Tag (-5) – Was ich schaffe, schaffe ich, aber auch nicht mehr

Ich hatte ja vorgestern gesagt, dass ich eigentlich gestern schon noch was darüber schreiben wollte. Aber da war mir ein anderes Thema dazwischen gekommen, soviel dann auch zum Thema Planung.

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Also mal im Schnelldurchlauf:

Freitag – Sohn zur Schule, Sohn abholen, bisschen was arbeiten (zu wenig) und dann Essen gegangen. La Mandolina, ein Steakhaus, dessen Füllstand umgekehrt proportional zur Qualität war. Ach so, es war relativ leer und wir nachher satt.

Samstag – Erst gebloggt (statt zu arbeiten) und dann den Sohn zu Omma und Oppa gebracht und länger da geblieben als geplant (und nicht gearbeitet). Muss ja auch mal sein. Und weil ich ja 50 werde (stimmt ja, fast vergessen), schon einen großen Wunsch erfüllt bekommen, den ich im Urlaub schon nutzen kann, mir aber noch selber bestellen sollte. Hab’ ich noch getan (und nicht gearbeitet). Den Sohn sammele ich Freitag auf der Fahrt noch wieder ein.

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Bis vor ein paar Jahren habe ich in den letzten Tagen vor dem Urlaub immer noch versucht die Welt zu retten. Egal was kam, irgendwie musste das noch mit reingepröfft werden. Und auf den letzten Stipp wurde es dann mehr als eng. Manchmal habe ich noch bis spät abends gearbeitet, um dann am nächsten Morgen um 5 Uhr aufzustehen und zu fahren.

Mensch war ich da busy!!!

Ich habe mir das abgewöhnt. Einerseits durch eine bessere Planung 🤣. Ich habe geschrieben “bessere” nicht “gute” oder “sehr gute” (s.o.).

Aber ich werde auch nicht jünger und schlafen auf der Autobahn, also hinterm Steuer und irgendwo zwischen den Leitplanken, nicht auf dem Parkplatz, ist jetzt auch nicht so gesund. Außerdem bin ich weiser geworden.

Aber mal Spaß beiseite.  Wenn ich mir die letzten Tage vor dem Urlaub immer noch mit irgendwas vollgestopft habe (und auch habe vollstopfen lassen), wurde die Qualität meiner Tätigkeit bzw. deren Ergebnisse nicht unbedingt besser. Und  auch die Urlaubsvorbereitung hat darunter gelitten. Damit stand ich dann kurz vor dem Herzinfarkt, die Kunden haben teils die falsche Ware bekommen und ich hatte dann doch nicht das mit, was ich mitnehmen wollte. Und meiner Umgebung bin ich damit auch auf den Sack gegangen.

Mittlerweile fahre ich meine Arbeitsaktivitäten zum Urlaub hin systematisch herunter, fange schon mal an zu packen und zu planen und frage mich regelmäßig, was ich noch schaffe und was nicht. Rechtzeitig erkannt verschiebe ich dann unwichtigeres bewusst auf nach dem Urlaub und konzentriere mich auf das, was noch passieren muss. Denn auch die mickrigen 2 Wochen Auszeit will ich genießen.

Mal sehen, wie das dieses Jahr klappt.

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Hab ich geschrieben mickrige 2 Wochen? Früher haben wir 4 oder auch 6 Wochen gemacht. Das war Erholung!

Ja, früher (war … aber ich zitiere nicht schon wieder Karl Valentin).

Nach 1972 und 1973 in Yport haben wir dann 1974 ferienmäßig umgesiedelt in den Nord-Cotentin, ans Cap de Montfarville. Diese Bucht war für uns Kinder der Hammer.

Erstens gab es hier nach Vaucottes Sandstrand. Das hat mir viele blutige Knie erspart, wenn auch nicht alle. Durch den hohen Tiedenhub in der Gegend wurde der Strand täglich überspült. Bei Ebbe ist das Wasser aber auch nicht zu weit weg. Und ein paar Felsen und eine Felseninsel, die bei Ebbe zum Vorschein kamen, gab es da auch. Also mit ein bisschen Übung ging das dann auch wieder mit den blutigen Knien.

Zum anderen war aber auch der Strand nur eine wenig befahrene Straßenbreite vom Haus entfernt. Das war nicht nur für uns Kinder toll, auch meine Eltern mussten nicht alles von der Wohnung bis an den Strand schleppen, was man so für den Tag brauchte. Man konnte schnell mal eben was holen. Toll.

Waschen ging entweder in der Küche oder an einem Waschbecken in der ersten Etage, duschen unterm Schlauch im Hinterhof, wo auch das Klohäuschen stand, aber schon mit Wasserspülung.

Die Vermieter waren die Sœur Sauvage, die mit ihrem Bruder das mittlere Haus im Hof bewohnten. Der Bruder war früher Fischer gewesen, die Schwestern hatten sich um den Verkauf gekümmert. Als wir einmal Nachmittags noch Fisch kaufen fahren wollten, da meinte er nur, der wäre doch nicht mehr frisch, die Flut sei doch schon 3 Stunden her …

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Morgen dann mehr zu den Jahren ’75 und ’76.