Ausbildungsreport 2019 des DGB

War heute erst der zweite Schultag des neuen Schuljahres in NRW? Mir kommt es so vor, als wären es schon wieder Monate, also zumindest, was die Schule des Sohns angeht.

Ich will ja nicht schon wieder hier rumstänkern, aber lustig ist das nur zum Teil. Der DGB bemängelt, dass in der Ausbildung nur 54% der befragten Auszubildenden ausreichend auf die Digitalisierung vorbereitet werden, obwohl 80% angeben, dass diese wichtig oder sehr wichtig sei.

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Der Sohn ist dieses Jahr, tatatataaaaaa, zum Klassensprecher gewählt worden.

Die erste von der Klassenlehrerin vergebene Aufgabe für Klassensprechers war es dann, Vorschläge zu möglichen Ausflügen an die Tafel zu schreiben. Meines Erachtens hätte sie das zwar auch selber gekonnt, aber sei’s drum.

Jetzt ist der Sohn ja fein- und graphomotirisch eingeschränkt. Ich würde sagen, die Klaue kann kein Mensch lesen, trotz aller Förderung die er schon bekommen hat. Und darum schreibt er ja auch (bei den meisten doch langsam etwas einsichtigeren Lehrern) mit dem Laptop.

In der Klasse hängt auch ein Beamer unter der Decke, der mit dem Rechner in der Klasse verbunden ist.

Warum lässt man ihn dann in einer solchen Situation mit Kreide an die Tafel schreiben?

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Der DGB äußerte (nach einem Bericht auf WDR5) auch die Hoffnung, dass der Digitalpakt besonders auch in Berufsschulen dazu genutzt würde, um die Digitalisierung voranzutreiben und die Schulen besser auszustatten.

Meines Erachtens bringt alle Ausstattung aber nichts, solange nicht auch die Lehrer gezielt weitergebildet werden, wie z.B. ein solcher Rechner mit Beamer eingesetzt werden kann.  Denn das ist ja nicht nur ein lustiges Dingen, um mal ein Video abzuspielen oder den Stundenplan nicht anschreiben zu müssen (wobei dann die Frage ist, warum der Klassensprecher dann so eine Liste … , aber das führt jetzt zu weit).

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Liebe Lehrer (nicht gleich alle aufschreien, wegen dieser gemeinen Verallgemeinerung, ihr seit ja nicht gemeint, nur die anderen),

mit einem Computer kann man nicht nur Daddel und die Dinger sind auch nicht vom Teufel. Man kann die sogar im unterricht verwenden, sogar Geometrie geht damit. Und schon bei mir im Studium (zur Zeit des 486ers, wem das noch was sagt) wurde an der Uni in der Didaktik der Physik damit gearbeitet.

Also traut Euch, lernt noch was dazu und nutzt sie. Es muss ja nicht für alles sein, Ihr könnt Eure Klassenarbeiten auch weiter mit Kopierer, Schere und Kleber zusammenstellen.

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Bei der neue Software für den Vertretungsplan, der (oha!) im Internet einsehbar ist, gibt es bei der Bedienung aber auch noch ein paar Probleme. Heute gab es drei verschiedene Varianten, die alle angeblich den selben Änderungszeitpunkt hatten (wie auch der von Mittwoch). Aber aus keiner Variante war ersichtlich, was es denn jetzt mit Biologie in der zweiten Stunde auf sich hatte.

Und wieso man Donnerstags nochmal den von Mittwoch ändert, erscheint mir jetzt auch nicht logisch. Aber egal.

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Morgen mache ich auch mal meine Tastatur sauber. Aber für das heutig Titelbild finde ich die verstaubte Tastatur ganz passend.

2 Antworten auf „Ausbildungsreport 2019 des DGB“

  1. Aus der Sicht eine Lehrerehemanns (selnbst in IT Branche):
    In der Schule meiner Frau (Haupt/Realschule mit ca. 500 Schülern) gibt ca. 5 Beamer von denen immer mal wieder welche nicht gehen. Es gibt keine Rechner die man verwenden kann da entweder kaputt oder nicht online oder,….
    Die gesamte IT (Netzwerk, Backup, ..) macht ein Lehrer nebenher der Hobby Itler ist.
    Im Grund hast du völlig Recht. Aber die meisten Schulen haben keine Mittel um das vernünftig aufzuziehen von Schulung der Lehrkörper brauchen wir erst gar nicht zu reden.
    Mann muss halt auch die Mittel zur Verfügung stellen.
    Allein der Eigenanteil der Arbeitsmittel die meine Frau selbst kaufen muss ist immens (Rechner, Drucker, Materialien,….) und die paar Kröten von der Steuer kann man vergessen.
    Der angestellte Handwerker der sein Werkzeug selbst kaufen soll will ich sehen.

    Also vielleicht sollte unsere geliebte Regierung einfach für die Bildung etwas mehr Geld in die Hand geben und den Lehrern überhaupt erst die Möglichkeit geben modern zu unterrichten.
    Es gibt sicherlich auch dann immer noch gute und schlechte Lehrer wie in allen Branchen.

    1. Ja Thorsten, da stimme ich Dir voll zu.
      Für meine Begriffe ist das mal wieder nur ein Geldausgeben für Gerätschaften. Klar bilden die die Grundlage, um dann später auch mal damit Unterricht machen zu können. Aber ohne die entsprechende Weiterbildung bleiben das dann doch nur Staubfänger oder bessere Overhead-Projektoren.
      Also müsste, wie von Dir auch gefordert, auch mehr Geld für die Bildung und Weiterbildung ausgegeben werden. Aber das Geld wäre ja nicht so eine schöne verdeckte Wirtschaftsförderung, weil es ja nicht in den Kauf von Inventar fließen würde.
      Und natürlich müsste auch ein Pott für die anschließende Pflege der Geräte und des Netzwerks existieren, denn engagierte Lehrer sind zwar toll, aber die reparieren ja auch nicht die Waschbecken, wenn mal eins es nicht tut, also zumindest meistens nicht.

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