Das Wort zum Sonntag (2) – Sea-Watch 3

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Ich habe gestern einen Post gesehen (und find’ ihn jetzt nicht wieder) in dem es sinngemäß hieß, wer nicht dafür sei, dass Menschen ertrinken, der müsse dagegen sein.

Ich drehe den Spruch an der Stelle herum und sage:

Wer nicht dagegen ist, dass Menschen ertrinken, der ist dafür.

Mehr brauch’ ich an der Stelle nicht zu sagen.

Reiner Sinus, modifizierter Sinus, Rechteck oder doch Tangens?

Ricard

Wie ich  bei der Camper Van Conversion ja schon schrieb, ist der Keim dazu ja durch einen Pastis am Strand ausgelöst worden.

Und was braucht man dafür?

  • Gläser – Check
  • Ricard – bekomme ich vor Ort, Check
  • kaltes Wasser – halber Check
  • Eiswürfel – 😲

Natürlich darf Ricard auch gegen was anders ausgetauscht werden, Saft, Cola (dann ohne Wasser), Wasser (mit und ohne Bubbel) oder für Bernard auch Suze pur mit Eis (weil Ricard ja ein Getränk für Säufer ist).

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Für den Wohnmobil- und Camper-Bereich gibt es ja eine Unmenge an Zubehör. Aber wie bei Booten auch, wenn das mit Freizeitgestaltung zu tun hat, dann nehmen die Anbieter gleich mal gerne ein bisschen mehr Geld dafür, das 2-3-fache konventioneller Technik ist man da schnell los, die Händler wollen ja von was leben und der doofe Kunde zahlt es ja.

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Bei mir im Auto gab es ja kein Dauerplus, das ich irgendwo abgreifen konnte, der Zigarettenanzünder läuft nur bei eingeschalteter Zündung. Somit wäre die noch vorhandene 12V Kühlbox immer ausgegangen, wenn ich den Schlüssel gezogen hätte. Also musste ich das selbst legen, was soweit auch kein Problem war.

Was mir aber ein bisschen Kopfzerbrechen bereitet hat, das war die Sorge, dass dann am nächsten Morgen vielleicht die Batterie leer wäre und der Anlasser nicht mehr genug Saft bekommen würde.

Jetzt gibt es so Spannungswächter, die die Verbraucher abschalten, wenn die Akkuspannung im Auto unter eine bestimmte Schwelle fällt. Für Auto und Camping kosten die 50 oder mehr Euronen, für den Solarbereich aber nur 20. Ihr dürft jetzt raten, was ich gekauft habe.

Richtig. Und der nette Nebeneffekt ist, dass ich mir da noch eine Solarzelle dranhängen kann, die ich bei Bedarf in die Sonne stelle und die den Akku darüber wieder lädt.

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Aber die Kühlbox macht kein Eis. die schafft mit ihren Peltier-Elementen immer nur 15° unter der Umgebungstemperatur. Also geisterte bei mir im Kopf so ein richtiger Kompressor-Kühlschrank herum. Der kostet aber dann mal eben mindestens 300 Euro, wenn er auf 12V läuft. Und ich rede jetzt nicht von einem amerikanischen Kühlschrank von der Größe eines kleinen Einfamilienhauses, sonder von so einem kleinen 40 Liter Teil.

Jetzt könnte ja das Argument greifen, das diese kleinen 12V Kühlschränke nur in kleineren Stückzahlen hergestellt werden und deshalb so teuer sind.

Aber wieso verkauft die Ikea dann kleine Kühlschränke mit Frostfach 🥰 für 89 Euro? Stimmt schon, der läuft auf 230V Wechselspannung, aber der passende Wechselrichter kostet auch nur 40 Euro.

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Und welcher Wechselrichter passt jetzt? Da wird es spannend (passendes Wort an der Stelle).

Es gibt ja 3 Sorten Wechselrichter, die einen machen Rechteckspannung, die anderen modifizierte Sinuswellen und die dritten reine Sinuswellen. Wenn für Euch die Trigonometrischen Funktionen im Matheunterricht zu lange her sind, hier mal ein lebensnahes Beispiel:

Stellt Euch vor, ihr seid im ersten Stock eines Hauses und wollt auf die Straße. Rechteckspannung ist dann wie aus dem Fenster springen, modifizierte Sinuswelle wie Treppenstufen benutzen und reine Sinuswelle wie eine Rutsche oder Rampe. Variante 1 (Fenster) würde ich Euch somit nicht empfehlen, auch wenn das für den Sperrmüll noch reichen würde. Variante 2 geht so lange gut, wie ihr prima laufen könnt, aber spätestens Rollstuhlfahrer brauchen Variante 3.

