löten.

Prima so ein Sohn, ich glaub’ ich pflanz’ noch einen Himbeerbusch.

Titelbild Quelle: Urmas Tartes / Wikipedia

Kommando zurück

Ich hab mir am Samstag anhören/anlesen (gibt’s das überhaupt?) müssen, “Profis würden dir vermutlich sagen, dass du langen Atem haben sollst und dass es dauert.”

Ja – Profis – eben!

Darüber hatte ich auch nachgedacht. Und ich bin kein Profi, der irgendwie auch sein Geld indirekt mit dem Web verdient, ob jetzt als Webseitenprogrammierer, Texter oder Shopbetreiber. Und ich weiß es auch, weil ich mal Profi war, nicht direkt beim Schreiben, aber im Web. Für mich hatte das eher was mit Content-Marketing zu tun, über Drucker, Tinten, Nachfüllen und so ein Zeug. Und bei den anderen Profis auch immer irgendwie, selbst wenn sich ein Blog nur schwer in ROI oder Conversions rechnen läßt.

Aber ich habe nichts zu verkaufen, außer meiner Meinung und dem, was so in meinem Leben passiert. Und damit verkaufe ich ja nichts. Ich gebe einfach ein Stück von mir weiter.

Und Freitag saß der Frust schon ziemlich hoch, weil sich (fast) keiner dafür interessiert.

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Profis …

Eben, ich bin kein Profi, ich muss nicht versuchen, das professionell zu betreiben. Ich muss nicht regelmäßig schreiben, muss nicht zwischendurch mal einen toll recherchierten Gedankengang loswerden, muss nicht glänzen und muss dann auch nicht auf Analytics schielen und überlegen, ob sich das lohnt.

Dass sowohl ich nicht dem Geschmack der Meisten entspreche, als auch meine Meinung und meine Sicht der Dinge nicht deren Geschmack triff, weiß ich auch so, da habe ich leider genügend Beispiele für. Aber resigniere ich deshalb?

Gut, an manchen Stellen schmerzt das schon und ich  ziehe meine Konsequenzen, weil ich mir das nicht antun muss. Ich haue mir ja auch nicht immer wieder mit dem Hammer auf den  Daumen, weil’s so schön ist, wenn der Schmerz nachlässt.

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Nur hat der Frust am Freitag wieder genau in so eine schon ausgewetzte Kerbe gehauen. Daumen getroffen, Nagel blau.

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Aber ich mache jetzt weiter, nur anders. Ohne den Druck, irgendwas besonderes abliefern zu müssen und anderen zu gefallen. Ohne zu versuchen, die Eintagsfliegen zu halten. Ohne zu versuchen, besonders geschickte Zeiten zu treffen, zu denen die Leser gerade nichts besseres zu tun haben, als auf Facebook nach Unterhaltung zu suchen.

Ich schreib’ einfach nur noch wann ich will, was ich will, und wie ich will. So mache ich das im Leben ja auch, wenn’s nicht um den Verkauf von Lebenszeit gegen Geld geht. Und wem das nicht gefällt, der zieht eben weiter oder nimmt’s nicht wahr, auch wie im richtigen Leben.

Und sollte sich bis hierhin jemand angegriffen fühlen, so sei Ihr gesagt: Nee, nee. Ich bin für mein Handeln schon selber verantwortlich, auch (und gerade) wenn ich aus guten Ratschlägen die für mich falschen Schlüsse ziehe.

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Aufstehen, Frust ablassen, Krone richten, Nase gerade biegen, weitergehen.

… und Tschüss

Heute Morgen habe ich eine Stunde dran gesessen und den Ablauf des Brotbackens, vom letzten Weizensauerteigansatz bis zum Backen geschrieben. Dazu wollte ich dann heute Abend die dazu gemachten Fotos bearbeiten und einfügen und den Text nochmal revidieren, weil ich beim Schreiben längere Texte gerne in einen langweiligen Trott verfalle, Nomen est omen.

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Google Analytics ist ja ein böses Tool. Wie google im Großen verfolgt man  die Besucher auf der Seite im kleinen, von wo sie kommen, welches Gerät sie verwenden, welche Seiten sie besuchen, wie lange sie da bleiben, wo sie abspringen.

