50 + 1/365 und immer noch keine Veränderung

Da heute Morgen immer noch alles gut war, lasse ich das Thema jetzt.

Aber wir haben gestern sehr schön am Strand gefeiert. Und damit ist es dann auch Zeit über das Geburtstagsgeschenk zu reden. Es waren nämlich kalte Getränke und Eiswürfel dabei, im neuen Kühlschrank:

Der neue Kühlschrank ...
Der neue Kühlschrank …
... und die Getränke am Strand
… und die Getränke am Strand

War schön so zu feiern im Abendlicht.

Und da meine Getränke alkoholischer Natur waren, haben der Sohn und ich dann auch gleich da übernachtet …

… und das Morgenlicht genossen. Nur für den Sonnenaufgang über dem Meer hat es nicht gereicht, dafür waren die Betten zu bequem.

Das Netz – aber nicht zum Fischen

Le Val de Saire

Gestern war der erste Tag mit Regen und mit frischen und angenehmen 21°.  Die Tage davor waren unerträglich heiß … also für hier … im Inland bis 28°. Bei Euch, habe ich gehört, war es ein bisschen wärmer. Aber der Metzger meinte schon, so Temperaturen, das wäre nicht die Normandie.

Wäre Rollo der Wikinger bei solchen klimatischen Bedingungen hier angekommen, er hätte spontan wieder umgedreht. Und vermutlich wäre die Geschichte eh anders gelaufen, weil  William der Bastard (genannt der Eroberer) wahrscheinlich nie Richtung England aufgebrochen wäre, zu warm zum Erobern, und das “White Ship” wäre auch nicht hier gesunken.

William soll sich angeblich in Barfleur eingeschifft haben. Sein Schiff, die Mora, ist aber wohl wirklich da gebaut worden. In Barfleur erinnert noch eine Plakette und eine “Tanzlokalität” gleichen Namens daran. Das ganze Disko zu nennen wäre jetzt auch übertrieben. Ob er wohl am Vorabend der Eroberung hier eingekehrt ist?

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Wie ja in der Vorbereitung angedeutet hieß früher Kontakt zur Familie oder zu Bekannten halten, dass ich mich auf’s Fahrrad geschwungen habe, ins nächste Dorf gefahren bin und dann da eine Telefonzelle aufgesucht habe. Oft bedeutete das mehrere Telefonzellen, denn die meisten haben nicht funktioniert. Krönung war eine, auf die jemand mit dem Finger auf die dreckige Scheibe “En panne, comme toujour” geschrieben hatte.

Das Handy an sich war da schon ein großer Fortschritt, ersparte einem aber das Fahrrad auch noch nicht so ganz, weil jetzt bestimmte Punkte angefahren werden mussten, an denen man Empfang hatte, sowas wie “der zweite Strommast den Weg rechts entlang”. Ich hab’s sogar mal mit einem dieser Verstärker versucht, rausgeschmissenes Geld.

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Mittlerweile geht das mit dem Telefonieren sogar hier im Haus, nur Internet, naja. Angeblich habe ich Empfang, Chrome weigert sich aber standhaft Webseiten aufzurufen, weil ich offline sei. Gleichzeitig kommen aber Benachrichtigungen von anderen Apps rein und ich kann auch was verschicken.

3 Schritte weiter, vor dem Haus, habe ich Empfang: 4G! Und wenn’s regnet? Ja, Hotspot nach drinnen, sieht dann so aus:

Hotspot im Regen
Hotspot im Regen, das smarte Phone liegt darunter noch auf einer Tasse

Und das mit dem Hotspot funktionier jetzt sogar, nachdem ich mit meinem neuen Handy erstmal kein Internet hatte, über das des Sohnes aber schon, der Sohn über meins auch nicht aber auch über seins.

Trotzdem war das nicht ein Problem des Telefons, sondern der DNS-Verbindungseinstellung am Laptop, die ich irgendwie händisch auf 8.8.8.8 oder alternativ auf 8.8.4.4 stellen musste, was auch immer das jetzt bedeuten soll. Mich wundert daran ja nur immer, dass so Kleinigkeiten heute noch immer vorkommen.

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Das Titelbild ist übrigens das Panorama über das Val de Saire von La Pernelle aus. So sieht dann eine Richtung in besserer Auflösung aus:

Le Val de Saire
Le Val de Saire

Diesen wunderschönen Panoramapunkt haben auch schon unsere Vorfahren für einen ihrer Bunker genutzt, die jetzige Umnutzung gefällt mir besser.  Schwerter zu Pflugscharen.

Wenn man mal in die andere Richtung guckt, dann sieht das so aus, auch nicht schlecht:

La Pernelle
La Pernelle
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Die Jungs haben übrigens einen neuen Haarschnitt bekommen, nachdem sie sich ausgiebigst in Kletten gewälzt hatten. Kosmetik half da nix mehr, eine komplett neue Kurzhaarfrisur war angesagt:

Paul
Paul

Und prompt sind sie gestern am Strand von Kindern als “mignon” bezeichnet worden. Ob die Bezeichnung von meinen beiden starken sich selbstüberschätzenden Männern als ehrenwert empfunden wird, weiß ich nicht. Die meinten dann doch lieber einen Bullen (also so einen echten mit Hörnern) verkläffen zu wollen.