So ist das bei der Welle auch und ein Kühlschrank braucht reinen Sinus, sonst wird das nix. Reiner Sinus ist übrigens das, was auch aus dem in der Wand eingemauerten Schwein kommt.

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Und nach dem langen Geschwafel komme ich endlich auf den Punkt.

Ich habe heute nach einem solchen Wechselrichter gesucht, der reine Sinuswellen macht. Und es hat mich unglaublich geärgert, wie viele Anbieter mit “reiner Sinus” im Artikelnamen werben, aber modifizierten Sinus verkaufen, wenn überhaupt.

Mein Beispiel oben ist ja für jeden normalen Menschen schnell klar. Wenn mir einer eine Rampe anbietet, glaube ich dem das nicht einfach, sondern sehe schnell, wenn das ein Treppe ist.

Nur sieht man das einem Wechselrichter nicht an, und auch wenn ich mich für technisch nicht gerade unbegabt halte, hat mich das schon detektivisches Gespür gekostet, den richtigen zu finden.

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Ja, es hätte sowas auch wieder im gut sortierten Campingzubehörladen gegeben, für 189 Euro.

Unkraut vergeht nicht

Lavendel mit Biene

Ich mache eigentlich gerne in der wärmeren Jahreszeit immer einen Schritt durch den Garten, einmal nachsehen, was die Vegetation so sagt. Bis vor zwei Jahren hab’ich auch regelmäßig alle zwei Wochen die Wiese gemäht. Aber glücklicherweise ist letztes Jahr der Rasenmäher durchgerostet und seit dem mäht der Sohn nur noch die nötigsten Flächen mit den Elektromopped.

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Ein Blick auf meinem Rundgang gilt immer den Ostbäumen, vier Apfel-, zwei Birn-, zwei Sauerkirsch-, ein Pflaumen- und ein Mirabellenbaum. Die Äpfel sind nicht so die Geschmacksriesen, aber gut zu Apfelwein zu verarbeiten, die Birnen bekommen immer so borkige Stellen und fallen ab und die Kirschen holen sich in der Regel die Vögel.

Pflaume und Mirabelle sind noch recht jung und haben im letzten Jahr zum ersten mal getragen. Aber kurz bevor ich sie ernten konnte, sind bei der Dürre alle Früchte binnen kurzer Zeit abgefallen.

Mirabellenbaum
Mirabellenbaum

Wie man sehen kann, ist die Mirabelle wieder extrem voll, mal sehen, ob es dieses Jahr besser klappt mit der Ernte.

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Wer ein Händchen dafür hat, könnte in dem Garten bestimmt landschaftsgärtnerisch tätig werden und einen tollen und sehr gepflegten Park daraus machen. Das wäre aber nicht mein Ding und wie man am Obst sieht, fehlt wohl dazu auch das Händchen.

Und mit dem schon erwähnten kaputten Rasenmäher hat sich die Natur ein Stück des Gartens zurückerobert.

Ich könnte ja jetzt behaupten, das hätte ich absichtlich so gemacht und mit dem Argument, man solle ja ein Stück Garten für die Insekten ungepflegt lassen, das ganze auch ideologisch untermauern. Aber es hat sich einfach so ergeben und der Garten ist groß genug, dass mir die Flächen jetzt auch nicht fehlen.

Und gefallen tut es mir auch, weil es wirklich nach Natur aussieht, aber seht selbst:

Wilde Nelke
Wilde Nelke
Brombeerblüten
Brombeerblüten
Mariendistel?
Mariendistel?
Was auch immer
Was auch immer
Gespinnst
Gespinnst
Wächst am Boden, ist schön, kann ich aber auch keinen Namen zu nennen
Wächst am Boden, ist schön, kann ich aber auch keinen Namen zu nennen
Irgendwelche wilden Erdbeeren, die aber keinen Geschmack haben.
Irgendwelche wilden Erdbeeren, die aber keinen Geschmack haben.

Nicht wundern über die Beschriftung, ich kenne da kaum Namen, kann aber sagen, ob mir was gefällt oder nicht. Und gepflanzt habe ich davon nichts.

