Bootsbau

Oben als Header ist der Plan eines Bootes, das ist die Alder 18, ein 18 Fuß Holzboot. Und wenn sich bisher jemand gefragt haben sollte “Warum der Plan eines Bootes?”, dann kommt hier die Auflösung: Ich baue das Boot zur Zeit.

Also gut, zur Zeit ist dehnbar. So ein Boot ist nichts, was man an einem Wochenende baut. Angefangen habe ich damit in Frühjahr letzten Jahres, zum Bootsbau als Hobby bin ich aber schon gut ein Jahr früher gekommen, als ich ein kleines Boot für mich und den Sohn gebaut habe.

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Ich hab’ ja schon immer was für Boote übrig gehabt. Kaufen kam irgendwie nie in Frage, Ahnung hatte ich eigentlich auch keine, und so ein Plastikboot sollte es auch nicht sein.

Die Idee wurde dann ziemlich konkret, als ich das Boote-Forum entdeckt habe, das ein eigenes Unterforum für Selbstbauer hat. Und die Leute, die sich in diesem Unterforum tummeln sind einfach klasse und auch sehr hilfsbereit. Es gibt da wenig von dem forenüblichen Genörgele und der Besserwisserei.

Und so habe ich 2017 mit viel Anregungen aus dem Forum in ca. vier Monaten ein kleines 3 m langes Boot nach der sogenannten Stich-‘n-Glue-Methode gebaut.

Die Tatihou III
Die Tatihou III

Im Grunde näht man dabei Sperrholz mit Draht oder Kabelbindern zusammen, verklebt die Stoßstellen mit Epoxid und schon ist das Boot fast fertig.

Während des Baues war schon klar, dass ich noch ein Boot bauen würde und wieder kam viel Anregung und Hilfe aus dem Forum.

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Natürlich ist der Sinn des Bootbaues, dass man nachher ein Boot hat. Wenn man aber nur ein Boot haben will und der Bau das notwendige Übel dazu ist, dann sollte man sich doch lieber eins kaufen. Aber mir hat gerade der Bau so unheimlich viel Spaß gemacht.

Was für mich mit zu dem Spaß dazu gehörte, das war die Dokumentation mit vielen Fotos im Forum. Natürlich kostet das auch Zeit, aber zum einen ist es etwas, das ich der Gemeinschaft dort schuldig zu sein glaubte, zum anderen aber auch der Stolz zu zeigen, was ich geschafft hatte.

Und eigentlich war das auch schon ein bisschen ein Blog.

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Leider sind die Selbstbauer aber nur ein Unterforum und in den anderen Bereichen tummeln sich schon zum Teil komische Menschen. Gestern wurde Greta Thunberg dort als “die irre Greta” bezeichnet. Das wurde zwar gemeldet, dann aber von den Moderatoren als nicht bearbeitungswürdig eingestuft, da es nur Ironie sei. Im Gegenzug wurde aber nachträglich die Retoure eines Kollegen mit gleicher Wortwahl aber umgemünzt auf den Hasskommentar-Schreiber mit Löschung und Sperre geahndet.

Das war die Spitze des Eisbergs (wie passend in einem Forum für Boote) und solange solche Hasskommentare durch die Betreiber des Forums nicht geahndet werden, werde ich dieses Forum nicht weiter mit klickfördernden Inhalten füttern und indirekt damit auch die Verbreitung anderer rechtslastiger Beiträge nicht weiter unterstützen. Solchen Kommentaren die Stirn bieten werde ich aber weiterhin, zumindest solange, bis ich dann auch gesperrt bin.

Von daher gibt es hier ab heute eine neue Kategorie, den Bootsbau.

Nochmal zurück (2) – Sonntag

Dass das jetzt schon fast eine Woche her ist, kaum zu glauben. Christian hatte in einem Blogbeitrag neulich seinen Tweet geteilt:

wenn man nach 10 minuten wieder zu hause merkt, dass man hier irgendwie nicht hingehört, spricht das zwar für die wahl des urlaubsziels, andererseits tun sich da auch ein, zwei probleme auf.