La mer, au ciel d’été

La mer, au ciel d'éte

Wenn ich mich ins Boot setzte, vom Ufer abstoße und auf’s Meeer raus fahre, dann werde ich immer ganz ruhig. Im Grunde tu’ ich dann einfach mal nix. Ja, Gas geben und Boot auf Kurs halten, Atmen auch. Aber sonst eben nix. Und der Kopp wird frei. Einfach nur das Wasser, der Wind und ein bisschen Geschaukel.

...

Und die Perspektive wird eine andere. Mal nicht vom Land auf’s Wasser schauen, sondern vom Wasser auf’s Land. Ersteres ist ja schon toll, letzteres aber für mich noch eine Schüppe drauf. Es lohnt sich eben, Dinge von zwei Seiten zu betrachten.

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Seit zwei Jahren geht mir ja viel zum Thema Beziehung durch den Kopf. Zuerst situationsbedingt das, was ich nicht mehr wollte, aber in zunehmendem Maße eher die Fragen, wie ich mir Beziehungen unter Menschen so vorstelle.

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Vor dem Urlaub kam die Schwester an, die ja zur Zeit auch in der Gegend Ferien macht (unsere Urlaube in der Kindheit waren eben bei uns beiden prägend) und meinte, ich sollte nicht beleidigt sein, wenn sie mal nicht was mit uns zusammen unternehmen wolle. Ich hab’ Ihr gesagt, das ich aber auch nicht im Geringsten beleidigt sei, schließlich machte sie ja eigentlich ihren Urlaub, und wir unseren, und klar sei das schön, wenn man sich sehen würde und auch mal was zusammen mache, aber das sich daraus ja keine Verpflichtung ableiten lasse, auch wenn da mal der eine oder andere Vorschlag zu einer gemeinsamen Unternehmung käme.

Und so haben wir gestern Morgen zu dritt gemütlich am Strand gefrühstückt. Mit frischem Brot, Croissants, Eiern, Milchkaffee, Käse, Creme Fraiche und Marmelade. So ein Camper Van hat schon was, auch wenn man nicht darin schläft.

Nach 2 Stunden Frühstück war  der Tisch ziemlich leer
Nach 2 Stunden Frühstück war der Tisch ziemlich leer

Nachher noch ein Spaziergang mit den Jungs ans Wasser und zum Schluss noch in einer anderen Bucht schwimmen gewesen. Also ich jetzt nicht. Nicht, weil das Wasser zu kalt war, sondern weil ja einer bei den Jungs am Strand bleiben musste (billige Ausrede, ich weiß).

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Das ist so ein Punkt, der für mich das Zusammenleben mit anderen so viel einfacher macht. Wenn beide Seiten offen und ehrlich sagen, was sie wollen und auch nicht eingeschnappt sind, wenn der andere das nicht teilt.

Auf der einen Seite muss man sich damit nicht genötigt fühlen, an etwas teilzunehmen, das man nicht mag oder auf das man in dem Moment keine Lust hat. Auf der anderen Seite kann man aber auch viel offener Einladungen aussprechen, weil man weiß, dass der andere sich dadurch auch nicht gezwungen fühlt sie anzunehmen und das auch sagt. 

Aber leider scheint das noch immer nicht die Regel zu sein.

Tag (-1) – Licht am Ende des Tunnels

Panorama La Hougue

Eins fehlt mir ja dieses Jahr noch bei der Urlaubsvorbereitung. Die letzten Jahre habe ich eigentlich immer an den letzten Tagen morgens nach dem Aufstehen auf der Terrasse gesessen und meinen Kaffee da getrunken. Das war zwar meist jetzt auch nicht so warm, dass ich es nur da ausgehalten hätte, aber es waren auch nicht nur die aktuellen 13°.

Nein, ich will jetzt nicht in das Horn der Dumpfbacken stoßen, die bei den aktuell mal etwas unterdurchschnittlichen Temperaturen von -1 K  im nördlichen Teil Deutschlands gleich von Herbst schreiben. Es ist mir nur gerade aufgefallen.

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Statler und Waldorf sind wie immer unzufrieden. Der eine wäscht sein Auto auf seinem Grundstück und der andere entsorgt seine Gartenabfälle hier in der Schonung. Aber trotzdem meinen Sie die Nachbarschaft, die hier eigentlich sehr gut ist, mit ihren Intrigen auf den guten Deutschen Weg bringen zu müssen.

Eine Nachbarin von gegenüber bekommt eigentlich regelmäßig Besuch vom Schiedsmann, weil mal wieder ein Grashalm über die Grundstücksgrenze hängt oder Sie angeblich einen Baum zu nah an selbiger gepflanzt habe, der sich dann aber nur als Blumentopf entpuppt.