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Ganz interessant und reizvoll finde ich auch, wie die Natur sich bestimmter Dinge, z.B. den alten gusseisernen Ofen, den ich mal gezielt bepflanzen wollte, wiederholt. Meine Pflanzungen haben immer nur kurz gehalten, das hier hat sich selbst gepflanzt und hält sich. 

Gusseiserner Ofen mit ich weiß nicht was
Gusseiserner Ofen mitwas auch immer (siehe oben) und Paul

Ein bisschen Landschaftspark Duisburg Nord im Kleinen.

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Selbst der blöde Liguster, für mich die klassisch wohlgepflegte bürgerliche Hecke par excellence, hat nach konsequentem Nichtschneiden dieses Jahr geblüht, das es eine Pracht war.

Linguster Archivbild vom 14. Juni
Liguster Archivbild vom 14. Juni

Und der Duft, unbeschreiblich. Und obwohl jetzt der Großteil schon verblüht ist, rieche ich ihn hier unter dem Baum immer noch.

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Bleibt noch die Einfahrt, die an der einen  Seite so einen nicht zu pflegenden Hang hat, viel zu steil und voller Geröll. Da kommen immer wieder die Brombeeren durch. Jetzt schneide ich nur noch alles überstehende ab und der Rest darf zu einer schönen  dichten Mischhecke ranwachsen, wie in der Normandie an den Weiden.

Die Mischhecke in der Einfahrt
Die Mischhecke in der Einfahrt
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Den Rest kennt Ihr ja schon, den Tisch mit dem Stuhl unter dem Baum, die Rosen, die jetzt verblühten Pfingstrosen, …

 

smart – clever, gewitzt

kein Rotkehlchen

Christian hat ja neulich dieses super-duper-macht-von-selbst-Fotos Dingen vorgestellt. Ich mag ja solche Gimmicks.

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Was ich im Gegensatz zu ihm nicht bin: Ich bin kein Gebrauchsanweisungsleser.

Klar gibt es die, die man sich eh ersparen kann, weil sie unbrauchbar sind. Aber auch die richtig guten lese ich nicht durch, sondern schlage nur was nach. Also auch mal wieder mehr Frage-Antwort, ein bisschen mit dem Gerät rumspielen und nicht weiterkommen, nochmal nachschauen, wie eigentlich die Rufnummernunterdrückung funktionierte, sowas halt. Und da muss ich natürlich dann wissen, wie das heißt, und wo ich das finde. Das Inhaltsverzeichnis hilft da selten weiter und ein Stichwortverzeichnis gibt es auch kaum noch.

Online-Anleitungen oder auch PDFs sind mir da lieber, für die Suche reicht meist ein Wort, das zwar mehrere Treffer hat, die aber schnell durchgeklickt sind.

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Gestern Mittag war der Neid auf das Dings dann besonders groß, weil der Sohn festgestellt hat, dass die Rotkehlchen in unserem Brutkasten für Halbhöhlenbrüter, na was wohl, brüten.

Als Erstes habe ich 5 Minuten mit der Kamera im Anschlag davor gehockt und darauf gewartet, dass da endlich mal so ein Elterntier anfliegt und füttert. Die Rotkehlchen sind ja sonst auch nicht scheu, aber es kam keins.

Wär das nicht schön, wenn ich jetzt die Kamera einfach nur auf’s Stativ stellen könnte, und der Trigger immer die perfekten Fotos einfangen würde?

Ich habe sie dann auf Video gestellt und drei 4 GB Filme aufgenommen.

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Gestern Abend dann langweiliges durchgucken, 39 Minuten lang Baumstamm mit Brutkasten auf Bildschirm, aber kein Rotkehlchen zu sehen.

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Sind wir jetzt Individuen oder ist das nur die Synchronizität von Ereignissen? Jedenfalls hat Christian gestern versucht seine Vogeltränke mit dem Trigger zu fotografieren, vermutlich um einen Vogel drauf zu haben. Sein Ergebnis ähnelte meinen, aber ich denke mal, dass er die Bilder schneller durchklicken konnte. Aber ich warte jetzt erstmal ab, wie sich das bei hm weiter entwickelt, bevor ich den Trigger auf meine Wunschliste setze.

