Das schöne, wenn man dann anfängt zu packen, ist ja das anfängliche Chaos. Da helfen auch die Listen nix mehr. Das ist wie eine Rolle mit Kordel, die ist ordentlich aufgewickelt, man zieht dran und sie verknotet sich. Aber vielleicht geht das ja auch nur mir so.
– Wäsche
Wer packen will, der muss vorher die Wäsche auch waschen und vor allem trocknen! Trockner hab’ ich nicht, aber einen Raumluftentfeuchter, der jetzt im Bad vor den Wäscheständern steht. Wer konnte denn erwarten, dass genau in dieser Woche das Wetter zum Trocknen nicht geeignet ist.
Jetzt steht also schon eine halb angefangene Kiste mit Klamotten da, Rest folgt später.
– Küchenkiste:
Super Idee, wenn das mit der Wäsche schon nix ist, dann doch die Küchenutensilien schon mal zu packen. Muss ja nicht am letzten Tag sein, ich kann mir ja immer noch was zu Essen improvisieren, der Sohn ist ja nicht da (Lotterhaushalt!).
Nur dann viel mir auf, dass ich dafür noch was vom Aldi brauche, also:
– Einkaufen bei Aldi
Es gibt bestimmt Sachen, die nehm’ ich mit in Urlaube, sowas wie Mineralwasser, Waschmittel, Küchentücher, Sonnenblumenöl für die Fritteuse, Grillkohle und auch Klopapier (französischen Klopapier ist einfach furchtbar). Der Einkauf war schnell erledigt, aber ob der Sohn noch eine Aufladung für sein Telefon brauchte, viel mir erst nachher ein.
– Küchenkiste fertig packen
Das war doch wenigstens mal was :-), also zum Teil. Abends hab’ ich sie wieder ausgepackt, weil mir der Schaumlöffel fehlte.
– Auto startklar machen:
Die Scheiben mal von innen reinigen, einmal durchsaugen, sowas halt. Und dann kam der Paketbote mit meinem Geburtstagsgeschenk Teil 1, das wollte dann doch noch begutachtet werden.
So Tage gehen wahnsinnig schnell vorbei. Kurz nicht aufgepasst und schon ist es 15 Uhr.
Ich hab’ dann aber ‘nen Rappel bekommen und die Bude wenigstens mal ein bisschen wieder in Richtung Ordnung geschubst, ging ja so überhaupt nicht, alle Kisten im Weg. Auch wieder wie bei den Knoten an der Kordel, erst zupft man noch dran und bekommt wenigstens ein bisschen was abgerollt, aber dann hilft nur noch Entknoten.
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Nach der Europawahl ist gestern dann tatsächlich Ursula von der Leyen zur Kommisionpräsidentin gewählt worden. Da haben wohl bei McKinsey die Korken ein zweites Mal geknallt.
Wird die Gorch Fock jetzt zum Flagschiff Europas?
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Erstaunlicherweise kann ich mich an die Jahreszahl unseres “Umzuges” nicht mehr erinnern. eigentlich ja näher dran, aber trotzdem.
Die neue Bleibe hatten wir durch einen Tipp eines befreundeten Lehrerehepaars aus Quettehou bekommen. Wir sollten es doch mal bei Varins versuchen. Glücklicherweise war keiner von uns mehr an die Schulferien gebunden, und so machten wir in dem Jahr im September Ferien, was sich in den darauffolgenden Jahren auch so fortsetzte. Grund dafür war, dass immer mehr Leute die Schönheit der Gegend entdeckt hatten, die Ferienhäuser aber fast nicht mehr geworden waren. Meistens handelte es sich dabei eben um alte Häuschen, die zum Vermieten hergerichtet wurden.
Bei Varins waren wir gut aufgehoben. Und dieser Luxus!!! Eine echte Dusche, eine Spülmaschine, Backofen mit Drehspieß und genug Platz. Aber zum ersten Mal seit 1974 mussten wir zum Strand fahren. Die Wohnung lag im Landesinneren, also so ca. 5 km vom Wasser weg, genau hier. Das war jetzt aber auch nicht mehr das Problem, weil wir mittlerweile mit 2 Autos unterwegs waren, zum Teil sogar 3 Karren am Start hatten. Und das zwingende “Ich will jetzt aber an den Strand, eine Sandburg bauen” hatte sich so ziemlich erledigt.
Unser Vermieter, ich würde sagen ein Naturphilosoph, war früher Schweinezüchter gewesen und hatte das Haus aus einer Ruine neu aufgebaut. Unten wohnten er und seine Frau, oben wir. Der Reiz dieses Fleckchens Erde besteht in den noch intakten Hecken, die die Weiden und Felder eingrenzen. Rechts und links der sehr schmalen Straßen ragen diese völlig wilden Hecken aus allem was so wächst 4 oder 5 Meter hoch und werden nur von dem Trecker in Schach gehalten, der auch die Randstreifen mäht.

Gestern habe ich geschrieben, dass ich durch das Cap meine zweite Heimat gefunden habe. Heute sage ich, am Perron habe ich mich in der Gegend verwurzelt. Anders als am Meer direkt bekam ich hier das normale alltägliche Leben in diesem Landstrich mit. Wie der Bauer im Weiler nebenan jeden Tag seine Kühe auf die Wiese und Abends wieder zum melken in den Stall trieb, wie die Felder bestellt wurden , normales Leben eben.
Einmal sind wir im Winter in der Nacht vom 30. auf den 31 Dezember eingeschneit. War das ein Fußmarsch, um noch was für das Silvesteressen zu bekommen! Der Schnee lag bestimmt 40 cm hoch und wir sind mit Tee und Rum bewaffnet durch den Schnee gestapft.
Und so vergingen auch diese Jahre, die ersten noch mit meinen Eltern, dann mit der Freundin, die zur Frau wurde und zum Schluss zu dritt mit dem Sohn. Und es hieß wieder Sandburgen bauen, oder besser gesagt Staudämme. Das Wasser, was bei Ebbe so aus dem Strand sickert und sich um die kleinen Felsen zu Rinnsalen vereinigt, lässt sich super aufstauen und irgendwann bricht der Damm. Herrliches Spiel, auch für Papas.
Als der Vermieter starb und die Familie das Haus ein Jahr später verkaufen wollte, begann wieder die Zeit der Wanderschaft, das war 2010.