Gestern war ich dann mal wieder mit den Hunden dran.

Vor ein paar Jahren war dieser wirklich sehr nette Schiedsmann schon mal da gewesen, weil die Jungs zu laut waren. Und damit meine ich jetzt alle Jungs, weil der Sohn mit seinem Freund im Garten mit denen gespielt hatte. Seit dem achte ich darauf, dass die nicht länger als 10 Minuten  am Stück und 30 Minuten am Tag bellen. Wenn die das tatsächlich täten, ginge mir das selber auf die Nerven. Der Sohn bellt seit dem gar nicht mehr.

Diesmal hatten sie angeblich vor 6 Uhr morgens gebellt. Da mein Wecker eigentlich erst um 6:10 Uhr klingelt muss ich jetzt mal ein ernstes Wort mit den Hunden reden, weil die sich doch nicht einfach meine Schlüssel nehme und rausgehen können, ohne mich zu vorher zu fragen. 

Und nein, ich habe mir meinen Wecker heute nicht auf 6 Uhr gestellt, um die Jungs dann mit dem Ball als Bellgarantie rauszuschicken und ich stehe auch nicht mit der Stoppuhr da und animiere sie 9:59 Minuten lang zum Bellen, auch wenn der GEdanke kurz aufkam.

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Geburtstagsgeschenk Teil 2 ist gestern auch noch gekommen, für die Jungs habe ich jetzt eine Trennwand in den Fußraum des Autos eingebaut, damit die nicht immer in der Transportkiste reisen müssen, der Quirl am Boot läuft auch, die Wäsche ist trocken geworden, also eigentlich alles perfekt.

Gestern fiel dem Sohn noch ein, dass der Klappspaten, ein zwingendes Zubehör zum Staudammbau, seine klappende Funktion nach 20 treuen Dienstjahren im letzten Urlaub eingestellt hatte. Also musste noch schnell ein neuer her, der soll aber heute noch kommen.

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Wanderjahre trifft es. Das erste Jahr haben wir noch für eine Woche ein kleines Häuschen gefunden. Das Problem war, dass der Sohn in die Schule musste, die Absage wieder mal recht knapp kam und das ganze ja auch irgendwie bezahlbar beleiben sollte. So in der Kategorie ab 1000 Euro die Woche wären zwar einige schöne Objekte noch frei gewesen, aber…

Das Jahr drauf wurden wir dann noch weiter im Landesinneren fündig. Zwei wunderschöne Wochen mit eigenem kleinen Hinterhof zum Boulespielen, einem Brunnen mit Schwengelpumpe für den Sohn und funktionstüchtigem offenen Kamin. Das Problem war nur, dass die Vermieter die Vermarktung ab dem nächsten Jahr dann in die Hände einer deutschen Agentur gegeben hatten, womit die Miete mal eben um schnuckelige 65% auf 680 Euro die Woche gestiegen war.

Also zogen wir weiter und wurden bei Nadine und Patrick in Le Vast für die nächsten Jahre fündig. Auch mit Kamin, die Wohnung noch schöner aufgeteilt, einen kleinen Garten hinten dran und noch den Hinterhof zum Boulespielen. 

Was mir in den Jahren ein bisschen verloren gegangen war, das war dieser Kontakt zum normalen Leben. Die Häuschen waren alle sehr schön im englischen Landhausstil eingerichtet (in Frankreich) und spielten einem diese heile Touristenwelt vor. Mir fehlte der Kontakt zu den Vermietern und zu den Nachbarn, die wollten ja alle dieses ruhige Touristenidyll nicht stören.

Aber ich bin doch eigentlich kein Tourist mehr! Beim Metzger und beim Bäcker werde ich mit Handschlag begrüßt, ich weiß wo es den besten Käse und Fisch gibt, ich kenne viele Lebensgeschichten der Leute und habe deren Kinder groß werden sehen. Und da soll ich mich gestört fühlen, wenn die Vermieter zum Quatschen vorbei kommen?

Aber trotzdem haben wir schöne Urlaube verbracht, ganz in der Familientradition hielt ein Schlauchboot Einzug, der Sohn hat seinen ersten Fisch geangelt und gegessen und das Wasser war genauso kalt wie in all den Jahren zuvor.

Kleiner Mann mit großem Fisch
Kleiner Mann mit großem Fisch

Aber die Zeiten haben sich da geändert, auch mit dem Mieten. Früher reichte ein Anruf oder wir haben bei der Abfahrt gesagt, wann wir nächstes Jahr kommen. Heute malt zuerst, wer zuerst kommt. Und so war dann auch 2016 wieder jemand schneller als wir.