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Wenn ich hier einen Absatz mit einem “1. ” anfange, dann denkt sich das Programm “Ah, der Mio will wohl eine Nummerierung machen. Helfe ich ihm doch mit einer Formatierung weiter.” und konvertiert das in eine nummerierte Liste, ob ich will oder nicht. Nehme ich diese Formatierung raus, ist das “1. ” auch wieder weg. 

Aber ich habe es überlistet. Ich schreibe meinen Text, füge dann davor ein Freizeichen ein und dann erst wiederum davor das “1.” aber jetzt ohne Leerzeichen. Ich glaube, sowas nennt man Workaround.

Habe ich schon mal gesagt, dass ich diese ganzen “smarten” Funktionen hasse, bei denen eine unintelligente Software meint besser als ich selbst zu wissen, was ich gerade will?

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Mein Laptop meinte in den letzten Tagen vor der Wärme auch kapitulieren zu müssen. Das ging einfach immer wieder aus. Und dann habe ich mich an ein Tool erinnert, das ich mal benutzt habe, um Bluetooth auf seinem Vorgänger zu aktivieren: tpfancontrol.

Eigentlich soll ja das Bios den Ventilator steuern und eigentlich ja auch perfekt auf das Gerät abgestimmt. Komischerweise kann das aber tpfancontrol besser.

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Kann das sein, dass ich heute meinen Technik-Bashing-Tag habe?

Aber der Duden klärt auch da zu “smart” auf:

“Herkunft: englisch smart, zu: to smart = schmerzen, verletzen, also ursprünglich = schmerzend, schmerzlich, dann auch: scharf, beißend, schneidend”

Passt, finde ich.

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Bei dem ganzen unwürdigen Schwarzer-Peter Spielen der EU-Staaten mit den Bootsflüchlingen und der aktuelle Situation rund um die “Sea-Watch 3”, bei der sich wieder alle wie im Kindergarten benehmen, wenn es darum geht, den Sandkasten aufzuräumen, hier nochmal der Wahlwerbespot von “Die Partei” zur Europawahl.

Auch das schmerzt.

Die mehr oder weniger 1000 Fragen (5) und ein Lifehack

Schatten unter dem Baum

Ich kann gar nicht so viel Fragen beantworten, wie das Wetter warm ist, aber gestern hat das unter dem Baum dann doch noch geklappt. Und eigentlich ist mir aufgefallen, dass das doch eigentlich die 1000 Antworten oder noch besser, die 1000 Fragen und Antworten heißen müsste. Klugscheißen funktioniert bei dem Wetter also doch noch.

Und wen noch die alten Antworten interessieren, hier ging’s los und hier auch mehr zu den Fragen.

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Vorher aber noch ein Livehack:

Ich finde ja die Lifehack Videos fast immer doof. Dinge, die man nicht braucht, die auch nicht so richtig funktionieren und für die man das Material dann doch nicht da hat.
Trotzdem:

200 ml Flüssigwaschmittel und 500 ml Wasser in eine leere, aufschraubbare Sprühflasche (vom Badreiniger, Fensterreiniger oder sonst was), einmal Schütteln (nach dem Wiederzuschrauben) und fertig ist das Fleckenmittel.

Die Flasche steht bei mir gleich an der Waschmaschine, damit hab’ ich schon Rostflecken, Fettflecken und sonstiges weg bekommen. Einfach auf den Fleck sprühen und mit in die normale Maschine.

Und wenn das nix hilft: Schere nehmen und der Fleck ist weg. Der Lifehack mit der Schere ist übrigens von Armin Maiwald von der Maus:

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60. Was ist deine neueste Entdeckung?

Das Rezept für selbstgebackenes Fladenbrot. Mit Vorteigen mit Milch und Joghurt. Köstlich. Hier findet ihr das Rezept aus dem ploetzblog.

61. Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?

Also, dass am Tage des Jüngsten Gerichts die Toten aus ihren Gräbern aufstehen, eher nicht, diese Auferstehung des Fleisches, bei der ein Schulkollege im Religionsunterricht immer lachen musste, weil er an Zombies dachte.

Dass man in irgendeiner Art und Weise in Erinnerungen weiterlebt oder durch die Spuren, die man hinterlassen hat schon. Da könnte man jetzt auch das Jung‘sche kollektive Unbewusste ins Feld führen.
Und dass wir mit dem Klimawandel noch Generationen in guter Erinnerung bleiben, kann ja auch niemand bestreiten.