Ich kann Ihn ja so gut verstehen und denke auch schon seit Jahren darüber nach, wie ich das Geldverdienen Richtung Nord Cotentin verschieben kann. Lotto hat bisher nicht geklappt, andere Ideen sind willkommen.

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Die Nacht neben dem Leuchtturm war dann doch durch das regelmäßige Blinken geprägt, auch wenn ich vorher gesagt hatte, dass wegen der Höhe von 75 m derartiges nicht zu erwarten sei. Ein bisschen Nachdenken hätte da geholfen. Wie soll man das Licht eines Leuchtturms sehen, wenn es nicht auch zu einem herunter strahlt?

Aber schlimm war es nicht.

Ein von der Erosion geformter Felsbrocken am Strand von Gatteville
Ein von der Erosion geformter Felsbrocken am Strand von Gatteville

Morgens gab es wieder ein breites Frühstück mit der Schwester in der Sonne bei steigender Flut und zunehmendem Wind.

Der Sohn wollte dann auch nochmal auf den Turm.

Postkartenwetter
Postkartenwetter

Da dieser im  19. Jahrhundert gebaut wurde, gibt es da natürlich keinen Aufzug, aber der Aufstieg selber wird mit immer neuen Perspektiven aus den kleinen Fensternischen belohnt. Und mit ein bisschen Kardio-Training und Muskelkater in den Waden.

Interessanterweise gibt es in Frankreich auch noch auf dem letzten Dorf diese automatischen Defibrillatoren. Sinn machen die immer, hier aber ganz besonders.

Der Ausblick ist berauschend.

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Nachmittags sind wir nochmal nach St. Vaast, einmal um den Hafen, ein bisschen Kirmes und später noch das Feuerwerk sehen.

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Zum Abschied am Montag noch der letzte Blick auf La Hougue.

Den Rest hab’ ich ja schon erzählt.

Nochmal zurück – Freitag / Samstag

Gatteville

Der Freitag war ja Pack- und Putztag. Für mich, aufgrund eines tragischen Ereignisses bei unseren Vermietern, einer der schlimmsten Tage die ich in einem Urlaub je erlebt habe. Ich war den ganze Tag wie paralysiert und so gestaltete sich das Packen dann auch wieder chaotischer als gedacht.

Eigentlich ist das Einpacken im Urlaub ja viel leichter, weil ja klar ist, dass alles einfach wieder zurück muss. Aber da ich mit meinen Gedanken einfach ganz wo anders war, entstand dann doch wieder nur Kuddelmuddel. Trotzdem passte alles besser als gedacht in die Kisten, so dass noch Platz für die Geburtstagsblume und auch für die Einkäufe der Schwester für zu Hause war. Deren Auto ist einfach kleiner, und da habe wir das doch gerne gemacht.

Wichtig beim Packen war ja, dass ich die Kisten auch so ins Auto bekomme, dass wir es noch die zwei folgenden Tage prima als Camper benutzen konnten. Mit ein bisschen Tetris und einer Kiste auf dem Beifahrersitz sah das zum Schlafen dann so aus:

Kistenstapel zum Schlafen

Klar, dass das beim Fahren an Ladungssicherung nicht reicht.

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Samstag ging es dann auf den dritten Trödel, diesmal in Quettehou, der mir eine neue (gebrauchte) gusseiserne Grillpfanne bescherte. Um ein bisschen flexibler zu sein, haben wir danach den Trailer abgestellt und uns in Barfleur an den Hafen gesetzt.

Der Hafen von Barfleur, der bei Ebbe ganz leer läuft
Der Hafen von Barfleur, der bei Ebbe ganz leer läuft

 

Eglise St. Nicolas
Église St. Nicolas

 

Die Plakette fehlte noch als Bild
Die Plakette fehlte noch als Bild

Irgendwie kommen die Touristen an der Westküste so bis Carteret, schlabbern dann den nördlichen Teil des Cotentin und werden erst wieder in St. Vaast la Hougue augenscheinlich. Barfleur mit seinem wunderschönen Hafen bleibt dabei noch links liegen.