 

 

Tag (-3) – Back to the roots – also fast

Le Cap de Montfarville

Alle Pakete sind gepackt und stehen an der Haustür! Alle Paket? Nein ein kleines nicht-gallisches Dorf meinte heute noch was bestellen zu müssen. Eigentlich hatte auch er die Vorwarnung und Nachfrage bekommen, bestellt und auch seine Lieferung schon erhalten. Aber jetzt fehlt halt noch was im Lager, und ein neues Etikett braucht er auch noch. Wie gut, dass ich mein eigener Druide bin, also mische ich ihm noch eine Potion Magique und schicke sie ihm, bevor er mich aus den Sandalen haut wie Obelix einen Römer.

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Ansonsten heißt es jetzt Konzentration auf die to-do’s. Die Liste ist noch lang, aber es sind ja noch 3 Tage.  Als erstes hieß das gestern mal die Metro-Kisten sauber machen. Da es mich ja weniger interessiert, was ein Auto unter der Haube hat, und mehr, was hinten in die Klappe passt, verreise ich sehr gerne mit so Kisten. Die lassen sich im Auto prima stapeln, die Wäsche liegt da super drin und der restliche Kram findet auch seinen Platz, perfekt.

Wobei ich ja sagen muss, dass ich die letzten 2 Jahre mit dem Sohn alleine viel weniger mitgenommen habe als früher. Also man kann es eben auch alles übertreiben, mit dem großen Kofferraum. Dafür hängt jetzt noch ein Anhänger am Auto, aber da ist das Bötchen drauf.

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Pünktlich zum 2-monatigen Bestehen des Blogs hat haben Maximilian und Christian gestern einen Pingback (also eine Link zurück auf meinen Artikel, in dem ich seinen erwähnt hatte) gesetzt und mir den Tag mit den bisher höchsten Besucherzahlen beschert. Was mich daran besonders freut, dass damit gerade dieser Beitrag, an dem mir viel liegt, eine höhere Verbreitung gefunden hat und zum meistgelesenen geworden ist.

Danke!

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Aber mal weiter mit dem Rückblick und dem Versuch verständlich zu machen, warum ich seit so langer Zeit immer in der selben Ecke Urlaub mache.

1977 – Anfang 90er Jahre

Es kehrte ein wenig Ruhe in die Urlaubsplanung ein, das Ziel hieß immer Cap de Montfarville. Die Vermieter waren jetzt die Nichte der Soeur Sauvage und ihr Mann. Er war ein renommierter Hufschmied aus Lisieux, der Anfangs nur am Wochenende da war, mit feinsten Klamotten anrauschte und stellenweise die Besitzer der teuersten Pferde Frankreichs im Schlepptau hatte. Sein Renommee hatte er sich erworben, in dem er in der Lage war, gespaltene Hufe heilen zu können. und er hatte ein Auge für den Gang von Pferden. Und Chevalier de la Legion d’Honneur war er auch, für seine Tätigkeit in der Résistance. Aber das war ihm uns gegenüber ein bisschen peinlich, weil wir ja auch Deutsche seien und er uns gut leiden konnte.

Einige Jahre später ging er in Rente, tauschte seine feinen Klamotten gegen einen Blaumann und ging fortan mit seinem Boot fischen. Aber immer noch wurden ihm vereinzelt Pferde gebracht, die leichte Gangungenauigkeiten hatten und denen er mit viel Gucken und wenig und gezieltem Feilen an den Hufen helfen konnte.

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Mit der Zeit wurden aus unseren 4 Wochen 6, und meist kamen auch noch die Weihnachtsferien dazu. Das Haus wurde nur noch an uns vermietet, womit wir einiges an Sachen gleich da lassen konnten.

Die Felseninsel vor der Bucht wurde ein beliebtes Ziel für uns mit dem Schlauchboot, da man von da aus wunderbar Angeln konnte. Die Fische, in erster Linie Lippfische, waren zwar wegen ihrer unzähligen Gräten nicht essbar, aber zu so mancher Fischsuppe hat es gereicht.

So mit ca. 14/15 Jahren bekam ich dann vom Vermieter sein Beiboot für den Sommer geliehen, das ich intensiv zum Angeln und für längere und sicherere Ausfahrten nutzen konnte.  Alles natürlich mit Muskelkraft, weil das Boot nur über Riemen verfügte.

Aber ich wurde auch mit auf die Regatta in Barfleur genommen, weniger um zu Helfen und mehr um die Trimmung des großen Bootes zu verbessern. Das war zwar sicher gebaut, aber nicht unbedingt das schnellste. Damit gewann es immer, wenn das Meer mal nicht so ruhig war. Trotzdem haben mir gerade diese Fahrten Respekt vor dem Wasser verschafft, denn wenn die Wellen rechts und links von einem höher sind, als man gucken kann, dann ist das schon ein komisches Gefühl.

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Ich glaube diese Jahre waren es, die die Gegend zu meiner zweiten Heimat gemacht haben. Wir lernten unglaublich viele Leute dort kennen, seien es die Einheimischen oder auch Touristen, die jedes Jahr kamen, und wir fühlten uns einfach nur wohl. Ich denke die schönsten Momente meiner Kinder und Jugendzeit habe ich dort erlebt.

