Tag (0) – Gentlemen, start your engines!

Also habe ich es doch wieder geschafft, trotz dieser 1000 Kleinigkeiten.

Ich hatte ja extra einen Testlauf des Aussenborders gemacht. Nur auf dem Ständer nutzt mir der ja auch nix, der muss ja ans Boot. Und dann hing die eine Flügelschraube. Rostlöser – warten – 2. Versuch – weiter warten – 3. Versuch – Flügel abgebrochen.

So werkzeuglose Montagehilfen aus Plastik sind ja echt ne tolle Sache. Wenn die kaputt gehen, hat man kein Problem den Rest mit einer Zange auch noch abzubrechen und dann mal mit Werkzeug einen neuen Versuch zu starten. Also Engländer heraus geholt, zwei Mal wackeln und die Schraube war lose.

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.

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Wer sich jetzt als nicht so Werkzeug affiner Mensch fragt, wieso ich einen Engländer gebraucht habe um die Schraube zu lösen, dem sei gesagt, dass das nix mit dem Brexit zu tun hat. Da böte sich zwar jetzt die Möglichkeit einiger schöner Lästereien zwischen Brexit und festhängenden Schrauben an, aber lassen wir das.

Ich bin auch nicht der Meinung, dass man unbedingt wissen muss, dass das Gliedermaßstab heißt und nicht Zollstock, oder Innensechskant anstelle von Inbus oder (in Werkstätten als besonders beliebte Lachnummer) Imbus. 

Aber die Nummer mit dem Engländer finde ich schon ganz lustig. Ob die stimmt, weiß ich aber auch nicht. Angeblich heißt dieser verstellbare Schraubenschlüssel (Rollgabelschlüssel) nämlich nur hier auf dem Kontinent Engländer, in England und den USA aber Franzose, wobei der wieder noch ein Maul auf der anderen Seite hat.

Namensgebend soll aber der Umstand sein, dass im englischsprachigen Raum zöllige Schrauben üblich sind, auf die keine metrischen Schraubenschlüssel passen und auf dem Kontinent eben metrische, auf die die zölligen Werkzeuge wieder nicht passen. Und damit lösen dann die Franzosen die englische Muttern mit dem Engländer und die Engländer die französischen Schrauben mit dem Franzosen.

Eigentlich gehört das wohl in die Kategorie “Nutzloses Wissen”, ich finde das aber gar nicht so nutzlos.

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2016 – ….

Seit 2016 wohnen wir jetzt in den Ferien in Teurthévile-Bocage, im Hammeau Gosselin. In dem Weiler leben nur unsere Vermieter und deren Sohn mit Familie. Der Sohn betreibt jetzt deren Hof mit den Kühen und baut auf den Ackerflächen das komplette Futter für die gut 100 Tiere selbst an. Die leben auf einer großen Wiese mit angrenzendem Stall, wo sie nach eigenem Gutdünken zum Melken und Fressen kommen können oder eben den Tag im Freien auf der Weide verbringen.

Das ist jetzt da nochmal eine Schüppe drauf auf die Verbundenheit zu der Gegend, weil auch in den Ferien natürlich der Betrieb weiter läuft, mit allem was dazu gehört.

Kuhtrieb am Morgen vertreibt, na Ihr wisst schon
Kuhtrieb am Morgen vertreibt, na Ihr wisst schon

Und die Vermieter wohnen direkt vis-a-vis, bringen mal einen Salat, was Cidre oder auch Eier aus eigener “Produktion” vorbei und man redet. Der Sohn und ich, wir sind ja mittlerweile nur noch zu zweit unterwegs, fühlen uns da sauwohl.

Und die Gummipelle ist einem kleinen Holzboot gewichen, das ich vor zwei Jahren gebaut habe.

Mit dem Boot nach Tatihou
Mit dem Boot nach Tatihou
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Jetzt geht’s los.

Abfahrt
Abfahrt