Das Netz – aber nicht zum Fischen

Gestern war der erste Tag mit Regen und mit frischen und angenehmen 21°.  Die Tage davor waren unerträglich heiß … also für hier … im Inland bis 28°. Bei Euch, habe ich gehört, war es ein bisschen wärmer. Aber der Metzger meinte schon, so Temperaturen, das wäre nicht die Normandie.

Wäre Rollo der Wikinger bei solchen klimatischen Bedingungen hier angekommen, er hätte spontan wieder umgedreht. Und vermutlich wäre die Geschichte eh anders gelaufen, weil  William der Bastard (genannt der Eroberer) wahrscheinlich nie Richtung England aufgebrochen wäre, zu warm zum Erobern, und das “White Ship” wäre auch nicht hier gesunken.

William soll sich angeblich in Barfleur eingeschifft haben. Sein Schiff, die Mora, ist aber wohl wirklich da gebaut worden. In Barfleur erinnert noch eine Plakette und eine “Tanzlokalität” gleichen Namens daran. Das ganze Disko zu nennen wäre jetzt auch übertrieben. Ob er wohl am Vorabend der Eroberung hier eingekehrt ist?

***

Wie ja in der Vorbereitung angedeutet hieß früher Kontakt zur Familie oder zu Bekannten halten, dass ich mich auf’s Fahrrad geschwungen habe, ins nächste Dorf gefahren bin und dann da eine Telefonzelle aufgesucht habe. Oft bedeutete das mehrere Telefonzellen, denn die meisten haben nicht funktioniert. Krönung war eine, auf die jemand mit dem Finger auf die dreckige Scheibe “En panne, comme toujour” geschrieben hatte.

Das Handy an sich war da schon ein großer Fortschritt, ersparte einem aber das Fahrrad auch noch nicht so ganz, weil jetzt bestimmte Punkte angefahren werden mussten, an denen man Empfang hatte, sowas wie “der zweite Strommast den Weg rechts entlang”. Ich hab’s sogar mal mit einem dieser Verstärker versucht, rausgeschmissenes Geld.

***

Mittlerweile geht das mit dem Telefonieren sogar hier im Haus, nur Internet, naja. Angeblich habe ich Empfang, Chrome weigert sich aber standhaft Webseiten aufzurufen, weil ich offline sei. Gleichzeitig kommen aber Benachrichtigungen von anderen Apps rein und ich kann auch was verschicken.

3 Schritte weiter, vor dem Haus, habe ich Empfang: 4G! Und wenn’s regnet? Ja, Hotspot nach drinnen, sieht dann so aus:

Hotspot im Regen
Hotspot im Regen, das smarte Phone liegt darunter noch auf einer Tasse

Und das mit dem Hotspot funktionier jetzt sogar, nachdem ich mit meinem neuen Handy erstmal kein Internet hatte, über das des Sohnes aber schon, der Sohn über meins auch nicht aber auch über seins.

Trotzdem war das nicht ein Problem des Telefons, sondern der DNS-Verbindungseinstellung am Laptop, die ich irgendwie händisch auf 8.8.8.8 oder alternativ auf 8.8.4.4 stellen musste, was auch immer das jetzt bedeuten soll. Mich wundert daran ja nur immer, dass so Kleinigkeiten heute noch immer vorkommen.

***

Das Titelbild ist übrigens das Panorama über das Val de Saire von La Pernelle aus. So sieht dann eine Richtung in besserer Auflösung aus:

Le Val de Saire
Le Val de Saire

Diesen wunderschönen Panoramapunkt haben auch schon unsere Vorfahren für einen ihrer Bunker genutzt, die jetzige Umnutzung gefällt mir besser.  Schwerter zu Pflugscharen.

Wenn man mal in die andere Richtung guckt, dann sieht das so aus, auch nicht schlecht:

La Pernelle
La Pernelle
***

Die Jungs haben übrigens einen neuen Haarschnitt bekommen, nachdem sie sich ausgiebigst in Kletten gewälzt hatten. Kosmetik half da nix mehr, eine komplett neue Kurzhaarfrisur war angesagt:

Paul
Paul

Und prompt sind sie gestern am Strand von Kindern als “mignon” bezeichnet worden. Ob die Bezeichnung von meinen beiden starken sich selbstüberschätzenden Männern als ehrenwert empfunden wird, weiß ich nicht. Die meinten dann doch lieber einen Bullen (also so einen echten mit Hörnern) verkläffen zu wollen.