Aber auch die schönste Zeit hatte mal ein Ende, als der Sohn des Vermieters seinem Vater den Hof quasi unter dem Hinter weg verspekulierte und ihn ins Altenheim abschob. Unser zweiter unerwarteter Auszug vom Cap, diesmal aber nur 6 Wochen vor unseren Ferien. Aber durch die vielen Bekannten in der Gegend haben wir doch wieder was gefunden.

Tag (-7) – Modus Tunnelblick einschalten und Listen schreiben

Étretat

Nächsten Freitag ist es soweit, wir zwei fahren in Urlaub. Damit beginnt für mich die Scheuklappen- und Tunnelblick-Zeit. Ich muss jetzt zusehen, dass alles was ansteht bis dahin erledigt ist.

Für mich ist das die Zeit der Listen: lange Listen, viele Listen, bunte Listen, Listen mit Sachen die ich nicht vergessen darf einzupacken, Einkaufslisten, to-do-Listen, eine Wochenplanungsliste (ja, das heißt Kalender, aber ich bin jetzt einmal bei Listen).

Eigentlich bräuchte ich auch noch Meta-Listen und eine Meta-Meta-Liste um die Listen zu organisieren, so wie die zweiten und dritten Gedanken bei Tiffany Weh.

Ich versuche ja immer alles sofort aufzuschreiben, wenn es mir einfällt. Und ich nehme mir auch immer vor, die Liste für’s nächste Jahr schon im Urlaub  anzufangen, weil genau da ja auffällt, was fehlt. Vergesst es, habe ich noch nie gemacht, werde ich nie machen, vielleicht in meinem nächsten Leben.

Und in einer Woche stehen auch noch Sachen auf den Listen, die ich nicht geschafft habe. Aber dazu morgen mehr.

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Heute hat der Sohn seinen letzten Schultag. Die erste Stunde fällt aus, also nur 2 Stunden bei der Klassenlehrerin mit Zeugnisausgabe.

Was mich in letzter Zeit immer wieder erstaunt, ist mit welchen Riesenschritten der Sohn gerade “groß” wird. Klar, steht im Kalender, Pubertät und so. Aber irgendwie, oder trotzdem, läuft das gerade unheimlich gut. Der schnappt sich sein endlich bekommenes Schokoticket und fährt Sonntags alleine zu Oma und Opa nach Düsseldorf, wird erschreckend gut in der Schule und überholt seinen Vater in manchen Bereichen rechts. Cool, und Papa ist stolz.

Der ist heute echt gespannt auf sein Zeugnis und seine Noten, ein paar weiß er ja schon, und entwickelt sowas wie Ehrgeiz. Das ist mir zu der Zeit völlig abgegangen. Klar wollte ich nicht pappen bleiben und mal eine gute Note hat mich auch gefreut, aber richtigen Ehrgeiz? Das ging mir ab.

Faszinierend für mich auch, mit welcher Leichtigkeit er das schafft! Die letzte Deutscharbeit zum Beispiel: Ich frag’ immer, ob wir da nochmal was durchgehen sollen, drüber reden. “Nöö, ich kann alles.”, und dabei hat er nicht einen Schlag zuhause getan. “Wie war die Arbeit?” – “Bin ich gut mit klargekommen.” Und dann schreibt er die beste Arbeit der Klasse. “Hab’ ich doch gesagt, dass ich alles kann.” Oha, Papa ist neidisch und, siehe oben, stolz.

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Wer sich jetzt fragt, wo es hingeht: in die Normandie, genauer gesagt in den Cotentin, Val de Saire, Department Manche (50), wie in den letzten 45 Jahren auch. O.K., ich glaube 2 Mal war ich im Sommer nicht da, 1988, als ich mit dem Zivildienst angefangen habe und nochmal während des Studiums. Und daher habe ich auch eigentlich immer meinen Geburtstag da gefeiert.

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Der Grundstein dafür wurde 1972 gelegt, da war ich mit meinen Eltern zum ersten Mal in Yport in der Nähe von Étretat.

So wahnsinnig viele Erinnerungen habe ich nicht mehr daran. Und ich kann auch nicht  sagen, ob das die eigenen Erinnerungen sind oder die Bilder aus den Erzählungen, an die ich mich erinnere. Aber es war schön da. Die hohen Kreidefelsen mit ihren Nasen ins Meer, die saftigen Wiesen bis an die Abbruchkante heran und die Steinstrände.

Mein Papa musste immer “Hinksteine” werfen, weil die für mich zu groß waren und wir zusammen Asterix gelesen haben. Ein Aufkleber mit Obelix zierte daher auch den Familien-R4.