Wilson hat die Frage über das Leben nach dem Tod bei mir durch seinen Artikel „Die Semantik von <<Gott>>“ nochmal aufgeworfen. Den Artikel habe ich vor kurzem mal wieder gelesen und der hat mich im Ganzen nachdenklich gemacht. Empfehlenswert, erschien schon 1982 in seinem Buch „Right where you are sitting now“, Deutsch „Ist Gott eine Droge, oder haben wir sie nur falsch verstanden“.

62. Auf wen bist du böse?

Wow ist die Frage schlecht formuliert, oder gerade absichtlich so?

Wenn ich auf jemanden böse bin, dann bin ich ja selbst böse, was rein moralisch betrachtet doch verwerflich ist, oder? Dann müsste ich ja dann auch wieder auf mich selbst böse werden.

Ich formuliere es mal um: Auf wen bist Du sauer oder wem nimmst Du etwas übel?

Eigentlich auf niemanden im Moment. Ich bringe zwar nicht den Gleichmut auf, nicht sauer oder auch mal böse zu werden, aber rein rational betrachtet macht das ja auch keinen Sinn. Also baue ich da meine Emotionen ab, indem ich die Situation analysiere und mich frage, ob das überhaupt lohnt. Wenn ja, dann versuche ich das mir der Person zu klären, wenn nein, dann lasse ich sie ziehen.

63. Fährst du häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln?

Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa.

Nein. Die Verbindungen sind einfach zu schlecht. 2 ½ Stunden von Witten zur Esprit-Arena (oder wie das Dingen jetzt heißt) sind einfach inakzeptabel.

Um den Leuten eine echte Alternative anbieten zu können, müsste erstmal ordentlich in Infrastruktur investiert werden. Aber die Schwarze Null ist ja viel wichtiger. Da könnte ich platzen, wieder mal.

64. Was hat dir am meisten Kummer bereitet?

Ich habe immer von einem intakten Familienleben geträumt, so, wie ich es als Kind erleben durfte. Nur ist das voll in die Hose gegangen. Trotzdem habe ich nach zu langem Zögern, was sich auf diesen Traum stütze, den Schlussstrich gezogen.

Aber Kummer hat mir das trotzdem bereitet.

65. Bist du das geworden, was du früher werden wolltest?

Was wollte ich werden? In jungen Jahren Frührentner, wie meine Omi, dann Lehrer.

Jetzt bin ich selbstständig und aus dem Frührentner wird wohl nix, Lehrer – nee danke.

66. Zu welcher Musik tanzt du am liebsten?

Zum Geräusch von zwei 45 Magnums, die auf meine Füße abgefeuert werden, nachdem vorher einer mit einem schwarzen Hut gesagt hat „Tanz!“.

Oder zu Blues, Klammerblues.

67. Welche Eigenschaft schätzt du an einem Geliebten sehr?

Theoretisch finde ich die Frage schwer zu beantworten, weil das ja doch sehr auf den Menschen ankommt. Eine Checkliste für potentielle Geliebte habe ich nicht, die Frage muss ich somit auf vielleicht später mal vertagen.

68. Was war deine größte Anschaffung?

Der Steinhaufen, in dem ich wohne, gefolgt von dem Auto, das ich fahre.

69. Gibst du Menschen eine zweite Chance?

Wenn mir jemand aus meiner Sicht Unrecht getan hat, sich entschuldigt und auch danach anders handelt, sicher. Das kann dann auch eine dritte oder vierte Chance sein. Wenn ich merke, dass ich nur weiter verarscht werde, dann nicht. Ohne echte Einsicht oder Klärung des Sachverhaltes, keine zweite Chance.

Aber auch in positiver Richtung kann man eine zweite Chance geben, wenn jemand es sich einfach anders überlegt hat oder anders fühlt.

Klingt für mich jetzt etwas egoistisch, aber die Frage war ja nicht die, ob ich eine angebotene zweite Chance auch annehme. Weil die eigene Unvollkommenheit gibt’s ja auch noch.

Wichtig ist doch, dass man offen bleibt und bereit ist, etwas neu zu beurteilen. Oder wie Bertold Brecht es ausdrückte (womit ich mit meiner grandiosen Literaturkenntnis glätzen kann): “Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war.”

Resteessen – Himmel un Ääd

Kaulquappen

Heute mal ein bisschen Kraut und Rüben, was so übrig geblieben ist.

