Backen – aber anders

Ich muss noch was richtigstellen, aber nicht, weil mich jemand dazu genötigt hat.

Ich hatte ja hier geschrieben, dass so Knetmaschinen 1k€ kosten. Stimmt nicht ganz.

Die von Lutz im Plötzblog favorisierten Kenwood-Maschinen sind keine reinen Knetmaschinen sonder komplette Küchenmaschinen, die auch schlagen, mahlen (nicht malen), mixen, wolfen, schneiden, raspeln, … Die liegen dann auch bei den bei mir im Kopf verankerten 900 – 1200€.

Lutz präsentiert da auch Maschinen von Häusler, die nochmal gut 1000€ mehr kosten. Können die dann auch beim Kneten singen und noch ein unterhaltsames Tänzchen auf’s Parkett legen?

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Ich bin kein Freund von Multifunktionsmaschinen. Wenn ich einen Mixer brauche, kaufe ich einen Mixer und wenn ich einen Knetmaschine kaufe, dann eben eine Knetmaschine.

Meistens sind diese Maschinen aber in guter Qualität dann gleich Profimaschinen, die auch wieder ihr Geld kosten, aber genau für den einen Zweck gebaut wurden.

Ich würde mir eine Knetmaschine von Beeketal kaufen.

Würde.

Da aber Knete und Platz für so Maschinen bei mir fehlen, helfe ich mir mit normalen in fast jeder Küche vorkommenden Geräten aus.

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Wichtig beim Brotbacken ist ja ein ordentlicher Steinbackofen.

M – E – E – E – E – E – E – E – P
(Ihr müsst euch hier so ein Buzzergeräusch vorstellen).

Quatsch. Ich habe meinen billigen Backofen einfach gepimpt.

gepimpter Backofen

1. mit einer Bürgersteigplatte aus dem Baumarkt:
Die liegt in der Auffangwanne am Boden des Backofens, also in diesem tiefe Backblech, ihr wisst schon was ich meine. Damit bekomme ich einen ordentlichen Wärmespeicher hin, und wenn ich mit Dampf backe, dann gieße ich heißes Wasser in die Wanne, was an dem heißen Stein sehr schnell verdampft.
Kostenpunkt: 1-2 €

2. mit einem Pizzastein:
Meiner hat so ca. 30 * 40 cm und ist 2,5 cm dick. Der liegt auf dem Grillrost des Backofens irgendwo möglichst tief unten. Nochmal ein Wärmespeicher, zusätzlich wird das Brot aber auch von unten schön, und zum Pizzabacken einfach nur grandios.
Kostenpunkt: unter 30 € für meinen, den habe ich mit Holzschieber für Brot und Pizza gekauft.

3. ordentlich Vorheizen, mindestens eine Stunde.
So viel verbraucht mein alter Backofen garnicht. Der hat zwar einen Anschlusswert von über 3 kW, verbraucht aber während der Zeit nur 1 kWh.
Kostenpunkt: unter € 0,35 pro Backtag.
Da könnte man jetzt mit dem Umweltgedanken kommen, in Bezug auf den Stromverbrauch. Stimmt. Darum backe ich in der Regel immer gleich mehrere Brote und friere die ein. Und zum Schluss gibt es abends Pizza.

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Was man braucht sind Schüsseln, je nach gewünschter Teigmenge. Edelstahl ist da ganz gut, ich mag das Plastikzeugs nicht.

Super sind auch die Gärkörbchen aus Holzschliff. Anfangs hatte ich mir aber mit einer Sei beholfen, die ich mit bemehlten Abtrockentüchern ausgeschlagen hatte, ging auch. Jetzt kaufe ich immer eins dazu, wenn ich mein Mehl kaufe.

Gärkörbchen für 750 g Teig

So ein Teigschaber eine Teigkarte ist auch klasse, meine ist noch von meiner Großtante und jedes Mal eine schöne Erinnerung an sie, wenn ich backe.

Teigschaber

Noch einen Teigschaber und -teiler habe ich auch aus dem Baumarkt, und dort wird der als Spachtel verkauft (siehe Titelbild). Vergleicht mal die Preise. Das Ding ist übrigens auch super zum Reinigen der Arbeitsfläche geeignet, meine ist so eine übliche Buchenplatte, stabverleimt.

Wenn ich ein Bäckerleinen brauche, um Brötchen oder Baguette ruhen zu lassen, dann nehme ich einfach gute und fusselfreie Geschirrtücher.

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Die Waage ist jetzt so ein Ding. Wie ich schon vorher mal schrieb, sollte die schon möglichst genau sein, weil einzelne Zutaten einfach wirklich genau eingewogen werden müssen, gleichzeitig aber auch Teige bis 2,5 kg (mit Schüssel) noch im Messbereich liegen.

Ich habe ja eine alte Laborwaage, die löst über 3 kg auf 0,1 kg auf, kostet aber auch ein Schweine Geld. Ich hatte Sie noch.

Waage

Behelfen kann man sich mit so einer kleinen billigen Goldwaage zusätzlich zu Küchenwaage. Damit kann man dann die sensiblen Zutaten, die ohnehin nur in kleinen Mengen zugesetzt werden, getrennt abwiegen und zum Teig geben.

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Meine Mehle kaufe ich übrigens bei der Drax-Mühle in Bayern, da habe ich auch die Gärkörbchen und meine großen Edelstahlschüsseln her . Ich komme mit dem Mehl sehr gut klar, und auch der Rest hat mich nicht enttäuscht.

Das ist jetzt keine Werbung, nur ein Hinweis.

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Ich glaub’, das war’s an Warenkunde. Alles sehr pagmatisch, aber funktioniert prima. War jetzt vielleicht nicht so unterhaltsam, musste aber mal sein, um meine Philosophie zu verstehen: Nicht den Handel glücklich machen, sondern sich selbst mit guten Produkten.

Und heute gibt’s 2 x Weizensauerteigbrot, einmal ein klassisches Weißbrot, Schokobrötchen auf Brioche-Basis und zum Schluss eben Pizza.
Wer was abhaben will …

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