Und in Vaucottes stellte sich immer die Frage, wo wir am Besten lagerten: Da, wo zuletzt ein Felssturz herunter gekommen war, sollte ja schon das lose Gestein unten liegen. Andererseits sollte da, wo noch nichts gefallen war, ja alles noch schön fest sein. Oder genau umgekehrt? Auf jeden Fall lebe ich noch und wir haben offensichtlich nichts fasch gemacht.

Qelle Titelfoto: Wikipedia

Rottenburg (2) und Camper Van Reise (3)

Camper Van (3)

Montag musste ich dann nochmal in Richtung Rottenburg, Anschluss der Anlage, Übergabe an den Kunden und Schulung der Mitarbeiter, die sich in Zukunft darum kümmern.

Dienstag Mittag saß ich dann in einer bunten Runde in der Altstadt von Rottenburg, mit dabei der CEO von PTMatic, ein Italiener, der in der Schweiz wohnt, der Techniker von PTMatic, ein Rumäne, der in Italien arbeitet, mein Ansprechpartner vor Ort, ein aus Bosnien stammender Deutscher und ich. Die Arbeit war erledigt, dank der guten Zusammenarbeit früher als erwartet, und ich konnte die Zeit bis Mittwoch Abend mit noch schöneren Dingen füllen.

Kann das sein, dass das an Rottenburg liegt? Manchmal gibt es Zufälle.

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Jetzt hätte ich ganz hektisch zurück nach Hause fahren können, oder…

Der Camper Van lachte mich an, ich wollte schon immer mal ins Deutsche Musikautomaten Museum nach Bruchsal, das Wetter war traumhaft, also ab in Richtung Bruchsal.

Unvorbereitet wie ich war, habe ich mir mit dem Finger auf google maps einen Standor für die Nacht ausgesucht, den Fähranleger von Leopoldshafen nach Leimersheim direkt am Rhein. Vor Ort angekommen: Ein Traum!!!

Rhein bei Karlsruhe
Rhein bei Karlsruhe

Eins meiner Ziele, auf der nicht existierenden Liste mit dem Camper Van, war eine Nacht am Rhein, zum Einschlafen der Klang der Rheinschiffe, Morgens ein Blick aus dem Fenster auf den Fluss. Perfekt.

Stromaufwärts war noch eine schöne, etwas zurückliegende Fläche, die mir ideal erschien, deren Betreten aber wasserpolizeilich verboten ist. Und als guter Deutscher habe ich mich auch daran gehalten, das war mir dann doch etwas zu wildes Campen. Die Anwohner, die Abends vorbei kamen, um zu sehen, ob der Rhein noch da sei, hat das nicht gestört hat. Die sind fleißig mit ihren Autos darauf gefahren.

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Spontan und unvorbereitet ist mit so einem Camper ja das, was mir im Kopf herum schwebt. Wenn es sich gerade ergibt, kann man das ja, und das ist ja auch das schöne daran.

Manchmal ist aber das Hirn einschalten auch nicht schlecht. Die Mücken tanzen so schön in der Abendsonne, sie wurden immer mehr und ich habe noch einen kleinen Abendspaziergang am Wasser gemacht.

Abendstimmung über dem Rhein, was sonst
Abendstimmung über dem Rhein, was sonst …

Der Gang wurde mit der Zeit aber immer schneller, weil immer mehr Mücken ankamen, ja schon fast über mich herfielen, wenn ich mal kurz stehen blieb. Also bin ich fast im Stechschritt zurück ins Auto und Tür zu. Hatte ich nicht mal was gelesen, dass in der Gegend systematisch gegen die Mückenplage vorgegangen wird, gerade in diesen schönen Auen?

Ein paar Mücken, oder auch ein paar mehr
Ein paar Mücken, oder auch ein paar mehr

7 erschlagene Mücken später konnte ich ruhig schlafen, trotzdem ein wundervoller Ort.

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Der Morgen, so wie ich ihn mir vorgestellt hatte, die Sonne schien auf das gegenüberliegende Ufer, die Luft frisch und die Schiffe glänzten im Morgenlicht.

... und noch die Morgenstimmung ..
… und noch die Morgenstimmung ..

Aber dann wurde es laut. Innerhalb von 20 Minuten luden 5 Sattelschlepper einen riesen Berg an Bruchsteinen genau an der Stelle ab, die ich am Vorabend dann doch nicht genommen hatte.

... mit einer kurzen Störung.
… mit einer kurzen Störung.

Es hilft dann doch, Schilder zu lesen und sich dran zu halten. Das wäre sonst ein lustiges Erwachen geworden.

Aber danach war alles wieder ruhig, ich konnte schön frühstücken, mich fertig machen und war dann auch noch im Museum. 

So soll das sein.

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Noch was ist mir aufgefallen:

Seitdem ich das Auto umgebaut habe, hat sich meine Einstellung dazu komplett geändert. Früher ging es mir immer darum, möglichst schnell von A nach B zu kommen. Also jetzt nicht wirklich schnell, aber Pausen mochte ich nicht so sehr, ankommen war angesagt. 

