Alle Pakete sind gepackt und stehen an der Haustür! Alle Paket? Nein ein kleines nicht-gallisches Dorf meinte heute noch was bestellen zu müssen. Eigentlich hatte auch er die Vorwarnung und Nachfrage bekommen, bestellt und auch seine Lieferung schon erhalten. Aber jetzt fehlt halt noch was im Lager, und ein neues Etikett braucht er auch noch. Wie gut, dass ich mein eigener Druide bin, also mische ich ihm noch eine Potion Magique und schicke sie ihm, bevor er mich aus den Sandalen haut wie Obelix einen Römer.
***
Ansonsten heißt es jetzt Konzentration auf die to-do’s. Die Liste ist noch lang, aber es sind ja noch 3 Tage. Als erstes hieß das gestern mal die Metro-Kisten sauber machen. Da es mich ja weniger interessiert, was ein Auto unter der Haube hat, und mehr, was hinten in die Klappe passt, verreise ich sehr gerne mit so Kisten. Die lassen sich im Auto prima stapeln, die Wäsche liegt da super drin und der restliche Kram findet auch seinen Platz, perfekt.
Wobei ich ja sagen muss, dass ich die letzten 2 Jahre mit dem Sohn alleine viel weniger mitgenommen habe als früher. Also man kann es eben auch alles übertreiben, mit dem großen Kofferraum. Dafür hängt jetzt noch ein Anhänger am Auto, aber da ist das Bötchen drauf.
***
Pünktlich zum 2-monatigen Bestehen des Blogs hat haben Maximilian und Christian gestern einen Pingback (also eine Link zurück auf meinen Artikel, in dem ich seinen erwähnt hatte) gesetzt und mir den Tag mit den bisher höchsten Besucherzahlen beschert. Was mich daran besonders freut, dass damit gerade dieser Beitrag, an dem mir viel liegt, eine höhere Verbreitung gefunden hat und zum meistgelesenen geworden ist.
Danke!
***
Aber mal weiter mit dem Rückblick und dem Versuch verständlich zu machen, warum ich seit so langer Zeit immer in der selben Ecke Urlaub mache.
1977 – Anfang 90er Jahre
Es kehrte ein wenig Ruhe in die Urlaubsplanung ein, das Ziel hieß immer Cap de Montfarville. Die Vermieter waren jetzt die Nichte der Soeur Sauvage und ihr Mann. Er war ein renommierter Hufschmied aus Lisieux, der Anfangs nur am Wochenende da war, mit feinsten Klamotten anrauschte und stellenweise die Besitzer der teuersten Pferde Frankreichs im Schlepptau hatte. Sein Renommee hatte er sich erworben, in dem er in der Lage war, gespaltene Hufe heilen zu können. und er hatte ein Auge für den Gang von Pferden. Und Chevalier de la Legion d’Honneur war er auch, für seine Tätigkeit in der Résistance. Aber das war ihm uns gegenüber ein bisschen peinlich, weil wir ja auch Deutsche seien und er uns gut leiden konnte.
Einige Jahre später ging er in Rente, tauschte seine feinen Klamotten gegen einen Blaumann und ging fortan mit seinem Boot fischen. Aber immer noch wurden ihm vereinzelt Pferde gebracht, die leichte Gangungenauigkeiten hatten und denen er mit viel Gucken und wenig und gezieltem Feilen an den Hufen helfen konnte.
***
Mit der Zeit wurden aus unseren 4 Wochen 6, und meist kamen auch noch die Weihnachtsferien dazu. Das Haus wurde nur noch an uns vermietet, womit wir einiges an Sachen gleich da lassen konnten.
Die Felseninsel vor der Bucht wurde ein beliebtes Ziel für uns mit dem Schlauchboot, da man von da aus wunderbar Angeln konnte. Die Fische, in erster Linie Lippfische, waren zwar wegen ihrer unzähligen Gräten nicht essbar, aber zu so mancher Fischsuppe hat es gereicht.
So mit ca. 14/15 Jahren bekam ich dann vom Vermieter sein Beiboot für den Sommer geliehen, das ich intensiv zum Angeln und für längere und sicherere Ausfahrten nutzen konnte. Alles natürlich mit Muskelkraft, weil das Boot nur über Riemen verfügte.
Aber ich wurde auch mit auf die Regatta in Barfleur genommen, weniger um zu Helfen und mehr um die Trimmung des großen Bootes zu verbessern. Das war zwar sicher gebaut, aber nicht unbedingt das schnellste. Damit gewann es immer, wenn das Meer mal nicht so ruhig war. Trotzdem haben mir gerade diese Fahrten Respekt vor dem Wasser verschafft, denn wenn die Wellen rechts und links von einem höher sind, als man gucken kann, dann ist das schon ein komisches Gefühl.
***
Ich glaube diese Jahre waren es, die die Gegend zu meiner zweiten Heimat gemacht haben. Wir lernten unglaublich viele Leute dort kennen, seien es die Einheimischen oder auch Touristen, die jedes Jahr kamen, und wir fühlten uns einfach nur wohl. Ich denke die schönsten Momente meiner Kinder und Jugendzeit habe ich dort erlebt.
Aber auch die schönste Zeit hatte mal ein Ende, als der Sohn des Vermieters seinem Vater den Hof quasi unter dem Hinter weg verspekulierte und ihn ins Altenheim abschob. Unser zweiter unerwarteter Auszug vom Cap, diesmal aber nur 6 Wochen vor unseren Ferien. Aber durch die vielen Bekannten in der Gegend haben wir doch wieder was gefunden.