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Im Mai haben wir unseren “Pool” entsorgt, der aufblasbare Ring war nach ein paar Jahren dann doch hin.

Ja, ja, eigentlich sollte man das Teil nicht das ganze Jahr draußen stehen lassen, aber den Klumpsch aufzubauen, ohne Falten im Boden zu haben, war schon beim ersten Mal eine Qual. Vom Abbauen habe ich nur in Vollmondnächten geträumt, wenn ich einsam auf einem Hügel stand und geheult habe.
Vermutlich hätte das auch funktioniert. Ob er dann nicht auch schon kaputt wäre, ich denke schon.

Zurück. Wir haben das Wasser abgelassen, oder besser gesagt den Garten geflutet, 7m³ wollen ja irgendwo hin. Und dann hat er mit dem Restwasser erstmal gestanden, vielleicht, dachten wir, fällt uns noch was ein. Fiel nicht, also zerschnibbel, in handliche Stücke.

Und siehe da: er war schon bewohnt.

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Wir haben einen Teich. Nee, wir hatten einen kleinen Teich. Okay, noch weiter zurück.

Ich hab’ mal im Garten einen Sandkasten gegraben, so schön mit Holzbrettern und Sitzflächen an den Seiten, 2x3m und einen halben Meter tief. Daneben kam dann ein kleiner Teich mit zwei Fischen, so ein 120 Liter Teil. Als der Sandkasten “Out” wurde, kam der Sand raus, eine Teichfolie rein, mehr Fische und Wasser (in umgekehrter Reihenfolge) und ein Wasserlauf vom kleinen zum großen Teich. Nach mehrmaligen Besuchen des Reihers blieben nur noch ein paar Moderlieschen und schlammbraune Goldfische übrig. 

Diesen Winter ist dann der Holzrand eingekracht und hat mit den darauf liegenden Bruchsteinen eine neue Böschung modelliert. Und zack, jetzt weiß ich auch wohin der Frosch/die Kröte umgezogen ist.

Ob Frosch oder Kröte, ich bin kein Biologe, auf jeden Fall so ein Hüpfedingen, dessen Nachkommenschaft den Weg mittels Metamorphose über die Zwischenform Kaulquappe nimmt. Comments below.

Minifrosch mit Restschwanz
Minifrosch mit Restschwanz – zum Größenvergleich vorne im Bild ein abgefallenes Blatt vom Kirschlorbeer

Quaken habe ich es noch nicht gehört, wenn das noch kommt, wird es wohl ein bisschen lauter werden, aber eine sehr romantische Vorstellung das ist.

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Hab ich schon erwähnt, dass mir zu warm ist?

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Himbeer-Ausbeute von gestern auf heute: 8 Stück. Papa 0 : 8 Sohn, und die Stachelbeeren werden wohl auch erst zum nächsten Jahr was. Kann man eigentlich um die Jahreszeit noch Himbeeren pflanzen?

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Das darf ich Euch nicht vorenthalten: Wir wohnen am Freibad, ab 11 hr sind keine Parkplätze mehr da, ab 14 Uhr ist die Kurve einseitig blockiert. Sehr lustige Unterhaltung, wenn dann gut gelaunte Menschen bei schönen Wetter ihrem Freizeitvergnügen nachgehen, mit Schimpfen,  Fluchen, Schreien, Hupfen und quietschenden Reifen.

Freibad Annen
Freibad Annen

 

Zur Würze dann noch ein Schulbus und DHL. Perfekt.

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Paul ist auch zu warm, der liegt im Bad auf den Kacheln.

Paul
Paul

Ich hör jetzt auf für heute und setz’ mich unter den Baum.

… dann kann er was erleben

Ich hab’ ja mit den Niederlanden ein Problem: Ich sprech’ kein Niederländisch. Und nur weil viele meinen, die Holländer könnten doch alle Deutsch, das sei doch eh nur ein Dialekt, schließe ich mich dem nicht an.

Also Englisch.

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Erster Kontakt: eine italienische Eisbude, auf Englisch, in den Niederlanden. Bestellt habe ich zwei Hörnchen mit je 2 Kugeln, im einen 2 x Schoko im anderen 2 x Strawberry Cheesecake. Bekommen haben wir nach dem mehrfachen Hinweis auf 2 Kugeln je ein Hörnchen mit einer Kugel. Aber das Eis war gut.