Jetzt ist das eine neue Form des Reisens. Mal zwischendurch anhalten, einen Kaffee kochen, was zu Essen machen. Es ist halt was anderes, ob man nur einen großen Laderaum hat, oder doch mit seiner kleinen gemütlichen Wohnküche unterwegs ist. Ich find’s erstaunlich, was ein paar Bretter und ein Teppich ausmachen können.

Blackout und eine der 1000 Fragen

Telefonkabel

Wenn das Internet oder das Telefon nicht funktionieren, komme ich mir manchmal vor, als würde mir ein Arm fehlen. Plötzlich bin ich vom Informatiosfluss abgeschnitten, an den ich mich so sehr gewöhnt habe.

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Vor einigen Jahren war unsere Telefonleitung gestört, aber nicht so, dass das mal eben repariert werden konnte. Ja, ich meine dieses komischen Kupferkabel, an denen dann merkwürdige altmodische Kästen hängen, so mit Telefonhörer oder Modems.

Der Techniker kam nach einer Woche, und gab schon beim Öffnen der Tür die Diagnose: “Geht immer so an und aus, oder?” – “Ja.” – “Hab’ ich mir gedacht, ich messe auch nochmal, aber da kann ich nix dran machen, da muss ein Bautrupp kommen”.

Der Bautrupp kam nach einem Monat, hat gemessen, versucht die Pläne downzuloaden, was aber in einem Funkloch nicht so richtig funktioniert, ist weggefahren, kam mit 2 Transportern zurück, hektisch entspanntes Gearbeite. Ergebnis: Die Leitung in der Straße war defekt. “Da muss die Straße aufgemacht werden, aber wir markieren schon mal die Stelle für die Bauarbeiten.” Und ich hatte gedacht, ein Bautrupp wäre genau dafür ausgerüstet, Fehleinschätzung.

Noch einen Monat weiter dann die Bauarbeiter und schwupp, hatten wir wieder Internet und Telefon. Klasse!

Blöd nur, wenn man einen Internet-Shop hat, kein Festnetz und eben ein Funkloch. Gut war natürlich, wenn auch unbequem, dass ich jederzeit zum Dienst fahren konnte, um da die Leitung glühen zu lassen. Und nein, damals hatte ich noch kein Smartphone.

Aber das soll jetzt hier auch kein Dienstanbieter-Bashing werden, der gleiche Ausfall Anfang diesen Jahres war innerhalb einer Woche behoben, das fand ich bemerkenswert!

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Jetzt muss ich mal kurz auf die Frage 106. vorgreifen. “Kannst Du eine Woche auf das Internet verzichten?”.

Kann ich. Und auch in meinen ersten ungefähr 29 Jahren habe ich ja ohne gelebt. Also eine bewusste Entscheidung, die nächste Woche ohne, klappt.

Will ich das? Jein.

Zum einen ist das Internet ja eine super Informationsquelle, wie ist das Wetter, wann macht was auf und zu, wie komm’ ich dahin, wo bekomme ich eigentlich dies oder jenes und was kostet das. Diese Informationen würden mir schon sehr fehlen.

Zum anderen ist es aber auch ein Kommunikationsweg: Messengerdienste, E-Mail, Blog. Die Kommunikation ist dadurch vielfältiger geworden und bequemer. Früher hieß das im Urlaub eine Telefonzelle suchen und anrufen. Oder Postkarten schreiben. Heute kann man schnell mal eben ein Bild schicken mit ein paar Sätzen dabei.

Ist die Kommunikation dadurch oberflächlicher geworden? Ja, wenn man das zulässt, aber darf man die Technik dafür bewerten, wie man sie nutzt, oder muss man sich schon an die eigene Nase fassen?

Diese ganzen bewussten Verzichtsnummern haben ja eigentlich immer so einen  leicht spirituellen Touch, von wegen Besinnung auf sich selbst und so. In den 60er/70er Jahren hat man dafür bewusstseinserweiternde Drogen genommen, heute schaltet man das Smartphone aus oder macht Heilfasten.

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Ich habe die Frage auch schon mal in der verschärften Variante gelesen: “Kannst Du ohne das Internet leben?”

Ich hätte eigentlich immer geantwortet “Klar, kann ich!”, aber wenn man genauer überlegt, wie viel im heutigen Leben davon abhängt, von der Infrastruktur, über Logistik bis hin zum Bankenwesen, dann frage ich mich, was passiert, wenn das Netz wirklich mal lahmgelegt wäre. Keine schöne Vorstellung.

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Dagegen war der Ausfall bei Facebook, Whatsapp und Instagram letzte Woche ja eine Lachnummer, auch wenn durch das damit ausgelöste Chaos mein Betrag von Mittwoch auf Donnerstag darin völlig untergegangen ist und bisher nur eine Leserin hatte. Und der hatte ich den Link direkt zugeschickt, aber auch nicht per Postkarte.