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Was in diesem Urlaub noch fehlte, das war ein Blick auf den Strand von Néville sur Mer. Die hier noch vorhandene Bunkeranlage stand bis in die 2000er Jahre noch relativ gut erhalten da, bis ein Sturm die Ecke etwas abrasiert hat. Seit dem fallen die Betonklötze auseinander und bilden eine fast surrealistische Kulisse. Assoziationen an Endzeitfilme komme da bei mir auf.

Néville sur Mer Néville sur Mer Néville sur Mer Néville sur Mer

Hier ist ein Blick ins Hinterland dann auch wieder eine Foto wert.

Néville sur Mer

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Zum Abend haben wir dann wie geplant unser Lager in Gatteville aufgeschlagen und wurden wieder mit einem traumhaften Abendhimmel belohnt. Die Sonne verschwand zwar in den Wolken, aber die Farben waren unbeschreiblich.

Gatteville Gatteville Gatteville Gatteville

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Kulinarisch war die Benutzung des Räucherofens als Backofen dann noch ein Quantensprung. Ein Livehack? Vielleicht.

Rillette de Canard auf  Baguette
Rillette de Canard auf Baguette

Service de dépannage

Hatte ich nicht am Montag geschrieben, wir kämen Dienstag an und ich würde dann ab Mittwoch die letzten Tage mal aufarbeiten? Ich sollte mit Versprechen vorsichtiger sein. Obwohl ich mich ja jetzt rausreden könnte und behaupten, dass Donnerstag auch “ab Mittwoch” ist.

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Wir sind am Montag ziemlich genau 187 km weit gekommen, dann streikte der Motor und wir standen auf der “Aire du Moulin” an der A13. Den Autoclub informiert, gewartet, ein Abschlepper fuhr zügig durch den Parkplatz, weiter gewartet, der Autoclub meldete sich und ließ sich nochmal den Standort bestätigen, weiter gewartet und gegen 18:30 kam der Abschlepper. Da hatten natürlich alle Werkstätten schon zu.

Meine Vermutung war eine gelockerte Einspritzdüse, das hatte ich schon mal und äußerte sich ähnlich. Mit lockeren Schrauben habe ich persönliche Erfahrung. Aber der Fahrer war kein Mechaniker und so landeten wir mit Boot auf dem Ablepphof und dann davor, weil ich doch lieber am Morgen dabei sein wollte, wenn es in die Werkstatt und zur Diagnose ging. Also noch eine Nacht in Camper Van. So ab 9 Uhr sollte es weiter gehen, hatte der Fahrer gesagt.

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Um 9 Uhr waren wir bereit, um 10 Uhr habe ich den Autoclub angerufen, ja das Auto solle gleich weitergeschleppt werden. Um 12 Uhr kam die Mittagspause, um 14 Uhr wieder angerufen, ja sie hätten vor 12 Minuten auch nochmal nachgefragt, weil das Auto in den frühen Morgenstunden schon zur Werkstatt gesollt hätte. 16 Uhr erneute Nachfrage, der Abschlepper sei unterwegs und um 17 Uhr war er schon da.

Wohl eine neue Rekordzeit für die 50 m vom Abschlepphof bis zu unserem Standort. Es war wieder der Fahrer vom Vortag. Er meinte, ob man uns vergessen hätte.

17:30 bei der Werkstatt, ich meine laienhafte Diagnose genannt, die geguckt, Einspritzung kaputt, das würde heute aber nichts mehr. Aber sie wollten es mir auch nochmal zeigen, haben die Abdeckung abgenommen, der Meister hat auch noch einen Blick geworfen, Anlassversuch, die Düse sei ja völlig locker. Düse angezogen, Motor lief.

Um 18 Uhr und somit 26 Stunden später und nur um 60 Euro und ein paar Nerven ärmer konnten wir die Fahrt fortsetzen.

