Weizensauerteig – Tag 2

Wenn man kein Brot hat, muss man sich eben die alten Fotos rausholen, um was Leckeres zu sehen. Das befriedigt zwar nicht die Geschmacksknospen, zeigt aber das Ziel.

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Tag 2

Eben der Blick auf den Sauerteig-Ansatz: Blasenbildung und zwar deutlich. Also Zeit für Schritt 2:

100 g vom gestrigen Ansatz
+ 50 g Mehl
+ 50 g Wasser

Alles wieder gut verrühren und für weitere 8 – 24 Stunden bei 28°C bis 30°C stehen lassen. Diesmal sollen sich nicht nur Blasen bilden, sondern sich das Volumen sich auch verdoppeln.

Sauerteig – Tag 2 und das Glas wird zu klein

Jetzt hab’ ich ja gestern beim Ansetzen des Teigs wieder mal nicht nachgedacht und mein übliches 450 ml Glas für den Ansatz genommen. Wenn ich mir jetzt das Glas so anschaue, ist das doch ein bisschen klein: doppelte Menge Teig und dann nochmal Volumen verdoppeln? Das wird nicht nur knapp, das läuft über.

Also musste ich auf meine nächst größere Variante umsteigen, nur dass ich wieder mal nicht alles ins neue Glas rüber bekommen habe, es sind keine 100 g sondern nur 85 g vom Sauerteigansatz im Glas. Trotzdem nehme ich die vollen 50 g Mehl und Wasser.

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Kurz, warum ich so handel:

Prinzipiell muss man beim Backen sehr genau auf die Verhältnisse achten. Wenn im Rezept also 100 g stehen, dann sollte man auch 100 g nehmen.

Darum arbeite ich auch immer mit einer Waage, in meinem Fall sogar eine alte Laborwaage mit einer Auflösung von 0,1 g, damit ich auch die in geringen Mengen eingesetzten Zutaten genau abmessen kann. Denn das macht schon einen Unterschied, ob ich 9 g (Angabe im Rezept) oder 7 g bis 11 g Salz nehme (bei einer groben Küchenwaage).

Hier kommt es aber darauf an, die Bakterien möglichst vollständig in den neuen Ansatz zu übertragen und ihnen ordentlich was zu futtern zu geben. Und aus meiner Erfahrung, die ich im letzten guten halben Jahr gesammelt habe, macht die Differenz an dieser Stelle keinen Unterschied. Wichtiger ist hier das Beobachten des Teigs, wie er Blasen wirft und das kommt mit der Erfahrung.

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Prinzipiell versuche ich die Rezepte aus dem Plötzblog auf ein für mich vertretbares Maß an Aufwand herunter zu brechen. Das fängt schon bei der Ausstattung der “Backstube” an.

Männer sind ja meistens so, dass sie sich erstmal allen technischen Firlefanz kaufen, den man so braucht, … um dann nach 3 Mal Backen festzustellen, dass Backen dann doch nichts für sie ist. Gleiches gilt natürlich auch für andere “Projekte”, für die erstmal eine komplette Werkstatteinrichtung gekauft wird, um dann einen Schrank aufzustellen. Men and machines.

Ich hätte ja auch Spaß an einer ordentlichen Knetmaschine. Aber der Handrührer tut es auch und sogar immer noch, also stellt sich die Frage nicht. Selbst wenn vielleicht das Ergebnis ein bisschen besser wäre, aber knapp 1k€, nur für’s Kneten? Oha!!!

Ich finde es aber wichtig, dass man auch ohne einen riesen Aufwand selber richtig gutes Brot backen kann, und darum teile ich die von mir gesammelte Erfahrung mit Euch.

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Einen Satz noch zu den Gärgefäßen:

Mein kleines Glas ist ein Crème-Fraiche Topf aus Frankreich, mit Plastik Deckel. Das größere ein Erdnussbutterglas, mit Plastikdeckel und ohne Dichtung. Wichtig ist, dass die Deckel nicht dicht schließen, damit die Gase entweichen können, trotzdem aber auch nichts rein lassen. Ich habe einfach mit einer Nadel sehr kleine Löcher in die Deckel gemacht, das reicht.

Natürlich kann man jedes Schraubglas nehmen, nur sollte der Deckel nicht aus Metall sein, denn ein Metalldeckel fängt an den (selbstgemachten) Löchern an zu rosten. Und die Form sollte so sein, dass man die Gläser gut spülen kann, denn selbst in der Spülmaschine bleibt gerne irgendwo noch ein bisschen Teig hängen.

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Mehr zu meiner Backerfahrung dann jetzt im Laufe der Woche, bis das Brot fertig ist. Ihr werdet sehen, so viel Aufwand ist das nicht. Und der Geschmack belohnt!!!