Kunst in Rottenburg

Rottenburg am Neckar

Die letzten beiden Tage war ich in Rottenburg am Neckar, um beim Aufbau einer unserer automatischen selbstreinigenden Toilettenanlagen dabei zu sein. Irgendwelche Links dazu erspare ich mir hier, das ist ja kein Werbeblog.

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Trotzdem möchte ich Euch über Künstler berichten, die ich dort getroffen habe. Und da komme ich nicht umhin, den Job ein wenig mit einzubeziehen.

Die Toilette steht jetzt dort direkt am Neckar. Davor geht nur noch ein Fußweg entlang und die Böschung am Ufer. Der Stahlbeton-Quader mit der eingebauten Technik wiegt 13 Tonnen und kam mit einem Sattelschlepper aus Italien. Nur konnte der Sattelschlepper aber auch nicht ansatzweise bis in die Nähe des Aufstellungsorts fahren, schon in dem davor liegenden schönen, alten und engen Ortskern wäre er stecken geblieben. Also wurde er vorher auf einen “kleinen” LKW umgeladen.

Dadurch war aber auch nicht mehr Platz, und die Anfahrt schon ein kleines Meisterstück, denn ein Kran wurde ja immer noch benötigt. Mein Kumpel Jean Luc Picard war gerade in einem anderen Quadranten des Universums unterwegs und auch die temporale Direktive durfte nicht verletzt werden. Beamen viel also aus.

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am Haken
am Haken

Meiner Meinung nach ist der Job, den die Arbeiter der Kranfirma vor Ort erledigt haben, eine oft unterbewertete Kunst. Auf so engem Raum mit schwerem Gerät die 13 Tonnen am Haken auf den Millimeter genau auf dem Fundament zu platzieren: Chapeau!

Millimeterarbeit
Millimeterarbeit

Da hat nicht einmal etwas geschwankt, es kam keine Hektik auf und es wurde einfach alles sehr professionell gehandhabt.

Salvinis “Schiffe Versenken”

Titelbild

Ich hab’ ja gestern noch Schiffe Versenken mit dem Sohn gespielt, auch wenn das zum momentanen Zeitpunkt vielleicht etwas unangemessen ist. Aber dabei ist mir eine Idee für ein neues Satire-Spiel gekommen.

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Salvinis “Schiffe Versenken”

Salvinis Schiffe versenken

Das Spiel ist ganz einfach, nur ein paar Papierbötchen falten und schwimmen lassen.  Wenn die Bötchen an den Schüsselrand kommen, müssen sie zurück in die Mitte geschoben werden. Wer als Erster die Bötchen des anderen hat von alleine untergehen lassen, gewinnt.

Salvinis Schiffe Versenken
Salvinis “Schiffe Versenken” – eins ist schon weg

Wer einmal gewinnt, wird zum ersten Commander Task Force Andrea G. des Spiels ausgerufen, beim zweiten Gewinn wird man der  Befehlshabers der EUropa-Operation   SOPVIEA Konteradmiral Enrico C. Endgültiger Gewinner ist, wer 3 Runden gewonnen hat. Dieser darf sich bis zum Ende des nächsten Spiels Matteo S. nennen und einen blauen Anzug mit weißem Hemd tragen. Der Verlierer muss an die Grenze zu Mexiko und sich am Mauerbau beteiligen.

Spieldauer ca. 15-30 Minuten, geeignet für junge und alte Populisten, ein Spaß für die ganze Familie

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Ich finde es traurig, dass erst durch die Festnahme der Kapitänin der Sea-Watch 3  sich der Fokus wieder ein bisschen auf die unhaltbare Flüchtlingssituation  im Mittelmeer richtet. Denn das Sterben auf dem Mittelmeer geht auch seit dem Abzug der Schiffe der Operation SOPHIA unverändert weiter.

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Es tröstet ein wenig, dass wenigstens die Italienische Justiz noch unabhängig zu sein scheint und die zusändige  Richterin Carola Rackete vorerst mit folgender Begründung auf freien Fuß gesetzt hat (Zitat aus einer E-Mail von openPetition mit einer Nachricht von Sea Watch) :

  1. Die Richterin verwarf den Vorwurf ‘Gewalt gegen Kriegsschiffe’ und vertrat die Auffassung, dass der Widerstand gegen Beamte “in Erfüllung einer Pflicht”–der Pflicht, Leben auf See zu retten–gerechtfertigt war.

  2. Die Richterin betonte, dass der Entschluss der Kapitänin der Sea-Watch 3, den Hafen von Lampedusa als nächsten „Place of Safety“ anzulaufen, notwendig war. Libyen & Tunesien könnten nicht als sichere Häfen angesehen werden.

  3. Darüber hinaus sei die neue Salvini-Verordnung “nicht auf Rettungseinsätze anwendbar”, da sie sich nur auf das Handeln von Schmugglern beziehe. Die Verordnung war kurz nach der Rettung am 12 Juni noch hastig vom italienischen Innenministerium in Kraft gesetzt worden.