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Jetzt könnte ich auch eine Schimpftirade loslassen. Aber sind wir nicht angekommen und ist uns nicht geholfen worden? Doch ist es. Vielleicht sollte man seine Erwartungen ab und zu etwas herunterschrauben.

Aber ab morgen versuche ich es dann nochmal mit dem Tagen vor der Fahrt.

Rückfahrt

Irgendwie muss ich das mit dem Bloggen im Camper Van nochmal anders organisieren, so wie das mit dem Kaffeekochen bei seniler Bettflucht. Klar könnte ich jetzt ums Auto rennen alle Türen auf und zuschlagen, aber das wäre jetzt auch nicht nett und der Sohn würde mir wohl die Freundschaft kündigen.

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Trotzdem hat sich die Idee, die ich mit dem Umbau im Kopf hatte, als Erfolg herausgestellt. Natürlich hakt es an der ein oder anderen Stelle, aber eben nichts, was mich oder den Sohn so wirklich stören würde. Und vieles ist noch besser als gedacht. Ja es gibt auch noch Verbesserungbedarf. Aber das wird schon.

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Wenn ich jetzt hier etwas einsilbig bin, dann deshalb, weil Bloggen auf dem  Smarten  Phone eine Zumutung ist. Von daher: Wir fahren gleich nach Hause, Dienstag kommen wir wieder an, und ab Mittwoch  gibt’s dann die Aufbereitung der letzten Tage, versprochen.

Fini les vacances – presque

Heute heißt es wieder packen und das Haus putzen. Ende des Urlaubs? Naja, fast, weil wir erst am Montag fahren und solange noch im Camper Van schlafen. Ein Abschied auf Raten.

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Vorgestern waren wir auf Tatihou, der von Vauban befestigten Insel, die zusammen mit La Hougue zum Weltkulturerbe zählt. Die Insel fällt bei Ebbe trocken und kann zu Fuß erreicht werden, bei Flut ist es eben eine Insel.

Tatihou noch mit Wasser drum herum ...
Tatihou noch mit Wasser drum herum …

... und bei Ebbe
… und bei Ebbe

Als Kinder haben wir mit meinen Eltern im Sommer meist einen Tag auf Tatihou verbracht. Damals hat noch keiner an ein Weltkulturerbe gedacht und wir sind morgens bei Ebbe rüber, waren den ganzen Tag allein auf der Insel und sind dann erst abends wieder zurück. Das hatte für uns was von Robinson Crusoe und der Schatzinsel in einem. Heute fährt ein Boot bei Ebbe wie Flut herüber.

Die Tatihou II
Die Tatihou II

Aber wir haben den Fußweg gewählt, sind einmal um die Insel rum und wieder zurück. Hier noch ein paar fotografische Eindrücke:

Der Turm von Tatihou ...
Der Turm von Tatihou …

... und der von La Hougue in der Entfernung
… und der von La Hougue in der Ferne.

Zwei Arbeiter in der Austernzucht bei Ihrer tarifvertraglich vereinbarten Pause
Zwei Arbeiter in der Austernzucht bei Ihrer tarifvertraglich vereinbarten Pause

Les Huitres de St.Vaast
Les Huitres de St.Vaast

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Gestern war dann noch Würmerbaden angesagt. Und es blieb auch dabei. Trotzdem schön, einfach so auf dem Wasser zu dümpeln.

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Mit zum Urlaubsvergnügen zählt das Autowaschen. Einmal im Jahr die große Wäsche von außen. Erst mit dem Hochdruckreiniger, Schaum und Bürste von Hand und dann nochmal durch den Automaten. Da strahlt das Auto wieder:

Das Auto ist weiß!!!
Das Auto ist weiß!!!

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Morgen dann raus aus dem Haus. Für die Nacht auf Sonntag hat sich der Sohn den Leuchtturm von Gatteville als Schlafplatz ausgesucht. Und weil es der höchste Leuchtturm Frankreichs ist, scheint er uns auch nicht in die Fenster.