Wie gesagt, ein böses Tool, weil Informationen gesammelt werden und der Besucher doch ziemlich gläsern ist. Aber für den Betreiber einer Seite, ob nun Shop oder privater Blog, ein sehr hilfreiches Tool, weil man schnell sieht, für welche Themen Interesse besteht, ob mehr oder weniger Fotos den Besuchern entgegen kommen, wann die Texte anfangen zu lang zu werden und und und …

IP-Adressen von Nutzern werden dabei übrigens nicht übertragen, das wäre verboten.

Als ich noch den Shop hatte, fand ich das Rudelverhalten von Kunden immer sehr spannend. Samstags war kaum einer im Shop, da wurde eher offline eingekauft, Sonntags haben sich die Leute informiert und dann meist Montags oder Dienstags während eigentlich üblicher Dienstzeiten gekauft.

Und bestimmte Produkte wurden immer fast gleichzeitig gekauft. Zum Beispiel  Tinten für Brother drucker: Nach 2 Wochen ohne einen Verkauf wurden dann meistens mehrere Sets innerhalb weniger Stunden an verschiedene Kunden quer durch die Republik verkauft. Danach war dann wieder wochenlang Pause. Der Mensch ein Individuum? An der Stelle wohl eher nicht.

Aber das Tool kann auch  für den Betreiber böse sein, wenn er die Informationen gar nicht erst bekommt, sondern nur die Info, dass es nur einen Seitenaufruf gegeben hat. Die berühmte Ein-Mann-Statistik.

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Für alle, die es interessiert:

Es gibt super Plugins, oder Addons oder Erweiterungen, die google und dem Webseitenbetreibern einen Strich durch die Rechnung machen und die Übertragung der Daten an google unterbinden. Sowas nutze ich auch, weil ich ja nicht nachträglich erstmal alle Daten von meinem eigenen Surfverhalten auf der eigenen Seite säubern will. Und sowas nutzen andere Webseitenbetreiber aus dem selben Grund bestimmt auch. Für Android habe ich aber nichts Vergleichbares gefunden, bei mir klappt das nur über den Desktop.

Damit hat die Aussage, die man von Analytics bekommt, wieder eine gewisse Unschärfe. Aber aus der Erfahrung im Shop, wo es dann ja Einkäufe gibt, ohne dass jemand auf der Seite war, würde ich die Zahl bei vielleicht 10 bis maximal 25 % ansetzen. 

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Langer Rede kurzer Sinn: Anstatt die 1 bis 3 treuen Leser weiter mit meinem Geschreibsel zu füttern, stelle ich den Blog jetzt wieder ein. Mich kostet das echt Zeit. Ich habe es gerne gemacht, aber so hat das ja keinen Zweck. Da könnte ich in der Zeit auch gleich die Leser anrufen und ein bisschen quatschen, das wäre unterhaltsamer.

Ja, die Antwort auf Frage 37 passt auch hier. In diesem Sinne, macht’s gut, ich räum’ die Werft auf und bau’ an meinem Boot weiter. Und morgen backe ich einen Schokokuchen für den Sohn.

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Mit einer Rose als Bild hat es angefangen, diese ist verblüht, mit einer musikalischen Rose höre ich hier auf:

 

Murmeltiertag

Gestern war ich noch unterwegs nach Düsseldorf und der Sauerteig hat mich auf der Autobahn überholt.

Abends war er dann wieder im Backofen, aber schon wieder komplett eingefallen. Ich wollte dann weitermachen, habe aber beschlossen, Tag 2 zu wiederholen.

Weizensauerteig – Tag 2

Wenn man kein Brot hat, muss man sich eben die alten Fotos rausholen, um was Leckeres zu sehen. Das befriedigt zwar nicht die Geschmacksknospen, zeigt aber das Ziel.

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Tag 2

Eben der Blick auf den Sauerteig-Ansatz: Blasenbildung und zwar deutlich. Also Zeit für Schritt 2:

100 g vom gestrigen Ansatz
+ 50 g Mehl
+ 50 g Wasser

Alles wieder gut verrühren und für weitere 8 – 24 Stunden bei 28°C bis 30°C stehen lassen. Diesmal sollen sich nicht nur Blasen bilden, sondern sich das Volumen sich auch verdoppeln.