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400 m weiter ein französisches Café, eine Apfelschorle und ein Cappuccino. Die Apfelschorle hatte schon so eine komisch orange Farbe, was in den Niederlanden ja schon mal sein kann, war dann aber kein Apple Fizz sondern ein Aperol Spritz, kann ja mal passieren, besonders wenn ein 15 jähriger sich das bestellt.

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Abends dann auf dem Weg zum Stellplatz noch Pizza gekauft, eine Prosciutto (EUR 7,75) und eine Mista (EUR 8,25) sollten zusammen EUR 25,50 kosten. Nein, der Karton kostete nicht extra, aber sie meinte je 2 Pizzen verstanden zu haben. Kommt zwar auch rein rechnerisch nicht hin, aber vielleicht sahen wir auch so verhungert aus.

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Soll ich für’s nächste Mal vielleicht doch noch Niederländisch lernen, oder Italienisch und Französisch, oder ist mein Englisch so schlecht?

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Am zweiten Tag hat sich dann der Bus auf dem Weg in die Utrechter Innenstadt verfahren, aber das lag bestimmt nicht an mir, ich habe nämlich den Mund gehalten und bin schweigend eingestiegen.

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Noch ein paar Fotos?

Ich hab keine Auswahl getroffen. Guckt Euch an, was Euch gefällt, ihr dürft auch alle anschauen.

Klick macht groß und bis demnächst bekomme ich das auch mit einer Slideshow hin, versprochen.

Wenn einer eine Reise tut …

Abendstimmung

Für das, was ich von Donnerstag bis Samstag erleben durfte, fehlen mir noch immer die Worte. Und auch die Auswahl der Bilder fällt schwer und braucht noch ein bisschen Zeit.

Die emotionslose Kurzfassung würde lauten:

  • Donnerstag Anreise nach Utrecht, kurz einen Platz an der Hollandse Ijssel gesichert, dann noch einen Kurzbesuch von Utrecht und die Nacht prima im Camper geschlafen.
  • Freitag Frühstück im Camper und dann langsam wieder nach Utrecht, Besuch des Museum Speelklok, danach ans und entlang des Markermeers bis nach Lelystad, kurz Einkaufen, Sonnenuntergang über dem Meer.
  • Samstag wieder entspanntes Frühstück, dann über den Markerwaarddijk, entlang der Küste, über den Afsluitdijk und zurück nach Hause.

Und die emotionale?

Museum Speelklock
Museum Speelklok

Blick aufs Markermeer
Blick aufs Markermeer

Unser Standplatz
Unser Standplatz

Sonnenuntergang am 21.06.2019
Sonnenuntergang am 21.06.2019

Nix gephotoshoped, einfach 1:1.

Ein Traum hat sich erfüllt. Alles, was ich mir gewünscht hatte, mit dem Camper machen zu können, ist in Erfüllung gegangen oder sogar noch übertroffen worden. Und auch der Sohn war begeistert und will sowas jetzt am liebsten jeden Monat machen.

Demnächst mehr, jetzt muss ich das noch ein bisschen sacken lassen.

We don’t need no thought control

Wolken

Heute nur ganz kurz, weil der Tag mit Vorbereitungen für’s lange Wochenende drauf geht. Aber das hier grummelt mir schon seit Tagen im Hirn herum und ich muss es mal los werden.

Ja ich weiß, meine Schulzeit ist schon ein bisschen länger her und das waren noch andere Zeiten. Und wie Karl Valentin schon sagte: Früher war auch die Zukunft besser.

Aber seit der Sohn auf die weiterführende Schule geht, machen die 10er zum Abgang jedes Jahr das selbe. Immer Mottowoche mit verkleiden und am letzten Tag immer die fast gleichen Scherze.

Sind wir schon wieder so weit zurück bei dem, was Pink Floyd 1979 angeprangert hat?

***

So, jetzt mache ich weiter, morgen geht’s nach Utrecht ins Museum Speelklok und dann mit dem Campervan vielleicht noch weiter ans Ijsselmeer. Wir lassen uns ein bisschen treiben. Daher auch der nächste Blogbeitrag wahrscheinlich erst Sonntag.

Die mehr oder weniger 1000 Fragen (4)

Thermometer

Draußen ist es heiß,  mir fällt das Denken schwer  und im Keller bei angenehmen 22°C wartet ein bisschen Tinte auf Abfüllung. Zeit für ein paar Fragen.

