Tag (-1) – Licht am Ende des Tunnels

Eins fehlt mir ja dieses Jahr noch bei der Urlaubsvorbereitung. Die letzten Jahre habe ich eigentlich immer an den letzten Tagen morgens nach dem Aufstehen auf der Terrasse gesessen und meinen Kaffee da getrunken. Das war zwar meist jetzt auch nicht so warm, dass ich es nur da ausgehalten hätte, aber es waren auch nicht nur die aktuellen 13°.

Nein, ich will jetzt nicht in das Horn der Dumpfbacken stoßen, die bei den aktuell mal etwas unterdurchschnittlichen Temperaturen von -1 K  im nördlichen Teil Deutschlands gleich von Herbst schreiben. Es ist mir nur gerade aufgefallen.

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Statler und Waldorf sind wie immer unzufrieden. Der eine wäscht sein Auto auf seinem Grundstück und der andere entsorgt seine Gartenabfälle hier in der Schonung. Aber trotzdem meinen Sie die Nachbarschaft, die hier eigentlich sehr gut ist, mit ihren Intrigen auf den guten Deutschen Weg bringen zu müssen.

Eine Nachbarin von gegenüber bekommt eigentlich regelmäßig Besuch vom Schiedsmann, weil mal wieder ein Grashalm über die Grundstücksgrenze hängt oder Sie angeblich einen Baum zu nah an selbiger gepflanzt habe, der sich dann aber nur als Blumentopf entpuppt.

Gestern war ich dann mal wieder mit den Hunden dran.

Vor ein paar Jahren war dieser wirklich sehr nette Schiedsmann schon mal da gewesen, weil die Jungs zu laut waren. Und damit meine ich jetzt alle Jungs, weil der Sohn mit seinem Freund im Garten mit denen gespielt hatte. Seit dem achte ich darauf, dass die nicht länger als 10 Minuten  am Stück und 30 Minuten am Tag bellen. Wenn die das tatsächlich täten, ginge mir das selber auf die Nerven. Der Sohn bellt seit dem gar nicht mehr.

Diesmal hatten sie angeblich vor 6 Uhr morgens gebellt. Da mein Wecker eigentlich erst um 6:10 Uhr klingelt muss ich jetzt mal ein ernstes Wort mit den Hunden reden, weil die sich doch nicht einfach meine Schlüssel nehme und rausgehen können, ohne mich zu vorher zu fragen. 

Und nein, ich habe mir meinen Wecker heute nicht auf 6 Uhr gestellt, um die Jungs dann mit dem Ball als Bellgarantie rauszuschicken und ich stehe auch nicht mit der Stoppuhr da und animiere sie 9:59 Minuten lang zum Bellen, auch wenn der GEdanke kurz aufkam.

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Geburtstagsgeschenk Teil 2 ist gestern auch noch gekommen, für die Jungs habe ich jetzt eine Trennwand in den Fußraum des Autos eingebaut, damit die nicht immer in der Transportkiste reisen müssen, der Quirl am Boot läuft auch, die Wäsche ist trocken geworden, also eigentlich alles perfekt.

Gestern fiel dem Sohn noch ein, dass der Klappspaten, ein zwingendes Zubehör zum Staudammbau, seine klappende Funktion nach 20 treuen Dienstjahren im letzten Urlaub eingestellt hatte. Also musste noch schnell ein neuer her, der soll aber heute noch kommen.

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Wanderjahre trifft es. Das erste Jahr haben wir noch für eine Woche ein kleines Häuschen gefunden. Das Problem war, dass der Sohn in die Schule musste, die Absage wieder mal recht knapp kam und das ganze ja auch irgendwie bezahlbar beleiben sollte. So in der Kategorie ab 1000 Euro die Woche wären zwar einige schöne Objekte noch frei gewesen, aber…

Das Jahr drauf wurden wir dann noch weiter im Landesinneren fündig. Zwei wunderschöne Wochen mit eigenem kleinen Hinterhof zum Boulespielen, einem Brunnen mit Schwengelpumpe für den Sohn und funktionstüchtigem offenen Kamin. Das Problem war nur, dass die Vermieter die Vermarktung ab dem nächsten Jahr dann in die Hände einer deutschen Agentur gegeben hatten, womit die Miete mal eben um schnuckelige 65% auf 680 Euro die Woche gestiegen war.

Also zogen wir weiter und wurden bei Nadine und Patrick in Le Vast für die nächsten Jahre fündig. Auch mit Kamin, die Wohnung noch schöner aufgeteilt, einen kleinen Garten hinten dran und noch den Hinterhof zum Boulespielen. 

Was mir in den Jahren ein bisschen verloren gegangen war, das war dieser Kontakt zum normalen Leben. Die Häuschen waren alle sehr schön im englischen Landhausstil eingerichtet (in Frankreich) und spielten einem diese heile Touristenwelt vor. Mir fehlte der Kontakt zu den Vermietern und zu den Nachbarn, die wollten ja alle dieses ruhige Touristenidyll nicht stören.

Aber ich bin doch eigentlich kein Tourist mehr! Beim Metzger und beim Bäcker werde ich mit Handschlag begrüßt, ich weiß wo es den besten Käse und Fisch gibt, ich kenne viele Lebensgeschichten der Leute und habe deren Kinder groß werden sehen. Und da soll ich mich gestört fühlen, wenn die Vermieter zum Quatschen vorbei kommen?

Aber trotzdem haben wir schöne Urlaube verbracht, ganz in der Familientradition hielt ein Schlauchboot Einzug, der Sohn hat seinen ersten Fisch geangelt und gegessen und das Wasser war genauso kalt wie in all den Jahren zuvor.

Kleiner Mann mit großem Fisch
Kleiner Mann mit großem Fisch

Aber die Zeiten haben sich da geändert, auch mit dem Mieten. Früher reichte ein Anruf oder wir haben bei der Abfahrt gesagt, wann wir nächstes Jahr kommen. Heute malt zuerst, wer zuerst kommt. Und so war dann auch 2016 wieder jemand schneller als wir.