Fußball-Weltmeisterschaft – ach so, der Frauen

Die Fußball-WM der Frauen fängt heute an, die im übrigen bei den Männern nur Fußball-WM heißt, und laut WDR 5 Morgenecho kann man einige Spiele sogar im Ersten sehen. Boah, ehrlich, das ist ja wirklich erwähnenswert!

Stimmt, aber einige auch im ZDF, der Rest verschwindet im Livestream von ARD und ZDF im Netz. Warum, weil es nur die Frauen sind? Kann sich einer bei den Männern vorstellen, dass die Italiener oder Franzosen bei einer WM spielen und das Spiel nur im Netz läuft?

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Noch ein paar Schnipsel zur WM:

  • Google liefert, weil es ja gerade aktuell ist, zum Suchwort Fußball-Weltmeisterschaft zwar ganz oben die anstehenden Spiele der Frauen-WM und rechts auch den Artikel der Wikipedia zu selbiger, das erste echte Suchergebnis liefert aber den Wikipedia-Artikel zur Männer-WM
  • Es gibt einen Wikipedia-Artikel zur Fußball-Weltmeisterschaft und zur Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen. Ihr dürft jetzt mal raten, worum sich ersterer dreht – stimmt, nur um die Männer.
  • Aber das kann man Wikipedia eigentlich nicht vorwerfen, weil die offiziellen Name der Wettbewerbe der FIFA ja auch FIFA World Cup und  FIFA Women’s World Cup lauten, es gibt also wohl nur eine “echte” WM und der Artikel schließt sich dem Label der FIFA an.
  • Der Schutzpatron der Fußballspieler und -fans ist der Heilige Luigi, also auch hier nix mit Maria 2.0.
  • Bei der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2018 in Russland gab es ca. 17.000 Volunteers, 2019 in Frankreich bei den Frauen sind es nur 2500.
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Schade eigentlich, dass hier mal wieder die Chance nicht genutzt wird, in einem ganz alltäglichen Thema Emanzipation zu leben. Da hilft dann auch kein Boys-Day oder Girls-Day.

Aber vielleicht liegt es ja auch daran: “Der Erfolg des Fußballs beruht zum Ersten auf seiner Einfachheit.[…] und er ist für Neulinge und Zuschauer leicht verständlich oder gar selbstverständlich. ” (Wikipedia, Fußball). Also vielleicht doch nur was für Männer?

Bildquelle Titelbild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Trunc-icosa.jpg

Müde bin ich, Känguru

… schließe meinen Beutel zu,
lege noch die Ohren an,
damit ich besser schlafen kann.

Der Tag gestern fing schon damit an, dass der Wecker gleichzeitig mit einer Whatsapp klingelte. Das hat mich aus dem Tiefschlaf gerissen und ich war intellektuell nicht in der Lage, das dann Gelesene zu verstehen, geschweige denn irgendwie zu antworten.
Das Frühstück zu machen ging noch mit Autopilot und auch den Weg zur Schule des Sohns habe ich so geschafft. Gegen 10 Uhr konnte ich schon wieder geradeaus denken, um die Ecke aber noch nicht.

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Die Produktion meinte mich Freitag darüber informieren zu müssen, dass es an der Toilette, die eigentlich diese Woche installiert werden sollte, noch eine Planänderung wegen der Barrierefreiheit gäbe. Nach einigem Hin-und-Her, in das sich Dienstag auch noch der Bürgermeister einschaltete, konnte ich den Kunden dann damit beglücken, das sie wohl erst Anfang Juli aufgestellt wird. Da musste ich schon ziemlich zu Kreuze kriechen, vor allem, weil ich vor 1 1/2 Wochen den ursprünglichen Termin noch bestätigt bekommen und auch entsprechend weiter bestätigt hatte.

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Auf dem Weg zum Kinderchor kam die Müdigkeit wieder. Eigentlich wollte ich während der Wartezeit noch was geschrieben haben, aber nach 3 Minuten war die Konzentration so weg, dass ich am Ende des Satzes nicht mehr wusste, wie ich ihn angefangen hatte. Gut, dass ich das Bett jetzt hinten im Kofferraum habe, die eine Stunde Tiefschlaf hat mich gerettet.

