La mer, au ciel d’été

Wenn ich mich ins Boot setzte, vom Ufer abstoße und auf’s Meeer raus fahre, dann werde ich immer ganz ruhig. Im Grunde tu’ ich dann einfach mal nix. Ja, Gas geben und Boot auf Kurs halten, Atmen auch. Aber sonst eben nix. Und der Kopp wird frei. Einfach nur das Wasser, der Wind und ein bisschen Geschaukel.

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Und die Perspektive wird eine andere. Mal nicht vom Land auf’s Wasser schauen, sondern vom Wasser auf’s Land. Ersteres ist ja schon toll, letzteres aber für mich noch eine Schüppe drauf. Es lohnt sich eben, Dinge von zwei Seiten zu betrachten.

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Seit zwei Jahren geht mir ja viel zum Thema Beziehung durch den Kopf. Zuerst situationsbedingt das, was ich nicht mehr wollte, aber in zunehmendem Maße eher die Fragen, wie ich mir Beziehungen unter Menschen so vorstelle.

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Vor dem Urlaub kam die Schwester an, die ja zur Zeit auch in der Gegend Ferien macht (unsere Urlaube in der Kindheit waren eben bei uns beiden prägend) und meinte, ich sollte nicht beleidigt sein, wenn sie mal nicht was mit uns zusammen unternehmen wolle. Ich hab’ Ihr gesagt, das ich aber auch nicht im Geringsten beleidigt sei, schließlich machte sie ja eigentlich ihren Urlaub, und wir unseren, und klar sei das schön, wenn man sich sehen würde und auch mal was zusammen mache, aber das sich daraus ja keine Verpflichtung ableiten lasse, auch wenn da mal der eine oder andere Vorschlag zu einer gemeinsamen Unternehmung käme.

Und so haben wir gestern Morgen zu dritt gemütlich am Strand gefrühstückt. Mit frischem Brot, Croissants, Eiern, Milchkaffee, Käse, Creme Fraiche und Marmelade. So ein Camper Van hat schon was, auch wenn man nicht darin schläft.

Nach 2 Stunden Frühstück war  der Tisch ziemlich leer
Nach 2 Stunden Frühstück war der Tisch ziemlich leer

Nachher noch ein Spaziergang mit den Jungs ans Wasser und zum Schluss noch in einer anderen Bucht schwimmen gewesen. Also ich jetzt nicht. Nicht, weil das Wasser zu kalt war, sondern weil ja einer bei den Jungs am Strand bleiben musste (billige Ausrede, ich weiß).

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Das ist so ein Punkt, der für mich das Zusammenleben mit anderen so viel einfacher macht. Wenn beide Seiten offen und ehrlich sagen, was sie wollen und auch nicht eingeschnappt sind, wenn der andere das nicht teilt.

Auf der einen Seite muss man sich damit nicht genötigt fühlen, an etwas teilzunehmen, das man nicht mag oder auf das man in dem Moment keine Lust hat. Auf der anderen Seite kann man aber auch viel offener Einladungen aussprechen, weil man weiß, dass der andere sich dadurch auch nicht gezwungen fühlt sie anzunehmen und das auch sagt. 

Aber leider scheint das noch immer nicht die Regel zu sein.