Hier ging es übrigens los mit den Fragen, wer alle Antworten nochmal lesen will und auch mehr über die Fragen wissen möchte.

46. Feierst du immer deinen Geburtstag?

Großes JA.

47. Wie oft am Tag bist du auf Facebook?

Höchstens einmal, meist kurz, um den Blog zu posten.

48. Welchen Raum in deiner Wohnung magst du am liebsten?

Die Küche.

49. Wann hast du zuletzt einen Hund (oder ein anderes Tier) gestreichelt?

Eben, weil meine beiden Jungs ständig ankommen.

50. Was kannst du richtig gut?

Ich glaube, mich einfach trauen, etwas zu tun. Auch wenn’s nicht klappt, gräme ich mich deshalb nicht, weil ich es wenigstens versucht habe. Laut MTBI-Test bin ich ja auch ein Explorer.

51. Wen hast du das erste Mal geküsst?

Frage gestrichen

52. Welches Buch hat einen starken Eindruck bei dir hinterlassen?

Ganz klar die Bücher von Robert Anton Wilson. Weniger wegen der Handlung der Romane, die aus heutiger Sicht doch etwas zu sehr von Sex, Drugs and Rock’n Roll handelt, sondern eher von seiner Art Dinge zu betrachten und zu beurteilen.

Beispiel?

Wenn Du etwas wirklich unabhängig und ohne Vorurteile bewerten willst, sollst Du eine Tabelle mit je 10 positiven und negativen Argumenten darüber aufstellen. Klingt jetzt etwas einfach und abgedroschen, aber schreibt wirklich mal 10 positive Argumente für etwas auf, was ihr absolut nicht leiden könnt! Oder findet auch nur die 10 guten Argumente dagegen.

53. Wie sieht für dich das ideale Brautkleid aus?

Ehrlich jetzt?

Wenn ich nochmal heiraten würde, dann würde ich mir etwas anziehen, das besonders zu meinem Typ passt und würde mir wünschen, dass meine Zukünftige etwas entsprechendes für sich finden würde. Und da ich kein Anzugträger bin und meine zukünftige bestimmt keine Prinzessin wäre, fiele das mit den klassischen Brautkleid dann mit Sicherheit mal aus.

Ich weiß nicht, ob die Schaufensterpuppe die Hände wegen mir hebt, oder sich selbst im Spiegel sieht, aber die Geste fand ich toll:

54. Fürchtest du dich im Dunkeln?

Furcht wäre jetzt zuviel gesagt (ich soll ja ein Mann sein, und Männer kennen keine Furcht, oder so), aber je nach Situation und Umgebung wäre mir schon nach mehr Licht zumute.

Im Elsass im Wald, nachts um 1, kein Problem, am Bahnhof durch die Unterführung trotz Licht, wo ist mein Patronus?

55. Welchen Schmuck trägst du täglich?

Wirklich täglich? Keinen. Sonst gerne Ohrringe (aber nicht so kleine Stecker) und Lederbänder mit selbstgemachten Anhängern.

Die Anhänger erinnern mich meist an etwas, das mir gut tut.

56. Mögen Kinder dich?

Da müsst ihr die Kinder fragen.

57. Welche Filme schaust du lieber zu Hause auf dem Sofa als im Kino?

Die Filme, die ich allein schaue. Ich finde Kino allein blöd, sorry.

58. Wie mild bist du in deinem Urteil?

Die Antwort könnte jetzt total ausufern. Über die Suche nach Schuldigen oder ob das Beheben von Ursachen nicht besser sei. Aber lassen wir das hier.

Auch hier feile ich ein bisschen an der Frage und biege sie auf Kritik um.

Ich denke, meine Kritik versucht motivierend zu sein, also entweder etwas beim nächsten Mal noch besser zu machen oder genauso gut weiter. Nur Lobhudelei oder jemanden fertig machen bringt ja keinen weiter.

59. Schläfst du in der Regel gut?

In der Regel schon. Mir gehen nur immer viele Sachen im Kopf herum, weshalb ich lange nicht gut eingeschlafen konnte.

Aber ich höre jetzt immer zum Einschlafen Hörbücher, das haben die zwar nicht verdient, aber innerhalb von 5  – 10 Minuten bin ich dann weg. Das klappt auch, wenn ich Nachts wach werde.

***

Auch hier wieder der Verweis auf die folgenden Fragen und Antworten für Nachleser.