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Am Abend hab’ ich dann nur noch den Daily Vlog der Narrowboat Experience geguckt. Kath und Anna haben ein neues Boot gekauft und ziehen jetzt um:

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Nachdem ich gestern noch über die Wärme und die feuchte Luft gestöhnt habe, bin ich heute Morgen dann wieder in kurzen Hosen und T-Shirt raus. Fehler!!!

Boah – war – das – kalt !

Den Sohn habe ich natürlich immer noch wie der Sommertroll gekleidet abgeholt. Ich kann ja dickköpfig sein, mal sehen, wer länger Recht behält, das Wetter oder ich.
Der Sohn steigt ein und lobt das Wetter für seine frische Luft, die ihn ans Meer erinnert. Er hat eine lange Hose an, ein langärmeliges Hemd und eine Jacke.
Vielleicht bin ich ja immer noch nicht ganz wach und sollte mich doch nochmal hinlegen.

Geh’ mach nur einen Plan

Ich muss ja heute doch nochmal auf ein Detail der Campervan-Conversion eingehen.

In Fahrtrichtung links gehen ja vier Leitungen für Warmwasser und Klima der Zusatzheizung an der Schiebetür entlang. Die waren für den Boden furchtbar im Weg. Ich habe die Bodenplatte an der Stelle weg gelassen, das Bett auf einer zusätzlichen Platte montiert und diese dann auf dem Boden liegend über die Rohre geschoben und  verschraubt. Und damit das Kopfteil der zweiten Betthälfte nicht tiefer steht oder anders gebaut werden musste, habe ich das auch auf einen passenden Rest einer Platte montiert.

Erst als schon alles fertig war, ist mir dann aufgefallen, dass ich dadurch ja diese ganze Installation auch super einfach wieder aus dem Auto nehmen kann, wenn ich doch mal was richtig großes transportieren muss. Dazu brauche ich nämlich nur die Platte losschrauben und kann sie dann inklusive Bett heraus heben.

Jetzt könnte ich mich ja für diese geniale Idee feiern lassen, wäre aber nicht mein Ding. Es war einfach ein glücklicher Zufall. Dazu stehe ich, selbst wenn viele versuchen die tollsten, schönsten und intelligentesten zu sein. Wer sich selbst erhöht …

Dass ich damit so einfach die Rohre überbrücken konnte und auch noch das Bett einfach und stabil montiert bekommen habe, auf die Idee bin ich stolz, weil sie mir viel Arbeit erspart hat.

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Aber eigentlich ist es doch gar nicht so wichtig, woher eine gute Idee kommt oder ob sich das rein zufällig ergeben hat.

Trotzdem möchte ich natürlich Quellen nennen. In meine Fall kommen viele Ideen von David Jones’ Kanal “Vandemonium”:

Und wenn ich ehrlich bin, ist er es auch Schuld, dass ich das gemacht habe. Er hat mir mit all seiner Unerfahrenheit gezeigt, dass man das trotzdem schafft, wenn man ´denn will.

Ein ganz fantastischer Mensch. Er hat vor 3 Jahren seinen festen Job als Fernsehjournalist gekündigt, sein Haus verkauft und ist auf ein Narrowboat gezogen. Und dieses Leben dokumentiert er in seinem anderen youtube-Kanal  “Cruising the Cut”. Sehenswert.

Campervan conversion

Da das Bloggen für mich ja noch recht neu ist, bekomme ich von einer Seite immer wieder Hinweise, dass ich dies oder jenes doch auch hier mit aufnehmen könnte oder, dass meine letzte (meist etwas abschweifende) Whatsapp-Nachrichten blogreif gewesen sei.

So auch bei dem Thema Campervan, der mich die letzte Woche mächtig auf Trab gehalten hat, weshalb ich auch nicht zum Schreiben gekommen bin. Ich habe aber auch im Kopf hin und hergewälzt, ob ich jetzt hier eine echte Dokumentation mache, oder nicht und wenn doch, dann wie.