Sauerteig – Tag 2 und das Glas wird zu klein

Jetzt hab’ ich ja gestern beim Ansetzen des Teigs wieder mal nicht nachgedacht und mein übliches 450 ml Glas für den Ansatz genommen. Wenn ich mir jetzt das Glas so anschaue, ist das doch ein bisschen klein: doppelte Menge Teig und dann nochmal Volumen verdoppeln? Das wird nicht nur knapp, das läuft über.

Also musste ich auf meine nächst größere Variante umsteigen, nur dass ich wieder mal nicht alles ins neue Glas rüber bekommen habe, es sind keine 100 g sondern nur 85 g vom Sauerteigansatz im Glas. Trotzdem nehme ich die vollen 50 g Mehl und Wasser.

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Kurz, warum ich so handel:

Prinzipiell muss man beim Backen sehr genau auf die Verhältnisse achten. Wenn im Rezept also 100 g stehen, dann sollte man auch 100 g nehmen.

Darum arbeite ich auch immer mit einer Waage, in meinem Fall sogar eine alte Laborwaage mit einer Auflösung von 0,1 g, damit ich auch die in geringen Mengen eingesetzten Zutaten genau abmessen kann. Denn das macht schon einen Unterschied, ob ich 9 g (Angabe im Rezept) oder 7 g bis 11 g Salz nehme (bei einer groben Küchenwaage).

Hier kommt es aber darauf an, die Bakterien möglichst vollständig in den neuen Ansatz zu übertragen und ihnen ordentlich was zu futtern zu geben. Und aus meiner Erfahrung, die ich im letzten guten halben Jahr gesammelt habe, macht die Differenz an dieser Stelle keinen Unterschied. Wichtiger ist hier das Beobachten des Teigs, wie er Blasen wirft und das kommt mit der Erfahrung.

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Prinzipiell versuche ich die Rezepte aus dem Plötzblog auf ein für mich vertretbares Maß an Aufwand herunter zu brechen. Das fängt schon bei der Ausstattung der “Backstube” an.

Männer sind ja meistens so, dass sie sich erstmal allen technischen Firlefanz kaufen, den man so braucht, … um dann nach 3 Mal Backen festzustellen, dass Backen dann doch nichts für sie ist. Gleiches gilt natürlich auch für andere “Projekte”, für die erstmal eine komplette Werkstatteinrichtung gekauft wird, um dann einen Schrank aufzustellen. Men and machines.

Ich hätte ja auch Spaß an einer ordentlichen Knetmaschine. Aber der Handrührer tut es auch und sogar immer noch, also stellt sich die Frage nicht. Selbst wenn vielleicht das Ergebnis ein bisschen besser wäre, aber knapp 1k€, nur für’s Kneten? Oha!!!

Ich finde es aber wichtig, dass man auch ohne einen riesen Aufwand selber richtig gutes Brot backen kann, und darum teile ich die von mir gesammelte Erfahrung mit Euch.

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Einen Satz noch zu den Gärgefäßen:

Mein kleines Glas ist ein Crème-Fraiche Topf aus Frankreich, mit Plastik Deckel. Das größere ein Erdnussbutterglas, mit Plastikdeckel und ohne Dichtung. Wichtig ist, dass die Deckel nicht dicht schließen, damit die Gase entweichen können, trotzdem aber auch nichts rein lassen. Ich habe einfach mit einer Nadel sehr kleine Löcher in die Deckel gemacht, das reicht.

Natürlich kann man jedes Schraubglas nehmen, nur sollte der Deckel nicht aus Metall sein, denn ein Metalldeckel fängt an den (selbstgemachten) Löchern an zu rosten. Und die Form sollte so sein, dass man die Gläser gut spülen kann, denn selbst in der Spülmaschine bleibt gerne irgendwo noch ein bisschen Teig hängen.

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Mehr zu meiner Backerfahrung dann jetzt im Laufe der Woche, bis das Brot fertig ist. Ihr werdet sehen, so viel Aufwand ist das nicht. Und der Geschmack belohnt!!!