Kommando zurück

Ich hab mir am Samstag anhören/anlesen (gibt’s das überhaupt?) müssen, “Profis würden dir vermutlich sagen, dass du langen Atem haben sollst und dass es dauert.”

Ja – Profis – eben!

Darüber hatte ich auch nachgedacht. Und ich bin kein Profi, der irgendwie auch sein Geld indirekt mit dem Web verdient, ob jetzt als Webseitenprogrammierer, Texter oder Shopbetreiber. Und ich weiß es auch, weil ich mal Profi war, nicht direkt beim Schreiben, aber im Web. Für mich hatte das eher was mit Content-Marketing zu tun, über Drucker, Tinten, Nachfüllen und so ein Zeug. Und bei den anderen Profis auch immer irgendwie, selbst wenn sich ein Blog nur schwer in ROI oder Conversions rechnen läßt.

Aber ich habe nichts zu verkaufen, außer meiner Meinung und dem, was so in meinem Leben passiert. Und damit verkaufe ich ja nichts. Ich gebe einfach ein Stück von mir weiter.

Und Freitag saß der Frust schon ziemlich hoch, weil sich (fast) keiner dafür interessiert.

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Profis …

Eben, ich bin kein Profi, ich muss nicht versuchen, das professionell zu betreiben. Ich muss nicht regelmäßig schreiben, muss nicht zwischendurch mal einen toll recherchierten Gedankengang loswerden, muss nicht glänzen und muss dann auch nicht auf Analytics schielen und überlegen, ob sich das lohnt.

Dass sowohl ich nicht dem Geschmack der Meisten entspreche, als auch meine Meinung und meine Sicht der Dinge nicht deren Geschmack triff, weiß ich auch so, da habe ich leider genügend Beispiele für. Aber resigniere ich deshalb?

Gut, an manchen Stellen schmerzt das schon und ich  ziehe meine Konsequenzen, weil ich mir das nicht antun muss. Ich haue mir ja auch nicht immer wieder mit dem Hammer auf den  Daumen, weil’s so schön ist, wenn der Schmerz nachlässt.

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Nur hat der Frust am Freitag wieder genau in so eine schon ausgewetzte Kerbe gehauen. Daumen getroffen, Nagel blau.

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Aber ich mache jetzt weiter, nur anders. Ohne den Druck, irgendwas besonderes abliefern zu müssen und anderen zu gefallen. Ohne zu versuchen, die Eintagsfliegen zu halten. Ohne zu versuchen, besonders geschickte Zeiten zu treffen, zu denen die Leser gerade nichts besseres zu tun haben, als auf Facebook nach Unterhaltung zu suchen.

Ich schreib’ einfach nur noch wann ich will, was ich will, und wie ich will. So mache ich das im Leben ja auch, wenn’s nicht um den Verkauf von Lebenszeit gegen Geld geht. Und wem das nicht gefällt, der zieht eben weiter oder nimmt’s nicht wahr, auch wie im richtigen Leben.

Und sollte sich bis hierhin jemand angegriffen fühlen, so sei Ihr gesagt: Nee, nee. Ich bin für mein Handeln schon selber verantwortlich, auch (und gerade) wenn ich aus guten Ratschlägen die für mich falschen Schlüsse ziehe.

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Aufstehen, Frust ablassen, Krone richten, Nase gerade biegen, weitergehen.

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