Herausgekommen ist dann die kurze Variante, weil ich denke (oh nein, er denkt schon wieder!), dass das hier mehr die Variante Quick-n’Dirty ist und es sicherlich bessere Anleitungen zu Hauf im Netz gibt.

Aber das ist jetzt dabei rausgekommen:

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Zur Vorgeschichte kann ich nur sagen, dass ich bis auf ein paar Zeltlager als Pfandfinder aber mal so gar keine Erfahrung habe, was das Campen angeht. Aber mit dem ersten Keim zu dem Thema habe ich mich dann in Frankreich infiziert, als Frank mit seinem Wohnmobil bei uns im Urlaub zu Besuch war und wir am Stand einen Pastis mit Eis (!) getrunken haben. Das war Lebensqualität, das wollte ich auch, aber 1. fehlte das Geld für ein richtiges WOMO und 2. sind mir die Dinger auch meist zu klobig.

Der Keim bekam in den letzten beiden Jahren dann die ersten Blättchen, als ich mit dem Sohn auf dem Weg in den Urlaub nicht gestresst morgen um 5 aufgebrochen bin um dann so schnell wie möglich die 800 km hinter mich zu bringen, sondern wir schon am Abend vorher losgefahren sind, uns dann irgendwann nachts quer auf die Bänke gelegt haben und der Urlaub damit gefühlt schon einen Tag früher anfing. Und auch auf dem Rückweg haben wir so noch einen Tag geschunden.

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Ausgangspunkt für die ganze Aktion ist ein Peugeot Boxer L1H1, also ein kleiner Transporter aber in der Bus-Variante mit Scheiben und Verkleidung hinten und einer Zusatzheizung. Als dann vor zwei Wochen die Bank verkauft war, sah das ganze so aus:

Erstmal ging es dann ans “Entkernen”, wobei ich jetzt nicht isoliert und auch den Plan alles in Sperrholz auszukleiden und mit Filz zu bekleben schnell verworfen habe. 

Die Latten für den neuen Boden habe ich dann auch noch eingeklebt, damit der Kleber abbinden konnte.

To make a long story short:

Dienstag:

Teppich,

Baumarkt,

und Ikea (mit wieder viel mehr als ich eigentlich kaufen wollte).

Mittwoch

OSB mit der Säge “Stich” einpassen und auf die Latten schrauben,

nochmal zu Ikea und danach Bettgestell basteln.

Donnerstag

Bettgestell in Position bringen,

Lattenrost mit der Kreischsäge (ja, mit sch) sägen,

und Lattenrost ankleben und schrauben, auch am zweiten Kopfteil.

Und einmal ausprobieren, …, ich hätte ja so liegen bleiben können.

Freitag

Matratzen zuschneiden und abnähen,

Gardinen kürzen,

Einrichten und Teppich verlegen. Fertig, naja, fast.

Samstag

Samstag habe ich noch Beine für den Lattenrost des zweiten ausziehbaren Bettteils gebaut, aber irgendwie nicht mehr fotografiert, dann noch gepackt, das Chaos um mich herum beseitigt und dann ging es in Richtung Neandertal.

Der Parkplatz, den ich mir ursprünglich ausgesucht hatte, stellte sich dann doch nicht als ganz so romantisch heraus:

Aber ich habe noch ein schönes Plätzchen gefunden.

Sonntag

Danach ging es dann nach Düsseldorf, den Sohn einsammeln.

Ich muss sagen, es ist schöner und gemütlicher geworden, als ich es mir vorher vorgestellt hatte, vielleicht ein bisschen kitschig mit den Gardinen. Und meine Erwartungen an das, was ich mir davon erwartet habe, sind voll erfüllt worden. Denn was gibt es schöneres, als morgens mitten in der Natur wach zu werden, leichten Dunst auf der Wiese, einen frisch gekochten Cappuccino in der Hand und nur die Vögel singen hören und die Düssel plätschert leise dazu?

Ja, stimmt, am Stand stehen, einen kalten Pastis in der Hand, das Meer rauschen hören und den Sonnenuntergang beobachten. Aber das kommt auch noch.